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Augsburg

28.11.2019

Änderung der Straßennamen: Stadt will mit Bürgern sprechen

Die Langemarckstraße in Kriegshaber soll umbenannt werden.
Bild: Wyszengrad

Die Langemarckstraße und die Dr.-Mack-Straße werden wohl bald anders heißen. Vor der endgültigen Entscheidung gibt es Gespräche mit Anwohnern.

Die Langemarckstraße in Kriegshaber und die Dr.-Mack-Straße nahe dem Universitätsklinikum werden wohl bald anders heißen. So hat es der Augsburger Stadtrat am Donnerstag entschieden. Die Betonung liegt bei der Langemarckstraße gegenwärtig auf "soll umbenannt werden". Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat im April 2020. Zuvor gibt es Gespräche mit Anwohnern, um sie ein Stück weit bei der geplanten Umbenennung einzubinden. Mit der Namensgebung wird sich jedoch noch der amtierende Stadtrat befassen.

Augsburg: Langemarckstraße hat 900 Anwohner

Geplant sind Bürgersprechstunden mit Anwohnern und Gewerbetreibenden. Für sie ändert sich wohl bald die Adresse. Bei diesen Terminen wird die Stadt mit Mitarbeitern der Kulturverwaltung und Wirtschaftsförderungen vertreten sein. Sie erläutern, warum die Namensänderung aus Sicht des Stadtrats nötig sei, sagt Oberbürgermeister Kurt Gribl. In der Langemarckstraße sind es 900 Anwohner. Die Dr.-Mack-Straße konzentriert sich in erster Linie auf das Universitätsklinikum und das Bezirkskrankenhaus. Hier ist die Umbenennung beschlossen. Die Langemarckstraße ist benannt nach dem Ort einer Schlacht im Ersten Weltkrieg in Belgien. Die Nazis hatten sie im Jahr 1939 umbenannt. Aus der Habsburgerstraße wurde die Langemarckstraße.

Diskussion mit Sitzungsunterbrechung des Augsburger Stadtrates

Im Stadtrat gab es eine intensive Diskussion, die zudem zu einer Sitzungsunterbrechung führte, weil über eine Vielzahl an Einzelanträgen abzustimmen war. Unterm Strich bleibt als zentrale Botschaft: der Stadtrat will die Umbenennung, zuvor werden jedoch die Anwohner gehört. Die Grünen stimmten gegen diesen Weg. Sie hätten es begrüßt, wenn der Stadtrat unverzüglich zur Tat geschritten wäre.

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Die Kommission für Erinnerungskultur hatte die Empfehlung ausgesprochen, die Dr.-Mack-Straße und die Langemarckstraße umzubenennen. Verena von Mutius-Bartholy (Grüne), Mitglied der Erinnerungskultur, kritisierte, dass die Empfehlung nochmals auf den Prüfstand gestellt werde. Eine Bürgerbeteiligung sei nicht die Intention der Kommission gewesen: „Es ist fast unverantwortbar, das Thema nochmals aufzumachen.“ Max Weinkamm (CSU) entgegnete: „Es ist bemerkenswert, wenn eine Grüne gegen eine Bürgerbeteiligung ist.“ Marc Zander (CSU) sagte, dass er der Umbenennung nicht zustimmen wolle. Das habe aber nichts mit seiner Haltung zur NS-Zeit zu tun: „Nie wieder.“ Aufklären darüber sei der richtige Schritt.

Wie die Straßen künftig heißen werden, ist offen. Die Suche soll transparent verlaufen, heißt es. Im Bauausschuss werden die Stadträte die neuen Namen dann absegnen. Erfolgt der Namenswechsel, werden Schilder vor Ort über die alten Namen zudem informieren.

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Die Diskussion ist geschlossen.

29.11.2019

Mir tun die 900 Anwohner sehr leid, die jetzt Ausweis, Führerschein u.s.w. alles neu machen lassen dürfen. Ist ja bestimmt auch nicht kostenlos. Da schmeißt man dem schlechten Straßennamen die gute Zeit und das gute Geld der Bürger hinterher. Aber wir haben´s ja...

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29.11.2019

Als Betroffener wäre es mir ziemlich wurscht, nach welchen zeitgeistigen Heiligen oder Unfug meine Straße Anno Tabak benannt wurde. Nicht wurscht wäre es mir hingegen, wenn ich nun allen möglichen Amazonen, Versicherungen oder gar Behörden erklären darf, welche "Probleme" mein Stadtrat für mich gelöst hat. Es sei dabei nur an die derzeitge Zustellungsqualität der Post erinnert. Auch nicht wurscht wäre es mir, wenn ich - zusätzlich zur - Augsburger Spezialität - "1/2"- oder "1/3"-Hausnummer nun auch noch einen tollen Bindestrich-Straßennamen (mit allen drei Vornamen und dem Doppel-Nachnamen der Dame) bekäme und das in kein elektronisches Formular mehr passt.

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