Vortrag über den Sinn von NS-Erinnerungsorten im Augsburger Land und einen geplanten Stelenweg in Meitingen
Meitingen
Gegen die Gefahr von feindseligem Gedankengut
Wie kann man die Geschichte lebendig halten und Freiheit und Frieden schützen? In Meitingen ist dazu ein Projekt rund um den Seligen Max Josef Metzger geplant.
An das Leben und Wirken von Max Josef Metzger soll künftig ein Weg mit Stelen durch Meitingen erinnern.Foto: Rosmarie Gumpp (Archivbild)
Was macht NS-Erinnerungsorte so wichtig? In ihrem Vortrag im Meitinger Pfarrheim St. Wolfgang stellte Corinna Malek-Wagner einige Orte vor, etwa Buttenwiesen, Binswangen und Thierhaupten. Dabei zeigte sie auf, wie dort die Geschichte lebendig gehalten wird und warum sie für Werte wie Menschenwürde, Frieden und Freiheit von besonderer Bedeutung sind: „Wenn wir an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern, warnen wir vor menschenverachtenden Strukturen. Wir machen uns bewusst, wie aus feindseligem Gedankengut schreckliche Taten werden konnten.“
Bei der Grabstätte des Seligen Max Josef Metzger auf dem Meitinger Friedhof soll eine Stele an dessen wertvolles Vermächtnis erinnern. Die Firma Liquid aus Augsburg setzt den Weg um.Foto: Rosemarie Gumpp
Malek-Wagner von der Bezirksheimatpflege Schwaben betonte, die Geschichte des Nationalsozialismus sei eine Geschichte auch unserer Heimat. Denn die Verbrechen fanden dort statt, wo wir heute zu Hause sind.
Mit einem Stelenweg soll in Meitingen an Metzger erinnert werden
Dem Einsatz engagierter Frauen und Männer sei es zu verdanken, dass in verschiedenen Orten Schwabens zur NS-Geschichte geforscht wird und die Ergebnisse zugänglich sind. Ein weiterer Baustein dafür soll in Meitingen entstehen. Der Vortrag fand im Rahmen eines Informationsabends statt. Dazu hatte der Förderverein „Max Josef Metzger – Für Frieden und Einheit“, der im vergangenen Jahr gegründet wurde, geladen. Mitveranstalter waren zudem die katholische Pfarrgemeinde St. Wolfgang in Meitingen und die katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Augsburg.
Warum es so wichtig ist, immer wieder an Metzger zu erinnern
Wie berichtet, will der Verein mit einem Stelenweg an das Leben des Märtyrers erinnern. Domvikar Ulrich Müller stellte den geplanten „LEBENsWEG Max Josef Metzger – Für Frieden und Einheit“ vor. Der Stationenweg soll an sieben bedeutenden Stellen innerhalb der Gemeinde das Wirken des Seligen sichtbar machen und an sein Vermächtnis erinnern. Müller sagte: „An Max Josef Metzger zu erinnern, heißt deshalb nicht nur einer historischen Persönlichkeit zu gedenken. Es heißt auch, Werte wie Menschlichkeit, Frieden, Versöhnung und Zivilcourage lebendig zu halten. Deshalb ist es wichtig, immer neu an ihn zu erinnern.“
Die ehemalige Meitinger Gemeindehalle trägt inzwischen den Namen Dr.-Max-Josef-Metzger-Halle und erinnert ebenfalls an den Märtyrer.Foto: Steffi Brand (Archivbild)
In Meitingen erinnern bereits einige Orte an Metzger, so etwa sein Grab, Stolpersteine, ein Gedenkstein und die Dr.-Max-Josef-Metzger-Halle, die wie die Realschule seinen Namen trägt. Zudem sind die Mitglieder des Christkönig-Instituts lebendige Zeugen seines Erbes. Erinnerung müsse aber immer neu in die Öffentlichkeit getragen werden, sagte Müller. Die Idee für den Weg war 2023 an einem Runden Tisch entstanden. In Meitingen soll etwas geschaffen werden, was jederzeit zugänglich, informativ, digital vernetzt und ohne großen personellen Aufwand nutzbar ist. So entstand die Idee eines Stationenweges.
Max Josef Metzger an seinem Schreibtisch.Foto: Christkönigs-Institut (Archivbild)
Beim Infoabend waren der Geschäftsleiter der Firma Liquid, Ilja Sallacz, und die Diplom-Designerin Anja Kosak anwesend. Sie zeigten ihre Vorstellungen des Stationenwegs. Die Stelen sollen beim Johannesheim, an der Realschule, an der evangelischen Kirche, am Friedhof bei der Grabstätte Metzgers, an der Gemeindehalle und am Christkönigs-Institut stehen. Hinzu kommt eine Station im Kirchenraum St. Wolfgang mit Infotafel und Bild.
„Durch den Stationenweg gewinnt Meitingen. Erinnerung ist nicht nur museal und fern, sondern lebendig – heute und in Zukunft.“
Ulrich Müller, Vorsitzender des Fördervereins Max Josef Metzger - Für Frieden und Einheit
Über QR-Codes an den Stelen können vertiefende Informationen abgerufen werden. Geplant ist auch eine Website. Für die Umsetzung stellte der Freistaat Fördermittel in Höhe von 180.000 Euro in Aussicht. Der 1. Vorsitzende des Fördervereins Ulrich Müller beendete seine Rede mit Freude im Gesicht, „denn durch den Stationenweg gewinnt Meitingen. Erinnerung ist nicht nur museal und fern, sondern lebendig – heute und in Zukunft“.
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