Die Verhandlung hat noch nicht begonnen, da bricht eine Frau auf dem Gang vor dem Gerichtssaal in Tränen aus. „Es ist so schlimm“, sagt die Rentnerin. 70.000 Euro habe sie beim Sparverein Kriegshaber angelegt. Einen Teil davon hatten ihre Eltern ihr vererbt. Diese waren selbst Vereinsmitglieder. „Ich brauche das Geld, um mein Haus zu renovieren und für ein Auto.“ Doch die 67-Jährige kommt seit ein paar Jahren nicht mehr an ihr Erspartes. Wie rund 1200 weitere Mitglieder. Ihre Spareinlagen, insgesamt 17 Millionen Euro, stecken seit ein paar Jahren in Zertifikaten, die teilweise Laufzeiten bis 2035 haben. Der Verein klagt vor dem Augsburger Landgericht gegen seine Hausbank, weil er sich von ihr falsch beraten sieht. Der ungewöhnliche Fall birgt eine große Tragik. Inzwischen gibt es einen Todesfall.
Augsburg
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