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Augsburg

28.05.2020

360 Wohnungen im Textilviertel: Bauprojekt wertet Martinipark auf

Die Häuser des ersten Bauabschnitts im Martinipark sind fertiggestellt. In Sichtweite ist die Baustelle für den zweiten Bauabschnitt. Diese Häuser sollen im Frühjahr 2021 fertiggestellt sein.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Bis Frühjahr 2021 werden insgesamt 360 Wohnungen im Augsburger Textilviertel entstanden sein. Der große Park wird künftig für alle Bürger geöffnet sein.

Die Firma Instone hat ihr Bauprojekt mit 400 Wohnungen am Hauptbahnhof vorerst auf Eis gelegt. Derzeit gebe es nicht die nötige Nachfrage für exklusives Wohnen in guter Lage. Andere Experten schätzen die Situation differenzierter ein. Wolfgang Geisler, Geschäftsführer der Augsburger Firmengruppe Martini, sagt: „Durch die Corona-Pandemie gibt es sicherlich eine Delle auf dem Immobilienmarkt in Augsburg.“ Er gehe jedoch davon aus, dass die Branche nicht in die Krise schlittere: „Für gute Projekte besteht weiterhin Bedarf.“

Martini zieht im Textilviertel derzeit selbst ein großes Bauprojekt durch. Es geht um 360 Wohnungen, von denen 230 bereits fertig sind. Sie sind zum großen Teil vermietet. Es handelt sich um ein 65-Millionen-Euro-Projekt unter dem Motto „Wohnen im Martinipark“. Vermarktet werden Ein-Zimmer-Apartments bis Fünfzimmerwohnungen mit einer Wohnfläche von 35 bis 120 Quadratmetern. Die Miete liegt zwischen 10,50 und 13 Euro pro Quadratmeter.

Wohnungen im Martinipark Augsburg werden vermietet

Das Besondere am Projekt, das im Frühjahr 2018 gestartet wurde, ist die Rolle der Firma Martini. Sie errichtet 260 Wohnungen. Die Immobilien werden nicht zum Verkauf angeboten, sondern ausschließlich vermietet. Martini sucht die Mieter selbst aus. „Es ist eine bunte Mischung“, sagt Geisler. Es gebe ältere Ehepaare, die nahe der Innenstadt leben möchten. Zu den Mietern gehörten ferner Personen, die neu nach Augsburg gezogen sind. Mancher habe aber seinen Arbeitsplatz weiter in der Nähe von München.

Der erste Bauabschnitt mit 133 Wohnungen ist zum Jahreswechsel fertig geworden. Mehr als 90 Prozent der Wohnungen seien vermietet, sagt Geisler. Der zweite Bauabschnitt mit 132 Wohnungen werde voraussichtlich im Frühjahr 2021 fertig. Der Fichtelbach und der Hanreibach fließen durch die Anlage. Beim Wohnprojekt arbeitete Martini von Anfang an mit Partnern zusammen. Es gibt 100 Wohnungen, die staatlich gefördert werden. Drei Familiengesellschaften und das Dominikus-Ringeisen-Werk sitzen im Boot. Die fertigen Wohnblöcke stehen an der Nagahama-Allee, einem Teilstück der Schleifenstraße.

Was das Wohnen im Augsburger Martinipark besonders macht

Für Familien, die im Martinipark leben, gibt es ein zusätzliches Angebot: Begonnen wurde mit dem Bau einer Kindertagesstätte. Mehr als 100 Kinder sollen künftig betreut werden, Betreiber sind die Johanniter. Wenn das Bauprojekt abgeschlossen ist, sollen auch Bürger, die nicht in der Anlage wohnen, profitieren. Der Martinipark, zu dem ein Gewerbekomplex gehört, wird für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein Rad- und Gehweg führt entlang der neuen Häuser. Die Aufenthaltsqualität wird vor allem durch einen Park mit vielen alten Bäumen erhöht. Die Grünanlage ist für alle geöffnet, was von Anfang an Wunsch der Stadtteilbewohner war.

Geisler weist aber darauf hin, dass es auf dem 24 Hektar großen Areal mit Wohnungen und Gewerbe Änderungen geben werde. Der gewerbliche Bereich werde durch einen Zaun und eine Hecke abgegrenzt. Es werde künftig also nicht möglich sein, vom Fußweg aus die Produktions- und Lagerhallen anzusteuern. Die öffentliche Zufahrt zum Gewerbepark erfolgt über zwei Tore. Nachts und am Wochenende ist geschlossen. Nur Berechtigte können die Schranke dann öffnen. „Ich denke, am großen Park werden sich viele Augsburger erfreuen“, sagt Geisler.

Im Martinipark in Augsburg gibt es nicht nur Wohnungen

Weil das Gelände groß ist, gibt es eine zweite Grünanlage, den kleinen Martinipark. Er befindet sich entlang der Reichenberger Straße. Für diese Grünzone gibt es seit Längerem Überlegungen, wie der Park ebenfalls für die Bevölkerung geöffnet werden könnte. Die Beratungen mit der Stadt laufen. Es ist davon auszugehen, dass Teile der Mauer herausgerissen werden, um ein Tor zu installieren. Ein solches Tor existiert bereits an der Schäfflerbachstraße. Das ist der Zugang zum Theater im Martinipark. Weil derzeit das Große Haus am Kennedyplatz saniert wird, benötigte das Staatstheater Ausweichspielstätten. Fündig wurde des unter anderem im Martinipark.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Das Textilviertel ist auf dem richtigen Weg

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