Newsticker

Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf höchstem Stand seit April
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. 500 Euro weniger im Monat

09.07.2010

500 Euro weniger im Monat

Am Anfang war natürlich auch die Freude über die freie Zeit. Aber das ging schnell vorbei. Nach fast eineinhalb Jahren Kurzarbeit ist die Stimmung bei vielen manroland-Mitarbeitern nun ziemlich am Tiefpunkt angelangt.

Günter Weber ist einer der Betroffenen. Der 50-jährige dreifache Familienvater arbeitet seit 22 Jahren im Unternehmen, zuletzt in der Blechfertigung. Doch seinen Arbeitsplatz sieht er kaum noch. "Bis zu 15 Tage im Monat bleiben wir zu Hause." Mittlerweile könne man schon "depressiv" werden, sagt Weber. Immer frage man sich: "Was passiert mit uns, was bringt die Zukunft?" Und: "Kommen wieder Aufträge? Bleibt der Arbeitsplatz erhalten?" Der Druck auf ihn und seine Kollegen sei gewaltig.

Urlaubsreise schon letztes Jahr gestrichen

Viele wüssten auch nicht, wohin mit der freien Zeit. "Manche kämpfen", weiß Weber. Die Unsicherheit sei das Schlimmste. Nach weit über einem Jahr Kurzarbeit mit verringerten Bezügen kämpfen zudem viele mit finanziellen Problemen. Weber muss jeden Monat mit rund 500 Euro netto weniger im Geldbeutel rechnen. Da muss man gehörig zurückstecken und es darf nichts Größeres passieren. Urlaubsreise? "Schon letztes Jahr gestrichen", sagt der 50-Jährige.

500 Euro weniger im Monat

Er versucht, sich mit sportlichen Aktivitäten fit zu halten und die Zeit zu überbrücken. "Wir hoffen alle, dass es bald wieder Aufträge und mehr Arbeit gibt." Denn es gebe kaum etwas Erschreckenderes zu sehen als menschenleere Produktionshallen. "Das ist echt schockierend", sagt Weber.

Nur an acht Tagen in die Arbeit

Es gibt Mitarbeiter beim Druckmaschinenhersteller manroland, die trifft Kurzarbeit überhaupt nicht, andere arbeiten gar nicht mehr. Das Gros der 3000 Mitarbeiter kann aber nur an acht Tagen im Monat arbeiten, weiß Betriebsratsvorsitzender Jürgen Bänsch. Seit Anfang 2009 läuft die Kurzarbeit. Und sie ist noch bis Februar 2011 verlängert worden. Man hofft dann auf neue Aufträge. Facharbeiter werden verstärkt an Firmen ausgeliehen, die noch genügend Arbeit haben. (fau)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren