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Augsburg

22.10.2019

26-Jährige sorgt mit virtuellem Kochassistenten für Aufsehen

Vivien Bardosis virtueller Kochassistent hilft in einer real existierenden Küche beim Kochen.
Bild: Vivien Bardosi

Vivien Bardosi entwickelt eine Lösung, wie man nicht mehr ins Rezeptbuch schauen muss. Warum sie damit auf der Konferenz „Mensch und Computer“ überzeugt.

Vivien Bardosi kocht gerne und regelmäßig. Aber eines nervt die 26-Jährige ziemlich: Wenn sie das Kochen immer wieder unterbrechen muss, um im Smartphone oder Kochbuch nach dem Rezept zu schauen. Die Absolventin der Augsburger Hochschule hat deshalb etwas Neues entwickelt – einen virtuellen Kochassistenten. Er sorgte auf einer Konferenz in Hamburg für Aufsehen.

Vivien Bardosi ist Expertin für Interaktive Medien und will mit ihrem Projekt das Kochen in eine neue Dimension befördern. Und zwar von „Augmented Reality“ – also der computergestützten Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Mit ihrer Neuentwicklung wird der Nutzer direkt am Herd Schritt für Schritt durch ein Rezept geführt. Dafür muss er eine Spezialbrille aufsetzen, dann auf seinen Arbeitsplatz in der Küche schauen und dort einfach nur den eingeblendeten Anweisungen folgen. Sie werden in der realen Umgebung immer an der Stelle angezeigt, an der der Nutzer sie braucht. So behält man beim Kochen den Überblick, auch wenn man mehrere Handgriffe parallel erledigen muss. Ein Beispiel kann man in einem Online-Video anschauen.

Guided Cooking with Augmented Reality from Vivien Bardosi on Vimeo.

Der Assistent zeigt, wie man Zwiebeln schneidet

Bardosi kocht Rotwein-Risotto mit Ofenkürbis. Der virtuelle Kochassistent zeigt ihr während der Zubereitung alle Zutaten und Arbeitsschritte, etwa, wie man Schalotten richtig schneidet, wie man das Risotto richtig anrührt und wann man den Kürbis ofenfertig macht.

Vivien Bardosi wurde ausgezeichnet.
Bild: Vivien Bardosi

Über eine Blicksteuerung kann der Nutzer während des Kochprozesses mit der Anwendung interagieren. So hat er beide Hände frei. Falls nötig, kann er sich Tipps in Form von Bildern und Videos holen. So sieht man beispielsweise, wie Zwiebelwürfel aussehen, wenn sie glasig gedünstet sind. Bardosi sagt, mit ihrem Kochassistenten (Guided Cooking mit Augmented Reality) sei es sogar Kochanfängern möglich, ohne Probleme ein Gericht zuzubereiten. Aber auch fortgeschrittene Hobbyköche können davon profitieren. Bardosis Masterarbeit an der Hochschule wurde von Professor KP Ludwig John betreut.

Nun war sie mit ihrem Projekt auf einer großen Konferenz erfolgreich: auf der „Mensch und Computer“ in Hamburg. Dort gewann sie den Best Demo Award und kam auf den zweiten Platz in der parallel laufenden Challenge. Dafür erhielt sie zudem 1500 Euro Preisgeld. In der Konferenz mit fast 1000 Teilnehmern aus Wissenschaft und Wirtschaft sorgte der virtuelle Kochassistent bereits für Aufmerksamkeit bei Firmenvertretern. Nun hofft Bardosi darauf, Partner zu finden, die ihren Prototypen weiterentwickeln – sodass er vielleicht einmal für jedermann zu kaufen ist.

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