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Augsburg

13.11.2017

2018 soll sich für Radler viel verbessern

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In einem kurzen Abschnitt der Maxstraße kommen Radler auf "Komfortstreifen" angenehm voran. Künftig soll die Straße einen Streifen aus deutlich weniger holprigem Pflaster erhalten.
Bild: Michael Hochgemuth

Das Projekt „Fahrradstadt 2020“ ist in diesem Jahr kaum voran gekommen. Woran das liegt und was die Stadt nun als Nächstes anpacken möchte.

Fünf Jahre nach dem Startschuss des Verkehrsprojekts „Fahrradstadt 2020“ gibt es in diesem Jahr nur wenig Fortschritte: Die Zahl der Radweg-Neubauten und Sanierungen, die 2017 in Angriff genommen wurden oder noch werden, liegt gerade einmal bei fünf. Grund dafür ist neben Personalmangel in der Verwaltung, dass die Stadt für einige Maßnahmen noch Fördergelder haben möchte – bis darüber entschieden ist, dauert es. Kommendes Jahr möchte die Stadt aber an etlichen Stellen angreifen. Baureferent Gerd Merkle (CSU) sieht die Stadt gut im Rennen, verweist aber auch darauf, dass die Förderung des Radverkehrs auch über das Jahr 2020 hinaus aktuell bleiben müsse.

Das Projekt, mit dem der Fahrradverkehr bis zum Jahr 2020 auf 25 Prozent gesteigert werden soll (zuletzt lag der Anteil im Jahr 2013 bei 17 Prozent), ist inzwischen im fünften Jahr. Nach längerer Planungsphase steht seit zwei Jahren ein konkreter Wegenetzplan. Insgesamt umfasst das Netz 280 Kilometer, wobei nicht alles neu gebaut werden muss. Viele Radwege gibt es schon, doch heutigen Anforderungen genügen sie oft nicht, weil sie etwa zu schmal sind.

ADFC: Es geht voran, aber nicht schnell genug

„Es geht nicht schnell genug, vor allem, wenn man sich vor Augen hält, dass die Hälfte der Legislaturperiode vorbei ist“, sagt János Korda vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Die von der Stadt bei Radlern geweckten Erwartungen seien bisher nicht erfüllt worden. „Es macht sich zunehmend Enttäuschung und Verärgerung breit.“ Trotzdem, so Korda, müsse man sehen, dass das Fahrrad in der städtischen Verkehrsplanung einen ganz anderen Stellenwert als vor zehn Jahre habe. „Es hat sich was bewegt. Ob wir bis 2020 tatsächlich 25 Prozent erreichen, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass der Prozess unumkehrbar ist.“

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Nachdem im Sommer der problematische Radweg an der Kreuzung Donauwörther-/Biberbachstraße entschärft wurde und in der Hirblinger Straße aktuell zwei Verkehrsinseln für Radler eingebaut werden, steht demnächst noch die Sanierung des stadteinwärtigen Radwegs in der Gögginger Straße (zwischen Muesmann- und Eichleitnerstraße) an. Zudem wird aktuell ein Steg am Ja-kobertor über den Stadtgraben gebaut, sodass die letzte Engstelle auf der Ost-West-Radachse durch die Innenstadt verschwindet.

Ursprünglich hatte die Stadt für dieses Jahr einen großen Wurf für Radler in Richtung Norden vorgesehen – in der Langenmantelstraße sollten Radspuren eingerichtet werden, wofür eine Autospur wegfällt. Und in der nördlichen Donauwörther Straße (zwischen Diesel- und Mindelheimer Straße) war geplant, den abmarkierten Radweg zu verbreitern – dort ist die Fahrbahn für Autos momentan überbreit. Doch weil die Stadt von Mitteln des Klimaschutzprogramms des Bundesumweltministeriums profitieren will, mussten erst Anträge gestellt werden. „Beide Maßnahmen werden erst 2018 umgesetzt“, so Tiefbauamtsleiter Josef Weber. Gleiches gilt für die lange erwarteten Komfortstreifen aus geschnittenem Pflaster in der Maximilianstraße. Sie sollen nach derzeitigem Stand in mehreren Abschnitten 2018 und 2019 gebaut werden. Ebenfalls für kommendes Jahr ist geplant, in der Neuburger Straße in Lechhausen zwischen Schlössle und Lechbrücke einen Radweg zu bauen und im Zuge dieser Planung die Lücke am Schlössle zu schließen.

Der Radweg in der Gögginger Straße soll saniert werden. Er besteht derzeit aus Waschbetonplatten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Verbesserungen am Bahnhof

Baureferent Merkle kündigt an, dass man am Bahnhof weitere Verbesserungen für Radler erreichen wolle. Zusätzlich zu den zwei Radparkhäusern auf der Innenstadt-Seite sollen auf dem geplanten Platz am künftigen Westausgang des Tramtunnels ein weiteres Parkhaus sowie kostenlose Abstellmöglichkeiten in größerem Umfang entstehen. Zudem will die Stadt 2019 eine Kampagne für mehr „Miteinander im Verkehr“ starten. Das grundlegende Konzept will die Stadt kommendes Jahr mit Bürgern erarbeiten.

Die Stadt wird für all das auch Personal brauchen. Zwar wurden zusätzliche Stellen in der Verkehrsplanung bewilligt, es finden sich aber nicht immer Bewerber, weil Stellen in der Privatwirtschaft lukrativer sind.

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13.11.2017

Das klingt wie die Verschleppung der Hausarbeit über die Ferien. Alles wird kurz vor Abgabe mehr schlecht als recht im Bus noch zusammengezimmert. Das Ergebniss wird auch hiert wieder blamabel sein. Leider kann man den Verantwortlichen dafür keinen Hausarest aufs Auge drücken. Vorgeschobene ausreden wie Fördergelder und Personalmangel sind hausgemachte Probleme die die Stadt schon längst selbst hätte in Angriff nehmen können, hätte sie ernsthaftes Interesse an dem Projekt.

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