Newsticker

16.700 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. 69-Jähriger mit Gehstock verprügelt Frau auf offener Straße

Augsburg

29.04.2015

69-Jähriger mit Gehstock verprügelt Frau auf offener Straße

Mit einem Gehwagen erschien der 69-jährige Angeklagte vor Gericht, wo er sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten musst.
Bild: Symbolfoto, Mathias Wild

Ein 69-Jähriger hat eine Frau auf offener Straße mit der Faust und mit seinem Gehstock geschlagen. Beim Prozess machte der Rentner dagegen einen wenig rüstigen Eindruck.

Der Angeklagte macht einen bemitleidenswerten Eindruck. Mit dem Gehwagen schleppt er sich mühsam in den Sitzungssaal, wirkt völlig kraftlos. Folgt man allerdings der Anklageschrift, über die Amtsrichterin Yvonne Möller zu urteilen hat, dann scheint der 69-Jährige doch noch recht rüstig, um nicht zu sagen: recht schlagkräftig zu sein.

Ihm wird der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung gemacht. An einem helllichten Nachmittag im Oktober 2014 soll es in einer kleinen Grünanlage in Kriegshaber zu einem seltsam anmutenden Vorfall gekommen sein. Dort soll der Rentner eine Spaziergängerin, 57, die mit ihrem Hund Gassi ging, mit der Faust ins Gesicht und gegen den Rücken geschlagen haben.

Nachdem sich das Opfer mit Pfefferspray zur Wehr gesetzt hatte, soll der Angeklagte Frauchen noch mit einem Krückstock aus Metall einen kräftigen Hieb versetzt haben. Warum das alles? Der Hintergrund der Attacke bleibt weitgehend im Dunkeln. Opfer und Täter wollen sich, obwohl sie in der Nachbarschaft wohnen, „überhaupt nicht persönlich“ kennen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Zeuge hat das Ende der Auseinandersetzung beobachtet

Der Rentner behauptet: „Sie hat immer die Gosch auf und beschimpft mich“. Auch am Tattag habe sie von hinten gerufen: „Du Hund, du bist schon wieder da“. Plötzlich habe sie ihm Pfefferspray in die Augen gesprüht. „Ich hatte wahnsinnige Schmerzen“. Dass er die Kontrahentin geschlagen, ja mit dem Gehstock verprügelt habe, könne gar nicht sein. „Ich bin krank. Ich habe gar keine Kraft, um zu schlagen."

Die Frau mit Hund schildert den Zwischenfall so: „Er wollte mich am Hals packen, schlug auf mich ein. Deshalb sprühte ich, dann lief ich weg. Er kam hinter mir her, holte mich ein und erwischte mich mit seinem Stock“. Ein junger Mann, der das Finale beobachtet hatte, bestätigt als Zeuge, dass der offenbar gehbehinderte Rentner noch ganz gut zu Fuß war. „Er ist richtig hinter der Frau hergerannt. Das hat mich selbst gewundert, dass der noch so laufen kann.“

Richterin Yvonne Möller stützt ihr Urteil auf die Zeugenaussagen und verdonnert den schlagkräftigen Senior zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten und einer Geldauflage von 1400 Euro.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren