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Region

01.06.2018

2036 sollen in und um Augsburg 53.000 Menschen mehr leben

Die Region Augsburg soll bis 2036 um mehr als 50.000 Menschen anwachsen.
Bild: Andreas Zilse (Archivfoto)

Augsburg und die Nachbarlandkreise wachsen stärker als andere Regionen in Bayern. Woran das liegt - und wie die Region darauf reagieren muss.

Das Bayerische Landesamt für Statistik hat genau gerechnet. Und heraus kam eine Bevölkerungsprognose für Bayern, die die Entwicklung auch für die Landkreise und kreisfreien Städten vorhersagt. Unsere Region gehört zu den Gewinnern: Die Statistiker erwarten ein deutliches Wachstum. Insgesamt werden in der Stadt Augsburg sowie den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg bis 2036 mehr als 720.000 Menschen leben. Das sind über 53.000 mehr als im Vergleichsjahr 2016 (4,2 Prozent).

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Das liegt vor allem daran, dass in der Region überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Allein im Umfeld der neuen Uniklinik Augsburg sollen 6500 neue Jobs entstehen. Auch der Innovationspark in der Nachbarschaft der Universität entwickelt sich positiv.

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Bayernweit am stärksten prosperiert der Landkreis Dachau im Münchner Speckgürtel mit einer Steigerung von 15,5 Prozent. Dagegen sieht es in Nordbayern düster aus: Im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge werden 2036 mehr als 15 Prozent weniger Menschen leben als 2016.

Auch die unmittelbaren Nachbarn können mit dem Wachstum in der Region Augsburg nicht mithalten: Im Landkreis Dillingen geht die Einwohnerzahl um 1,7 Prozent zurück. In den Kreisen Donau-Ries (+ 2,2 Prozent) und Günzburg (+ 0,9) steigt sie nur leicht.

Interessant ist, dass die Stadt Augsburg langsamer wachsen wird als in den Jahren zwischen 2012 und 2016, als es jährlich mehr als 4000 Bürger zusätzlich gab. Ein Grund könnte der angespannte, hochpreisige Wohnungsmarkt sein.

Immer weniger Menschen können sich die hohen Augsburger Mieten leisten. Allerdings entstehen in den nächsten Jahren neue Wohnungen. Allein im ausgewiesenen Plangebiet Haunstetten-Südwest sollen etwa 10.000 Menschen eine neue Bleibe finden. Nach den Daten des Landesamtes wird im Jahr 2022 die Marke von 300.000 Einwohnern in Augsburg überschritten.

Die Landkreise wachsen in etwa im gleichen Tempo wie die Stadt: Auch dort werden derzeit zahlreiche neue Baugebiete ausgewiesen.

Hauptgrund für das Bevölkerungswachstum ist laut Landesamt für Statistik die Zuwanderung aus anderen Bundesländern sowie aus der EU, arabischen, asiatischen und afrikanischen Staaten.

Zudem liegen die Geburtenraten ausländischer Frauen teilweise deutlich höher als bei deutschen Frauen. Dieser Trend führte in Augsburg bereits 2017 dazu, dass die Zahl der deutschen Staatsbürger trotz allgemeiner Bevölkerungszunahme sank. Einen Großteil der Neubürger machten EU-Zuwanderer aus. Sie kamen vor allem aus Rumänien, Ungarn, Polen, Kroatien und Bulgarien. Insgesamt haben in Augsburg etwa 45 Prozent einen Migrationshintergrund.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in der Region steigt bis 2036 auf 82 Jahre bei Männern und 86 Jahre bei Frauen. Im Vergleich zu 2016 verlängert sich die Lebenszeit damit um zwei bis drei Jahre. Das liegt an einem Trend zur gesünderen Lebensweise und einer besseren medizinischen Versorgung.

Die Veränderung der Alterspyramide bringt aber auch Herausforderungen mit sich. In den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg wird bis 2036 mehr als die Hälfte der Menschen älter als 65 Jahre sein. Landratsämter sowie die Verwaltungen von Städten und Gemeinden stehen vor neuen Aufgaben: Sie müssen flächendeckende Pflegedienstleistungen, medizinische Versorgung und altersgerechte Mobilität gewährleisten. Aus Sicht der im Großraum Augsburg wachsenden Wirtschaft bedarf es zusätzlicher Anstrengungen, den Fachkräftemangel durch die Anwerbung jüngerer Arbeitskräfte in den Griff zu bekommen. Auch in der vergleichsweise „jungen“ Stadt Augsburg steigt der Anteil über 65-Jähriger in den nächsten 18 Jahren von gut 31 auf knapp 40 Prozent.

Lesen Sie auch den Kommentar: Ohne Zuwanderer geht es nicht

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02.06.2018

Die Bevölkerungsprognose ist eine wichtige Grundlage für öffentliche, aber auch unternehmerische Planungen.
Dabei sind allerdings methodische Grenzen zu beachten. Grundsätzlich handelt es sich um Projektionen vergangener Entwicklungen in die Zukunft. Das ist so, als wenn sich ein Fahrer bei dichtem Nebel durch einen Blick in den Rückspiegel vergewissert, dass er die Fahrspur hält.
In früheren Projektionen fielen Schätzungen zum Bevölkerungswachstum entsprechend niedriger aus, da die Erwartungen zur Zuwanderung geringer waren.
Wir wissen nicht, wie sich die Migration künftig entwickeln wird. Insoweit kann die tatsächliche Entwicklung von den Prognosen durchaus abweichen.
Allerdings spricht das nicht gegen die große Bedeutung solcher Vorhersagen. Denn es gibt keine besseren Daten.

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