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Prozess in Augsburg

14.04.2015

36-Jähriger terrorisiert Ex-Freundin mit Tausenden SMS und Anrufen

Ein 36-Jähriger terrorisierte seine Ex mit zahlreichen Anrufen und SMS. Jetzt muss er ins Gefängnis.
Bild: Britta Pedersen (dpa) / Symbolfoto

Ein 36-Jähriger terrorisierte seine Ex-Freundin mit zahlreichen Anrufen und SMS. Dafür muss er nun ins Gefängnis.

Er kann‘s einfach nicht lassen. Ein 36-jähriger Mann, der seine Ex-Freundin über Monate hinweg mit Tausenden von SMS-Nachrichten und zahlreichen Anrufen terrorisierte, erweist sich als besonders hartnäckig und unbelehrbar. Obwohl er im August 2014 vom Amtsgericht wegen „Nachstellung“ zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt wurde, griff er schon am Tage nach dem Schuldspruch erneut zu seinem Handy und begann, die Ex wieder mit Anrufen, vorzugsweise bei Nacht, zu belästigen. Der uneinsichtige Stalker bekam nun die Quittung: Amtsrichterin Yvonne Möller schickte ihn für neun Monate in den Knast.

Die einjährige Beziehung zwischen dem Mann und einer um zehn Jahre älteren Frau ging im Sommer 2013 zu Ende. Sie machte Schluss. Die Antwort des sich offenbar gedemütigt fühlenden Mannes: eine Flut von über 3000 SMS-Nachrichten, garniert mit zahllosen Handy-Anrufen, in einer Nacht einmal 154 an der Zahl. Das Opfer wechselte dreimal die Rufnummer – vergebens.

Opfer litt unter Angstzuständen

Die Frau konnte nicht mehr schlafen, litt unter Angstzuständen, ging abends nicht mehr allein aus dem Haus, war lange krankgeschrieben, musste sich in psychologische Behandlung begeben. Ende August 2014 wurde der Liebhaber wegen Stalkings zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Warnschuss nutzte nichts. Immer wieder rief er bei seiner Ex und an deren Arbeitsplatz an, spionierte die geänderten Rufnummern aus.

Der Telefonterror mündete nun in einem weiteren Prozess. Vor Gericht drehte er den Spieß um, stellte sich selbst als Opfer der geplatzten Beziehung dar. Seine Ex habe ihn ausgenutzt, habe für Sex Geld verlangt. „Sie hat meine ganzen Ersparnisse aus mir rausgezogen“, behauptete er nun. Dass er die Frau erneut häufig angerufen habe, räumte der Angeklagte ein. Aber: „Sie hat zuerst angerufen, hat mich immer beschimpft und wirres Zeug geredet. Ich war dann so in Rage, alles kam wieder hoch, dann hab ich zurückgerufen.“ Bis zu 27 Mal am Tag, so sagte das Opfer im Zeugenstand aus, bestreitet jedoch vehement, zuerst selbst den Kontakt gesucht zu haben. „Es belastet mich sehr. Ich will aber nur meine Ruhe haben.“

Gericht glaubt Zeugin

Das Gericht glaubte der Zeugin. Weil der Angeklagte in der Zwischenzeit wegen eines Diebstahlsdelikts unter offener Bewährung steht, sah Richterin Möller keinen Grund, noch einmal Gnade walten zu lassen. Der Dauer-Stalker muss, wenn das neuerliche Urteil rechtskräftig wird, ins Gefängnis.

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