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Augsburg

14.07.2020

A8 gesperrt: Wegen Bombenfund droht rund um Augsburg Stau

Auf einem Grundstück in der Pöttmeser Straße in Augsburg ist eine Weltkriegsbombe entdeckt worden. Für die Entschärfung soll auch die A8 gesperrt werden. Dort drohen Staus.
Bild: Oliver Reiser (Symbol)

Plus Am Mittwoch soll in Lechhausen ein Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigt werden, die A8 wird dafür gesperrt. Rund um Augsburg könnte es Verkehrsstaus geben.

In Augsburg könnte es kommende Woche zu einem Verkehrschaos größeren Ausmaßes kommen. Grund ist ein Einsatz rund um den Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Lechhauser Gewerbegebiet in der Pöttmeser Straße. Wie die Stadt mitteilt, sei dort bereits im vergangenen Jahr in einem Acker eine Bombe entdeckt worden, die etwa zwei Meter unter der Oberfläche im Grundwasser liegen soll. Sie soll am kommenden Mittwoch beseitigt werden – mit Auswirkungen für Anwohner, Gewerbe und Autofahrer.

Sperrung der A8 wegen Bombe: Um Augsburg drohen Staus

Nach Angaben der Stadt müssen etwa einhundert Anwohner in der Zeit des Einsatzes in Sicherheit gebracht werden. Ab 17 Uhr soll in einem Radius von 1000 Metern um das betroffene Grundstück eine Sperrzone errichtet werden, in der dann ein Betretungs- und Aufenthaltsverbot gilt. Um voraussichtlich 22 Uhr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Weil in diesen Radius auch ein Streckenabschnitt der A8 fällt, sei an dem Tag ab 17.30 Uhr auch eine Vollsperrung in beide Richtungen zwischen den Anschlussstellen Augsburg-Ost und Dasing erforderlich, so die Stadt.

Die Umleitung soll von Dasing bis Friedberg über die B300 verlaufen, dann über die Kreisstraße AIC25, die Südtiroler und Aindlinger Straße bis zur Anschlussstelle Augsburg-Ost gehen, ebenso in der Gegenrichtung. Die Sperrung der Autobahn wird also noch mitten in der Zeit des Berufsverkehrs erfolgen, Tausende Pendler zwischen München und Augsburg dürften betroffen sein.

Bombenfund in Augsburg: Anwohner müssen evakuiert werden

Die Größe des Radius gibt zugleich einen Hinweis auf die mögliche Größe des Fundes im Boden: Pro Kilogramm Gewicht der Bombe soll in der Regel ein Gebiet von einem Meter Radius evakuiert werden, was bei einem Radius von 1000 Metern ein potenzielles Gewicht von einer Tonne bedeutete. Es ist allerdings ein Detail, das noch unklar ist: Nach Auskunft der Stadt konnte die genaue Beschaffenheit aufgrund der Lage im Wasser und ohne Bewegung der Bombe, was die Gefahr einer ungeplanten Detonation erhöhen würde, noch nicht festgestellt werden. Die Stadt gibt das Gewicht der Bombe mit etwa 500 bis 1000 Kilogramm an.

Oft stoßen Bauarbeiter auf Fliegerbomben. Der jetzige Blindgänger liegt zwar in der Nähe einer Baustelle, ist aber kein Zufallsfund, wie Andreas Heil erläutert, der Betriebsleiter bei der für Kampfmittelräumung in Bayern zuständigen Firma Tauber ist. Bereits vor etwas mehr als einem Jahr hatte es in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Fund einen Bombenfund gegeben. Damals hatte ein Bagger eine 500 Kilo schwere Fliegerbombe bei Bauarbeiten freigelegt. Danach, so Heil, habe man unter anderem Luftbilder der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg analysiert, um zu überprüfen, wo in dem Bereich noch möglicherweise explosive Blindgänger liegen könnten. Diese Luftbilder hätten Hinweise auf weitere Kampfmittel im Boden gegeben – die sich bei Untersuchungen vor Ort erhärtet hätten.

Bombenfund bei A8 in Augsburg: Luftbilder aus dem Weltkrieg gaben Hinweise

Kein unübliches Vorgehen, mehrere Spezialfirmen bieten in Deutschland derartige Analysen an, ob in einem bestimmten Gelände Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Die Stadt bestätigt auf Anfrage, dass nach dem Fliegerbombenfund im vergangenen Jahr auf dem Grundstück Sondierungsarbeiten ausgeführt wurden, „in deren Zuge es zur Auffindung der nun zu entschärfenden Bombe kam“. Laut städtischem Amtsblatt wurde die jetzige Bombe bereits am 19. August vergangenen Jahres entdeckt.

Der Sprengkörper werde am kommenden Mittwoch in den Abendstunden und außerhalb der üblichen Geschäftszeiten entschärft, um möglichst wenig Einschränkungen für die in der Evakuierungszone liegende Vielzahl von Unternehmen zu erreichen, heißt es von der Stadt. Eine Entschärfung am Wochenende sei nicht möglich, da der Kampfmittelräumdienst dort nur für dringende Eilfälle zur Verfügung steht. Da von der Bombe aktuell keine Gefahr ausgehe, handle es sich nicht um einen solch eiligen Fall. Von einer früheren Entschärfung sahen die Behörden offenbar auch aufgrund der Corona-Einschränkungen und dem im März ausgerufenen Katastrophenfall ab, der Mitte Juni wieder aufgehoben wurde.

Die Stadt will die betroffenen rund 100 Anwohner im Vorfeld kontaktieren und jenen Menschen eine Unterkunft anbieten, die für die Zeit des Einsatzes eine benötigen. Das Ende des Betretungs- und Aufenthaltsverbots am Mittwoch wollen die Sicherheitskräfte per Lautsprecherdurchsage und über die App „Nina“ gekannt geben.

Alles zur Entschärfung der Fliegerbombe und der Sperrung der A8 lesen Sie hier: Bombentschärfung in Augsburg: A8 am Mittwoch gesperrt, Anwohner werden evakuiert

Lesen Sie auch: Die Bombe schweißte diese beiden Männer zusammen

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09.07.2020

Davon dass man solche Aktionen auch am Wochende spätabends erledigen könnte haben die "Allgemeinverfügungsentscheider" noch nie was gehört...
Wenn die Lage des Blindgängers seit letztem Jahr bekannt ist, was wohl niemand so richtig gestört hat, jetzt zur Hauptverkehrszeit so "einen Hermann" zu machen ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten...
Und kommt mir ja keiner von wegen "Gefahr im Verzug"....hat ja ein schlappes Jahr niemand gejuckt...

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09.07.2020

Da war der Lockdown (man weiß davon ja schon seit letztem Jahr, dass da die Bombe liegt), wäre ein gute Zeit gewesen bei extrem wenig Verkehr. Dann könnte man sowas ja auch am Samstagabend machen oder um 2 h nach hinten verschieben.

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09.07.2020

Gut ausleuchten, und nachts machen.... sind die wenigsten unterwegs .........

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09.07.2020

Wäre ja auch unzumutbar das während des Lockdowns, wo eh niemand unterwegs war, zu machen. Lieber zur Hauptverkehrszeit die Autobahn sperren und die an der Umleitungsstrecke gelegenen Gemeinden ins Verkehrschaos sicken! Gut überlegt!

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