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Protest

01.05.2019

1. Mai in Augsburg: Kämpferische Reden zum Tag der Arbeit

Gut besucht: Die Maikundgebung auf dem Rathausplatz. Nach deren Ende gab es bis etwa 15 Uhr ein Kulturprogramm.
Bild: Michael Hochgemuth

Zum 1. Mai fand in Augsburg wieder die traditionelle Maikundgebung statt. Auf dem Rathausplatz gibt es eine stimmungsvolle und gut besuchte Kundgebung – mit Zwischenfällen.

Natürlich geht es an diesem Tag der Arbeit bei der Maikundgebung auf dem Rathausplatz um Themen, die Augsburg bewegen. Um die angekündigte Werkschließung bei Fujitsu, um den möglichen Verlust hunderter Arbeitsplätze bei Premium Aerotec, um die Stellenstreichungen beim Roboterbauer Kuka. Zum Stichwort Fujitsu etwa sagt Silke Klos-Pöllinger, Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB, der „Kampf um den Standort“ sei nicht erfolgreich gewesen, aber 350 Arbeitsplätze habe man erhalten können. Augsburg, fordert sie, müsse ein Produktionsstandort bleiben.

1. Mai in Augsburg: Kundgebung auf dem Rathausplatz

Überhaupt das Thema Kampf: Der 1. Mai sei ein Feiertag, aber auch ein Kampftag der Arbeiterbewegung, sagt Klos-Pöllinger. Sie prangert an, dass in der Region nur noch 47 Prozent aller Menschen mit einem Tarifvertrag angestellt seien, Augsburg eine der ärmsten Städte sei und zugleich eine der teuersten. Zugleich aber geht es um Themen, die über die Stadt hinausgehen, um bessere Bezahlung in der Pflege, darum, dass „die Marktmacht der renditegeilen Immobilienkonzerne“ gebrochen werden müsse, wie Hauptrednerin Luise Klemens sagt, die Landesbezirksleiterin von Verdi Bayern. Der Mindestlohn müsse rauf, fordert sie, und springt zum Thema Europa. Ein „Friedensprojekt“ sei das; mehrfach klingt an, es mögen doch möglichst viele Menschen an der Europawahl teilnehmen und für ein solidarisches und gerechtes Europa stimmen.

Vor der Kundgebung startete der Demonstrationszug am Gewerkschaftshaus, hunderte Menschen beteiligten sich, viele Mitglieder von Gewerkschaften, politischen Parteien und linken Organisationen. Auch später auf dem Rathausplatz ist die Beteiligung an der Kundgebung hoch, der Rathausplatz voll, das Wetter gut, die Stimmung auch.

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Zu einer bemerkenswerten Situation kommt es, als Kurt Gribl (CSU) sein Grußwort sprechen will. Eine Gruppe junger Demonstranten versammelt sich vor der Bühne, buht und pfeift, offenbar auch aufgrund der migrationspolitischen Positionen der CSU. Der Oberbürgermeister, der teils nur schwer zu verstehen ist, bemüht sich, die Geräuschkulisse zu übertönen. Gribl wirkt auf diesem Wege phasenweise wie ein Gewerkschaftsfunktionär, nicht wie ein OB, der ein Grußwort spricht. Mit passender Rhetorik. Man kämpfe in Augsburg „mit Schweißperlen auf der Stirn“ dafür, dass Stellen nicht abgebaut würden, sagt er etwa. Als er fertig gesprochen hat, gibt es auch Applaus aus dem Publikum. Gribl muss sich aber auch manche Kritik anhören, etwa für die Entscheidung des Stadtrates, Innenminister Horst Seehofer zum Ehrenbürger der Stadt zu machen, was Vertreter der DGB-Jugend in ihrer Rede kritisierten. Kritik an der CSU, deren stellvertretender Vorsitzender Gribl ja ist, gibt es an diesem Tag ohnehin reichlich.

Maikundgebung: Polizeieinsatz am Rande der Veranstaltung

Stutzig macht manche Teilnehmer ein Polizeieinsatz am Rande der Veranstaltung. Ein Mann wird in ein Polizeiauto verfrachtet und weggefahren. Unverhältnismäßig sei das gewesen, sagen mehrere Teilnehmer, die die Aktion mitbekamen. Was war passiert? Laut Polizei Folgendes: Der Mann habe insbesondere die politischen Gäste in der ersten Reihe wiederholt gestört und bedrängt, sei einem Platzverweis der Polizei nicht nachgekommen und daher in den Arrest eingeliefert worden. Der habe bis zum Ende der Veranstaltung gegolten und sei von einem Richter bestätigt worden.

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.05.2019

Leider haben sich mittlerweile die meisten "1.Mai-Kundgebungen" größtenteils zu "Karnevalistischen Veranstaltungen" gewandelt, bei denen inhaltslose und langweiligere Reden als beim " Politischen Aschermittwoch" geschwungen werden.

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02.05.2019

Haben die üblichen Verdächtigen ´mal wieder einen auf Klassenk(r)ampf gemacht - was haben wir gelacht. Pikant ja nur, dass ihre Spezln von den linken Parteien (SPD, Grünem, SED) ja seit Jahren in allen möglichen Regierungen sitzen. Und trotzdem wird der Kapitalismus angeblich immer schlimmer. Ja, können die nix außer Umverteilen?

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