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Förderprogramm

29.11.2018

1,4 Millionen Euro fürs Bürgerhaus Pfersee

Zwischen dem derzeit eingerüsteten Jugendzentrum und dem Bürgerhaus Pfersee (rechts) soll der Anbau entstehen. Finanziert werden soll das Vorhaben mithilfe eines staatlichen Förderprogramms.
Bild: Annette Zoepf

Die Begegnungsstätte in der Stadtberger Straße soll nicht nur barrierefrei werden. Auch ein Anbau mit Angeboten für Familien ist geplant. Bis zum Baubeginn wird es aber noch dauern

Eigentlich könnte sich Peter Luibl darüber freuen, wie stark das Bürgerhaus Pfersee nachgefragt wird: Mehr als 1400-mal im Jahr kann er die Räume vermieten, etwa an Gruppen, Vereine und Volkshochschule. Die Freude des Hausleiters ist jedoch aus mehreren Gründen getrübt. „Es kommt immer wieder vor, dass wir Gruppen ablehnen müssen, weil wir schon belegt sind.“ Anfragen von Bürgern, die Räume für Familienfeiern zu nutzen, könnten nur in den seltensten Fällen erfüllt werden, bedauert Luibl. Ohnehin sind sowohl der Saal als auch die Caféteria im Untergeschoß nur über die Treppe zu erreichen. Besucher mit Gehbehinderung oder Rollstuhl stellt das Bürgerhaus vor teils unüberwindbare Probleme.

Dass das vor knapp 30 Jahren eröffnete Begegnungszentrum in der Stadtberger Straße zu klein und nicht mehr zeitgemäß ist, wissen die Stadt und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Augsburg als Betriebsträgerin seit Längerem. Beide hatten eine Erweiterung des Bürgerhauses in Kombination mit einer neuen Kita ins Spiel gebracht. Im vergangenen Jahr rückte das Sozialreferat jedoch von diesem Kita-Standort ab – auch wegen Protesten aus der Bevölkerung. Die Bürgeraktion Pfersee Schlössle hatte die dafür nötige Verlegung des Basketballplatzes und die Eingriffe in den angrenzenden Schlösslepark kritisiert.

Auch wenn für die Kindertagesstätte mittlerweile neue Standorte geprüft werden, ist die Erweiterung des Bürgerhauses wieder zum Thema geworden. Die Stadt darf dabei mit erheblicher finanzieller Unterstützung durch den Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ rechnen. Bis zu 1,4 Millionen Euro an staatlichen Fördermitteln sind für dieses Vorhaben in Aussicht gestellt worden. Gelder aus dem Programm fließen auch in den Umbau der Kresslesmühle und der Sportanlage Oase im Wertachviertel.

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An den Erweiterungsplänen in Pfersee ist neben dem AWO-Geschäftsführer Werner Weishaupt auch das Amt für Kinder, Jugend und Familie beteiligt. Mit gutem Grund: In dem geplanten Anbau es nicht nur für das Bürgerhaus zusätzliche Räume geben. Unterkommen sollen auch ein Familienstützpunkt und eine Großtagespflege für zehn Mädchen und Buben im Kindergartenalter. Bei einer stadtweiten Umfrage des Jugendamtes haben sich die Pferseer überproportional stark beteiligt und den Wunsch nach mehr Angeboten für Familien geäußert. Bislang ist Pfersee als einer der größten Stadtteile Augsburgs in Sachen Familienstützpunkt ein weißer Fleck auf der Karte.

Insgesamt sollen in dem Anbau rund 450 Quadratmeter zusätzliche Fläche geschaffen werden, verteilt auf zwei Geschosse. Fest steht, dass der neue Trakt zwischen Bürger- und Jugendhaus entstehen soll. Anders als bei den früheren Plänen kann der Sportplatz am bisherigen Standort bleiben und auch in den Schlösslepark wird nicht eingegriffen. Die Bäume im Umfeld des Neubaus sollen weitgehend erhalten bleiben, sagt Weishaupt. Nach seinen Worten gibt es momentan nur ein vorläufiges Raumprogramm, an dem noch gefeilt werden müsse. Fest eingeplant ist ein Aufzug, der sowohl den Anbau als auch das Bestandsgebäude barrierefrei macht.

Um die Zuschüsse abrufen zu können, muss die Stadt bis Ende Januar 2019 den Antrag für den Erweiterungsbau einreichen. Neben dem Raumprogramm muss auch ein pädagogisches Konzept mitgeliefert werden. In den Förderrichtlinien steht, dass der Bund 75 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt, der Freistaat beteiligt sich mit 15, die Stadt mit zehn Prozent. Gedacht ist der Investitionspakt vor allem für den Ausbau und die Sanierung von Bildungseinrichtungen, Stadtteilzentren und Bürgerhäusern.

Das Bürgerhaus Pfersee hat das Förderprogramm bereits seit Längerem im Blick. Im September 2016 war die damalige Bundesbauministerin Barbara Hendricks zu Gast in der Stadtberger Straße und nahm den Wunsch nach mehr Platz und Barrierefreiheit mit nach Berlin. Dieses Ziel ist jetzt ein gutes Stück nähergerückt, auch wenn AWO-Chef Werner Weishaupt mit einem Baubeginn nicht vor 2020 rechnet.

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