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Augsburg

25.09.2017

400 Mitarbeiter aus dem Klinikum streiken für mehr Personal

Rund 400 Mitarbeiter des Klinikums nahmen heute an dem Warnstreik teil.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Beschäftigten im Pflegebereich fordern Mindeststandards für die Besetzung von Stationen und bessere Ausbildungsbedingungen.

Rund 400 Beschäftigte des Augsburger Klinikums sind heute in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Klinikmitarbeiter zum ganztägigen Arbeitskampf aufgerufen, weil der Vorstand des Klinikums sich nach ihren Angaben geweigert hatte, Tarifverhandlungen für Entlastung des Klinikpersonals aufzunehmen. Die Gewerkschaft fordert eine Mindestpersonalausstattung, einen Belastungsausgleich und die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen.

Durch den Streik waren nach Angaben von Verdi 13 von 32 Operationssäle geschlossen und etwa 200 von 1751 Krankenhausbetten betroffen. Eine Gefährdung der Patienten wurde durch eine Notdienstvereinbarung ausgeschlossen, die zwischen Verdi und dem Arbeitgeber abgeschlossen wurde.

„Mehr Personal auch nach der Wahl“

Die Demonstration führte die Mitarbeiter vom Plärrer zum Rathausplatz. „Mehr Personal auch nach der Wahl“ oder „Jeder Tag ist ein Kampf und wir kämpfen ihn für bessere Bedingungen in der Pflege“ stand unter anderem auf den Transparenten. Stefan Jagel von Verdi Augsburg stellte fest, dass die Situation in den Krankenhäusern nahe am Kollabieren sei. „Überall kracht es im System. Unsere Geduld ist am Ende“, sagte er. Schwester Renate, 61, schilderte, dass sie teilweise zu zweit die Pflege auf einer Station mit 44 Patienten bewerkstelligen müssten. Die Personaldecke sei so dünn, dass niemand mehr einspringen würde, wenn mal ein Kollege krank ist. So ergeht es auch einer Krankenschwester aus der Kardiologie. Den Nachtdienst müsse sie teilweise alleine stemmen, so die 30-Jährige. „Mein ganzes Leben kann ich unter den Umständen nicht ganztags arbeiten“, sagte sie auf dem Rathausplatz. Es sei einfach zu anstrengend. Kollegen würden zehn Tage durcharbeiten, um nach einer zweitägigen Pause wieder zehn Tage am Stück zu arbeiten. „Die Folge ist, dass keine Zeit mehr für Pflege bleibt“, betonte Jagel. Nach den Koalitionsverhandlungen bräuchte es eine Gesamtlösung für die Pflegekräfte im Krankenhaus und vor allem auch eine Mindestbesetzungsregel.

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