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300 Millionen für Schulsanierungen sind nicht der große Befreiungsschlag

Kommentar Von Stefan Krog
25.01.2021

Die 300 Millionen Euro für Augsburgs Schulsanierungen reichen bei Weitem nicht aus. Die Stadt wird einzelnen Schulen erklären müssen, warum sie erst später zum Zug kommen.

2015 zog die Stadt publikumswirksam das 300-Millionen-Euro-Paket aus dem Hut, um damit erstens zu zeigen, dass sie die Schulsanierungen mit großem Nachdruck angehen will und zweitens einen wahrnehmbaren finanziellen Gegenakzent zur nicht unumstrittenen Theatersanierung zu setzen (mittlerweile kostet diese bis zu 321 Millionen Euro). Die 300 Millionen Euro waren und sind ein großer Wurf, doch der große Befreiungsschlag, der alle Defizite auflöst, sind sie nicht. Darauf war von Anfang an hingewiesen worden, doch Verteuerungen bei diversen Projekten machten die Liste der Aufgaben, die man mit den 300 Millionen Euro erledigen kann, kürzer. Die steigenden Baukosten werden auch bei den Projekten der kommenden zehn Jahre noch für Probleme sorgen.

300 Millionen Euro für Augsburger Schulsanierungen reichen nicht aus

Mit ihrem neuen Slogan "Augsburg baut auf Bildung" verabschiedet sich die Stadt von Rahmenvorgaben bei Kosten und Zeit. Das ist wahrscheinlich auch realistisch, weil heute niemand sagen kann, was Sanierung X oder Neubau Y bei der Umsetzung in zehn oder 15 Jahren kosten wird. Erinnert sei an das Debakel bei der Fachoberschule/Berufsoberschule, wo man im nachvollziehbaren Bestreben, Kosten zu sparen, jahrelang an der Brandschutzplanung herumdokterte, bis klar war, dass der ganze Bau aus den 70ern saniert werden muss.

Klar ist: Die finanziellen Belastungen werden immens bleiben, zumal zur Ertüchtigung der Gebäude auch die Voraussetzungen für neue inhaltliche Konzepte (zum Beispiel Ganztagsklassen oder Mittagsbetreuung) geschaffen werden müssen. Bisher hat die Stadt beim Thema Schulfinanzierung Gas gegeben. Es wird aber niemals reichen, um alle Bedürfnisse in angemessener Zeit zu befriedigen. Umso wichtiger wird sein, gleichzeitig mit Schulen, Eltern und Schülern transparent darüber zu sprechen, welche Einrichtungen warum Vorrang haben. Denn genug für alle zur gleichen Zeit wird nicht da sein.

Lesen Sie den Artikel: Schulsanierungen: Die 300 Millionen Euro reichen nicht

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26.01.2021

Vor allem ist es nicht nachvollziehbar, dass für ein einzelnes Anwesen namens Staatstheater mittlerweile über 349 Millionen Euro veranschlagt werden.

Sind Prestigeobjekte wichtiger als Bildung?

Diese Frage muss sich die Stadtregierung mitsamt des Freistaats Bayern gefallen lassen. Bei einer günstigeren Planungsvariante für das Theater könnte man die freigeschaufelten Summen der Schulsanierung zukommen lassen. Hier muss die sture "Augen-zu-und-durch-Haltung" seitens des Teams von Frau Weber endlich aufgegeben werden.

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