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Augsburg

08.08.2015

800 Gegner demonstrieren gegen 13 Rechtsextreme

Friedensfest, Nachtlauf, Demo, Jakobsplatz, Bündnis für Menschenwürde,
3 Bilder
Etwa 800 Gegner demonstrierten gegen die Lesung der Bürgerinitiative Ausländerstopp.
Bild: Peter Fastl

Auf dem Jakobsplatz in Augsburg ist die Demo der rechtsextremen Bürgerinitiative Ausländerstopp auf viel Widerstand gestoßen. Etwa 800 Gegendemonstranten versammelten sich.

13 Rechtsextreme haben sich heute um 13 Uhr zur Demo der Bürgerinitiative Ausländerstopp auf dem Augsburger Jakobsplatz versammelt – und standen dort einem ungleich größerem Aufgebot an Gegnern gegenüber: Etwa 800 Menschen folgten dem Aufruf, am Friedenfest ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Das „Bündnis für Menschenwürde“ aus Initiativen, Gewerkschaften, Parteien und Kirchen hatte diese Menschenmasse mobilisiert.

Treffpunkt des Bündnisses war kurz vor 13 Uhr in der Steingasse gewesen unweit der Friedenstafel, die gerade auf dem Rathausplatz abgehalten wurde. Viele Teilnehmer der Tafel schlossen sich dem „Bündnis für Menschenwürde“ an und liefen den Perlachberg hinunter in Richtung Jakobsplatz. „Augsburg ist bunt“ lautete die Aufschrift vieler Transparente, aber auch „Zu Risiken und Nebenwirkungen von Nazi-Aufmärschen lesen Sie in Geschichtsbüchern oder fragen Sie Ihre Großeltern“ bei einem Transparent der Grünen.

Die Polizei hatte den Platz abgesperrt und gesichert. Die Rechtsextremen um den früheren NPD-Funktionär Roland Wuttke standen inmitten des Platzes, die Teilnehmer des Bündnisses für Menschenwürde in Sichtweite rund 35 Meter gegenüber. „So konnte die Versammlung stabil verlaufen“, sagte Einsatzleiter Werner Bayer von der Polizeiinspektion Augsburg Mitte. Es gab keine Zwischenfälle.

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"Frieden und die Vielfalt in Augsburg hochhalten"

Für das Bündnis der Menschenwürde sprachen Bürgermeisterin Eva Weber, Stadtdekanin Susanne Kasch, Stadtdekan Helmut Haug, DGB-Gewerkschaftsvertreter Tim Lubecki und Hüseyin Yalcin für das „Bündnis für Menschenwürde“. „Wir müssen den Frieden und die Vielfalt in Augsburg hochhalten. Wir müssen laut sein, damit die Demokratie beschützt wird“, sagte Eva Weber. „Augsburg ist bunt und so soll es auch bleiben“, sagte Hüseyin Yalcin. Die Teilnehmer der Demonstration gegen Rechtsextreme riefen: „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda.

Roland Wuttke hielt währenddessen seine Demonstration unter dem Motto „Die Lüge vom Frieden“ ab und las aus Akif Pirinccis umstrittenen Buch „Deutschland von Sinnen“. Nach einer Dreiviertelstunde verließen die Teilnehmer der Demonstration gegen Rechtsextreme wieder den Jakobsplatz in Richtung Friedenstafel. „Zurück blieben Teilnehmer aus dem linken Aktionsbereich“, so der Leitende Polizeidirektor Werner Bayer. Eine weitere Dreiviertelstunde wurde auf dem Jakobsplatz demonstriert, bevor Wuttke die Aktion für beendet erklärte und ankündigte, zum Friedensfest 2016 wiederkommen zu wollen.

Roland Wuttke (rechts) rief zu der Lesung der Bürgerinitiative Ausländerstopp auf.
Bild: Peter Fastl
 

Ursprünglich hatten die Rechtsextremen ihre Veranstaltung auf dem Rathausplatz abhalten wollen, der aber unter anderem mit der Friedenstafel komplett belegt ist. Das Ordnungsamt verbot dort eine weitere Kundgebung.

Ein Rechtsextremer musste eine Tätowierung abkleben

Ein Teilnehmer der Rechtsextremen war kurzfristig noch vor der Demonstration verhaftet worden. „Auf seinen Arm war ein verbotenes Symbol tätowiert. Das musste er abkleben und durfte dann an der Demo teilnehmen. Er wird aber natürlich angezeigt“, so Bayer. Bei einem Teilnehmer aus dem linken Lager wurde bei einer polizeilichen Kontrolle Holz und Farbe sichergestellt, die offenbar für eine Aktion mitgebracht worden waren. „Das wurde ihm abgenommen“, sagte Bayer.

Ein Teilnehmer der Demonstration gegen Rechtsextreme hatte bei der Hitze Kreislaufprobleme und wurde notversorgt. Gegen 14.30 Uhr war die Demonstration beendet. „Wir waren sehr positiv überrascht, wie viele Augsburger an unserer Demo teilgenommen haben. Ein starkes Signal, dass sie ihr Friedensfest gegen die Rechten verteidigen“, sagte Matthias Strobel, der die Demo für das „Bündnis für Menschenwürde“ angemeldet hatte.

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