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26.06.2007

25-Jähriger dreht nach Rauswurf durch

Was an diesem Nachmittag vor Amtsrichter Günter Baumann zur Sprache kommt ist, wie so oft, eine Beziehungstat. Immer wieder hatten sich die jungen Leute aus dem Stadtteil Oberhausen - beide 25 Jahre alt - beleidigt, geschlagen und wieder vertragen. Seit 2001 waren sie ein Paar gewesen.

Doch als sich Aggression und Gewalt immer mehr steigern, ist es beinahe zu spät. Mitte Mai misshandelt der Mann um mitternächtlicher Stunde auf offener Straße die Mutter seines fünfjährigen Sohnes. Traktiert die am Boden liegende mit Füßen, trennt ihr dabei Teile ihrer Kopfhaut ab. Aus Wut, weil sie den gebürtigen Mazedonier Stunden zuvor mit Hilfe von Polizisten hatte aus ihrer Wohnung werfen lassen. Ihren Vater, der sich auf der Straße schützend vor sie stellt, schießt der Täter mit einer Schreckschusspistole mitten ins Gesicht.

Als die misshandelte 25-Jährige gestern vor dem Schöffengericht aussagt, ist ihr deutlich anzumerken, dass sie die Geschehnisse noch nicht verkraftet hat.

Obwohl der Vorfall erst einen Monat zurückliegt, fällt es ihr offensichtlich schwer sich zu erinnern. Manches von dem, was Tatzeugen vor der Polizei bestätigen, hat sie verdrängt. Leichter fallen ihr Schilderungen früherer Misshandlungen, weswegen der Angeklagte bereits vor zwei Jahren eine Geldstrafe erhielt. "Er tut mir ja als Mensch Leid. Und ich wünsche ihm auch nichts böses", hört man sie in einer Verhandlungspause sagen. Die 25-Jährige, seit kurzem in therapeutischer Behandlung, lebt mit der Angst ihrem Peiniger weiterhin zu begegnen.

Dies wird so schnell nicht der Fall sein. Der 25-Jährige, der während der Verhandlung ein volles Geständnis ablegte, wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt. Wegen mehrfacher Körperverletzung sowie Beleidigung, Bedrohung, Diebstahl von Wohnungsschlüsseln und unerlaubtem Waffenbesitz.

Das Urteil ist rechtskräftig

Das Gericht gelangte zur Ansicht, dass der Angeklagte, über ein "hohes Aggressionspotenzial" verfügt. Das habe sich mit den Jahren immer mehr gesteigert. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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