1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. 15-Jährige in Asylheim vergewaltigt: Gab es noch eine weitere Tat?

Augsburg

13.12.2018

15-Jährige in Asylheim vergewaltigt: Gab es noch eine weitere Tat?

In diesem Asylheim in Augsburg wurde ein 15-jähriges Mädchen offenbar von mehreren Männern vergewaltigt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Drei Asylbewerber sitzen schon länger in U-Haft, weil sie in einem Augsburger Heim eine 15-Jährige vergewaltigt haben sollen. Nun wurden zwei weitere Männer verhaftet.

Der Missbrauchsfall einer 15-jährigen Schülerin nimmt eine neue Dimension an: Das Mädchen, das im Juli in einem Augsburger Asylheim vergewaltigt worden sein soll, ist offenbar noch in einem weiteren Fall das Opfer einer Vergewaltigung geworden. Das haben die Ermittlungen der Kripo nach Informationen unserer Redaktion ergeben. Deshalb sind jetzt auch zwei Afghanen im Alter von 18 und 19 Jahren verhaftet worden. Insgesamt sitzen damit fünf Asylbewerber in Untersuchungshaft, die am sexuellen Missbrauch des Mädchens beteiligt gewesen sein sollen.

Polizei spricht vom dringenden Verdacht einer weiteren Vergewaltigung

Der Fall Anfang Juli hat sich den Ermittlungen zufolge in einem Zimmer der Flüchtlingsunterkunft in der Proviantbachstraße in Augsburg abgespielt. Die 15-Jährige hatte einen 17-jährigen Afghanen kennengelernt und sich mit ihm getroffen. Der 17-Jährige lebte nach Informationen unserer Redaktion nicht in dem Heim. Die Behörden hatten seinen Eltern, die inzwischen getrennt leben, das Sorgerecht entzogen, deshalb war er in einer Jugendhilfe-Einrichtung untergebracht. Er soll mit seiner Familie vor etwa vier Jahren nach Deutschland gekommen sein.

Der 17-Jährige ging mit dem Mädchen aber in das Zimmer eines 20-jährigen Landsmanns in dem Heim. Dort wurde eine Haschisch-Zigarette geraucht. Was danach geschah, weiß die 15-Jährige nicht mehr – weil sie wegen des Drogenkonsums offenbar einen „Filmriss“ erlitt. Sie wurde später auf der Straße von Passanten aufgegriffen und wegen ihres verwirrten Zustands in die Kinderklinik gebracht. Die Untersuchung dort ergab Hinweise auf einen Missbrauch.

Details zu der Tat hält die Polizei auch aus Rücksicht auf das Opfer zurück

Schon seit einiger Zeit sitzen deshalb drei Asylbewerber in Untersuchungshaft. Zwei Männern wird Vergewaltigung vorgeworfen. Dem Bewohner des Zimmers, in dem sich die Tat abgespielt haben soll, wirft die Staatsanwaltschaft Beihilfe zu der Tat vor. Auf die Spur der Verdächtigen kamen die Ermittler mithilfe von DNA-Material. Im Zuge der Ermittlungen haben zahlreiche Bewohner des Augsburger Heims und einer Unterkunft in Friedberg eine DNA-Probe abgegeben.


Nun sind zwei weitere Verdächtige verhaftet worden. Im Zuge der Ermittlungen seien von der Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen zwei junge Männer aus Afghanistan im Alter von 18 und 19 Jahren erwirkt worden, teilen die Ermittler mit. Es gehe um den dringenden Verdacht „einer weiteren bekannt gewordenen Vergewaltigung“. Das heißt: Den Männern wird nicht vorgeworfen, an der bereits länger bekannten Tat von Anfang Juli beteiligt gewesen zu sein. Sie sollen die 15-Jährige vielmehr in einem anderen Fall vergewaltigt haben. Wo und wann sich diese Vergewaltigung abgespielt haben soll, dazu schweigen die Ermittler derzeit noch. Das geschehe auch zum Schutz des betroffenen Mädchens, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Die beiden neuen Tatverdächtigen seien am Mittwochmorgen in Asylheimen in Augsburg und Friedberg von Polizisten festgenommen worden, so die Auskunft. Dabei wurden deren Unterkünfte durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Beide Tatverdächtige wurden noch am gleichen Tag in den Nachmittagsstunden dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der die Haftbefehle gegen die Männer in Vollzug setzte.

Der 17-jährige Tatverdächtige, der sich im Juli im Asylheim an dem Mädchen vergangen haben soll, bestreite die Vergewaltigungsvorwürfe, sagte sein Rechtsanwalt Omid Waselzada unserer Redaktion. Vor dem Heim in der Proviantbachstraße steht am Donnerstag ein Mann aus dem Senegal. Er kennt die 15-Jährige. Er habe sie im Sommer mal hier gesehen, wie sie mit dem beschuldigten Afghanen gesprochen habe. Er sagt, sie habe damals zumindest nicht verängstigt gewirkt.

Lesen Sie zum Thema auch unsere aktuelle Reportage "Vergewaltigungen: Können sich Frauen bei uns noch sicher fühlen? " (Plus+).

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren