Newsticker
Johnson & Johnson verschiebt Einführung von Corona-Impfstoff in Europa
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Abrechnung in der Innenstadt-CSU: Wayne Chico Pittman bleibt Vorsitzender

Augsburg

07.03.2021

Abrechnung in der Innenstadt-CSU: Wayne Chico Pittman bleibt Vorsitzender

In der Kongresshalle kamen am Sonntag 70 Parteimitglieder der Innenstadt-CSU zusammen, um den Vorstand zu wählen.
Foto: Peter Fastl

Plus Nach dem Eklat vor drei Wochen bestätigt der Ortsverband seinen bisherigen Vorsitzenden. Zuvor gibt es aber einen Schlagabtausch zwischen den Lagern.

Drei Wochen nach der nach einem Eklat abgeblasenen Vorstandswahl im CSU-Innenstadt-Ortsverband hat es am Sonntag eine Neuauflage der Veranstaltung gegeben. Mit 44 zu 26 Stimmen setzte sich der bisherige Vorsitzende Wayne Chico Pittman gegen seinen Gegenkandidaten Michael Fäustlin durch.

Der Kampfabstimmung ging eine mehr als halbstündige Debatte und Abrechnung im rund 160 Mitglieder starken Verband voraus. Die Konfliktlinien erinnern an den Streit innerhalb der CSU, der die ganze Partei vor Jahren vor eine Zerreißprobe stellte und eine Spaltung der Stadtratsfraktion zur Folge hatte. Die Größenordnung hat der aktuelle Konflikt, bei dem des neben persönlichen Befindlichkeiten um die Frage geht, wie konservativ oder liberal die CSU sein soll, aber bei weitem nicht mehr.

"Erneuerung in die CSU reinbringen"

Wie berichtet musste die Versammlung vor drei Wochen kurzfristig abgebrochen werden, nachdem deutlich mehr Parteimitglieder erschienen, als angemeldet waren. Im Hinblick auf den Infektionsschutz war der Raum zu klein. Dem Vernehmen nach fielen Beleidigungen, auch die CSU-Landesleitung wurde eingeschaltet. Offenbar hatte beide Lager im Innenstadtverband ihre Mitglieder mobilisiert, nachdem sich eine Kampfabstimmung abzeichnete. Pittman kann man dem Lager um CSU-Fraktionschef Leo Dietz zurechnen, Fäustlin wurde vom Ehrenvorsitzenden des Innenstadtverbandes, Rolf von Hohenhau, vorgeschlagen. Von Hohenhau, seit Jahrzehnten in der CSU aktiv, kann zum konservativen Flügel gezählt werden, Dietz vertritt im Stadtrat den liberaleren Kurs von Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU). Pittman sagte in seiner Bewerbungsrede, er wolle „Erneuerung in die CSU reinbringen“. Der Verband habe in den vergangenen Jahren etliche Neueintritte zu verzeichnen gehabt.

Gegen die Vorsitzendes des Augsburger Innenstadtverbands wurde ermittelt

Der Innenstadtverband war 2017 dadurch aufgefallen, dass gegen seinen damaligen Vorsitzenden ermittelt wurde, weil er als Beschäftigter der Stadt in krumme Geschäfte auf einem Friedhof verwickelt gewesen sein sollte. Er wurde freigesprochen, warf sein Amt aus Enttäuschung über Teile der CSU-Führung trotzdem hin. Daraufhin übernahm Pittman den Vorsitz. Von Hohenhau warf Pittman vor, die Innenstadt-CSU sei unter seiner Führung kaum wahrnehmbar und politisch bedeutungslos. „Jeder, der nicht ganz linientreu ist, wird ausgesondert“, so ein von Hohenhau nahestehendes Mitglied. Ex-Stadtrat Thorsten Große sagte, viele unter Pittman eingetretene Neumitglieder kämen nur alle zwei Jahre zur Wahl und seien sonst nicht aktiv.

Von einem Mitglied, das Weber im Wahlkampf tatkräftig unterstützt hatte, musste sich Große im Gegenzug vorhalten lassen, in den vergangenen zwei Wahlkämpfen für Kurt Gribl und Weber abgetaucht zu sein. Das gelte für einen Großteil aus der alten Garde im Ortsverband.

Auch in Inningen gab es Ärger

Neben der Innenstadt gab es bei der CSU zuletzt im Inninger Ortsverband Ärger. Wie berichtet warf der frühere Vorsitzende Oliver Heim der Augsburger CSU vor, diejenigen auszubooten, die nicht auf Linie seien. Der Inninger Verband, der jetzt unter neuer Führung steht und sich stärker auf die Stadtteilarbeit konzentrieren will, galt der Augsburger Parteiführung als zu weit rechts, nachdem er etwa den umstrittenen früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen nach Vermittlung durch die Werteunion eingeladen hatte. Bei der Werteunion handelt es sich um eine konservative Bewegung innerhalb von CDU/CSU. Auch der unterlegene Innenstadt-Kandidat Fäustlin engagiert sich dort, nach eigener Auskunft fast ausschließlich in mobilitätspolitischen Fragen, die seine Arbeit als Architekt betreffen.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren