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Augsburg

28.01.2021

21-jähriger Youtuber hackt sich in Online-Unterricht – und hat nun Ärger

Ein Hacker aus Augsburg hat den digitalen Unterricht einer Klasse aus dem Unterallgäu gestört und das zugehörige Video auf Youtube veröffentlicht.
Foto: Marcus Merk (Symbolfoto)

Ein Hacker aus Augsburg machte sich einen Spaß daraus, den digitalen Unterricht einer Klasse aus dem Unterallgäu zu stören. Daraufhin bekam er Besuch von der Polizei.

Man kann dem jungen Mann aus Augsburg wohl nicht vorwerfen, dass er sich besondere Mühe gegeben hat, sein Wirken zu verstecken. Er hat einen Youtube-Kanal, dem mehrere Tausend Menschen folgen, in mehreren Videos ist zu sehen, wie er den Online-Unterricht einer Schule stört. Vermutlich ahnte der Youtuber nicht, dass ihm das gewaltigen Ärger mit der Staatsgewalt einbringen würde. Bei einem 21-Jährigen aus Augsburg gab es nun eine Wohnungsdurchsuchung. Ermittler durchforsteten am Mittwoch seine Wohnung und beschlagnahmten Computer und Handys des Mannes.

Laut der zuständigen Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hatte der 21-Jährige den laufenden Unterricht einer 9. Klasse einer Mittelschule im Unterallgäu mehrfach massiv mit lauter Musik, Gesängen, Zwischenrufen und Provokationen gegenüber den Lehrern gestört, sodass ein geregelter Unterricht nicht mehr möglich war. Die Aufzeichnungen dieser Aktionen wurden dann in zusammengeschnittener Form auf einem YouTube-Kanal veröffentlicht, "wobei die unerlaubt gefertigten Aufnahmen der betroffenen Lehrer gezeigt wurden".

21-jähriger Augsburger hackt Online-Unterricht: Behörden ermitteln

"Gegen den 21-Jährigen wird nun wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes in mehreren Fällen ermittelt", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Goger am Donnerstag.

Der Mann soll den Ermittlungen zufolge die Zugangsdaten von einem 14-jährigen Neuntklässler erhalten haben. So soll er in den Online-Unterricht gelangt sein.

Youtuber wollte offenbar digitalen Unterricht weiterer Klassen stören

Die Schule erstattete daraufhin am Freitag vergangener Woche Anzeige bei der Kriminalpolizei in Memmingen. Die Internetexperten der Kripo konnten den jungen Augsburger als mutmaßlich Verantwortlichen des Youtube-Kanals ermitteln. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich dabei um den Youtuber, dem mehrere Tausend Menschen folgen. So ist auf seinem Konto im Sozialen Netzwerk "Instagram" etwa ein Bild zu sehen, das den Mann vor einem Auto mit Augsburger Kennzeichen zeigt. Der beschuldigte 21-Jährige soll mehrere solche Filme veröffentlicht haben und die Zuschauer auch aufgefordert haben, ihm weitere Zugangsdaten zuzusenden. Auch gegen den 14 Jahre alten Schüler läuft ein Verfahren wegen Beihilfe.

"Der Fall zeigt, dass die Grenze vom harmlosen Schülerstreich zur ernsten Straftat schnell überschritten ist", sagte der Oberstaatsanwalt. Wegen der "überragenden Bedeutung" des Online-Unterrichts in Pandemiezeiten würden entsprechende Fälle sehr ernst genommen und mit Nachdruck verfolgt.

In mehreren Bundesländern hatten Hacker in den vergangenen Wochen ebenfalls Distanzunterricht gehackt und den Kindern, darunter sogar Grundschülern, Pornos gezeigt. Auch in diesen Fällen wird ermittelt. (jaka, mit dpa)

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Die Diskussion ist geschlossen.

29.01.2021

Wie wäre es denn, wenn man das was als "Online-Unterricht" in diesem Artikel bezeichnet, vernünftig absichert? Offensichtlich ist das eine ganz miserable Anwendung wenn sich Kreti und Plethi dort einloggen können. Wer verlässt denn z.B. seine Wohnung ohne Abzusperren?

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29.01.2021

Der Depp hat von einem Schüler die Zugangsdaten erhalten, also vermutlich Username und Passwort. Das ist so, wie wenn man aus dem Haus geht und i'jemandem einen Zweitschlüssel gibt - das soll ja auch vorkommen...

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29.01.2021

Man kann noch so viele Sicherungsmaßnahmen ergreifen wie man möchte, am Ende bleibt leider immer die "Schwachstelle Mensch" - in diesem Fall der 14-jährige Schüler, der seine Zugangsdaten zu dem gesicherten Online-Unterricht weitergegeben hat - mit welcher Motivation auch immer.

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29.01.2021

Schon klar das mit der Weitergabe der Benutzerdaten. Aber es sind ja noch strengere Sicherheitsmaßnahmen denkbar und auch umsetzbar.

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