Warum immer rund um Zusmarshausen? Mehrmals sind Ende vergangener Woche auf dem Autobahnstück den Vallrieder Berg hinauf und weiter in Richtung bis zum Rastplatz Scheppacher Forst zunächst Lastwagen oder Sattelschlepper verunglückt, anschließend bildeten sich lange Staus und die A8 musste sowohl am Donnerstag als auch am Samstag stundenlang gesperrt werden. Was auffällt: In der Nacht zum Freitag gab es winterliches Wetter. Doch ist das die einzige Erklärung für die Unfälle genau an dieser Stelle?
Eines ist sicher: Wenn es schneit oder eisig ist, dann macht sich die zuständige Autobahnpolizei aus Gersthofen schon bereit, in Richtung Zusmarshausen zu fahren – das wisse man einfach aus Erfahrung, heißt es von der Dienststelle. Und das sei ja auch kein Wunder, bei 80.000 Fahrzeugen am Tag. Zwei Lastwagen-Unfälle seien da eigentlich nicht viel. Womöglich waren aber in jenen Tagen zum Ende der Faschingsferien auf der A8 viele Verkehrsteilnehmer unterwegs, die sich nicht so gut auskannten. In der Folge der Lastwagen-Unfälle vom Donnerstag und vom Samstag kam es nämlich zudem zu weiteren Zusammenstößen in diesem Bereich.
Die Autobahngesellschaft Pansuevia ist auf Winterwetter vorbereitet
Zurück zum Winterwetter: Wenn das einsetzt, ist die Betreibergesellschaft Pansuevia vorbereitet. Zwei Trupps mit jeweils vier Fahrzeugen rücken dann nach Osten und Westen aus, erklärt Pansuevia-Geschäftsführer Robert Schmidt. Der Schnee muss dann jeweils mit den Fahrzeugen von der Mitte der Autobahn nach rechts außen geschafft werden. Je nach Temperatur wird Sole oder Salz gestreut: „Zwischen null und vier Grad wirkt Sole besser, bei tieferen Temperaturen dann Salz“, erklärt Schmidt. Bis ein Trupp wieder zu seinem Ausgangspunkt kommt, dauert es je nach Witterung eineinhalb bis zwei Stunden. „Wir können also nicht zu jedem Zeitpunkt an jeder Stelle der Strecke die gleichen Verhältnisse haben“, so Schmidt. Und sobald es zu einer Störung komme, würden auch die Räumfahrzeuge im Stau stecken.
Hinzu komme, dass vor allem der Vallrieder Berg nicht ohne sei für schwere Transportfahrzeuge - manchmal aber gerade dann zum Problem werde, wenn sie nichts geladen haben, weil dann zu wenig Druck auf die Achsen wirke. „Die Steigung beträgt nicht mehr als vier Prozent, ist aber nicht überall gleich. Der Berg beginnt in einer Senke, wird dann steiler, dann wird er flacher und zum Ende hin wieder steiler“, so Schmidt. Und genau dort blieben dann oft Lastwagen im Winterwetter stecken, wenn sie nicht richtig ausgerüstet seien. Je nach Lage würden seine Mitarbeiter den Fahrern dort sogar Ketten empfehlen. Ein Tipp, der aber nicht gerne angenommen werde.
Die Polizei sagt: Am Winterwetter lag es diesmal nicht
Für Robert Schmidt ist jedoch klar, dass es bei den Unfällen Ende vergangener Woche nicht am Winterwetter lag, denn genau zu den Unfallzeiten sei es lediglich nass gewesen. „Das waren Fahrfehler“, so seine Einschätzung. So sieht es auch die Polizeidirektion Schwaben-Nord. Ein Sprecher der Polizei berichtet, dass es sich unter anderem um Abstandsverstöße gehandelt habe. Übrigens, ein Phänomen, das sich nicht auf die Unfallstelle bei Zusmarshausen beschränke, sondern von der Polizei vielfach festgestellt werde, gegen das in diesem Jahr ein Präventionsprogramm geplant sei. „Insbesondere bei Abstandsverstößen liegt die Ursache oftmals im Zusammenhang mit einer Ablenkung im Straßenverkehr“, so der Sprecher. Die weiten Distanzen der Güterfahrzeuge, die Unkenntnis der örtlichen Gegebenheiten sowie eine nicht an die Straßenverhältnisse angepasste Geschwindigkeit hätten sicherlich ebenfalls zu den Unfällen beigetragen.
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