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Augsburg

02.03.2021

Ärger um übende Musiker: Wie die Stadt in der Grottenau für Ruhe sorgen will

Seit einigen Monaten sitzen mehrere städtische Ämter in den unteren Stockwerken der nach mehr als zwei Jahren Bauarbeiten sanierten ehemaligen Grottenaupost in Augsburg.
Foto: Bernd Hohlen

Plus Das Nebeneinander von städtischen Ämtern und dem Leopold-Mozart-Zentrum in der ehemaligen Grottenaupost funktioniert nur bedingt. Nun könnte es eine Lösung geben.

Nach den Klagen von städtischen Verwaltungsmitarbeitern über Lärm durch Musikinstrumente in ihren Büros in der Grottenau will die Stadt nun mit einem Stufenplan für mehr Ruhe sorgen. Wie soll das funktionieren? Hier ein Blick auf die Ideen.

Im Leopold-Mozart-Zentrum üben die Musikstudenten – manch anderer Nutzer des Gebäudes klagt allerdings über Lärm.
Foto: Silvio Wyszengrad

Wie berichtet sitzen seit einigen Monaten mehrere städtische Ämter in den unteren Stockwerken der nach mehr als zwei Jahren Bauarbeiten sanierten ehemaligen Grottenaupost. In den oberen Stockwerken zogen vor einigen Wochen Professoren und Studenten des Leopold-Mozart-Zentrums (LMZ) der Uni Augsburg samt ihren Instrumenten ein. Die Stadt hatte bei der Konzeption zwar versucht, die Bereiche schalltechnisch zu trennen, allerdings ist dies wohl nicht überall gelungen.

Decken und Wände in der Grottenau lassen zu viel Schall durch

Als Reaktion auf die Klagen gab es im Februar zwei schalltechnische Messungen, sagte Liegenschaftsamts-Leiter Ralf Schmidtmann nun im Liegenschaftsausschuss. Das Ergebnis: Nicht in allen Gebäudeteilen würden die Decken den Schall in dem Maß schlucken, wie man es zuvor berechnet hatte. In einigen Bereichen seien die Vorgaben völlig erfüllt, in anderen dringe allerdings mehr Instrumentenlärm durch als gedacht. Verstöße gegen die Arbeitsstättenverordnung lägen zwar nicht vor, dennoch wolle man etwas tun, so Schmidtmann. Mitarbeiter hatten zuvor geklagt, dass es schwierig sei, sich auf das Ausstellen von Dokumenten zu konzentrieren, wenn man im Hintergrund mit Übungslärm konfrontiert sei.

Stadt Augsburg will Türdichtungen nachbessern und Wände untersuchen

Eine "Standardlösung" gebe es nicht, sagte Schmidtmann weiter. Teils hoffe man durch das Nachbessern von Türdichtungen und das exakte Justieren von Türen auf weniger Schall in den Amtsstuben. Auch die Verschalungen der Wände werde man sich nochmal anschauen. Im Vorfeld hatten Fachleute aufgrund von stichprobenartigen Untersuchungen die schalltechnischen Gegebenheiten errechnet. Teils seien aber nachträglich eingebaute Installationsschächte ein Problem, so Schmidtmann.

Noch sind die Umbauarbeiten in der alten Hauptpost nicht abgeschlossen, doch die ersten Räume werden bereits genutzt.
40 Bilder
Fast fertig: So läuft der Umbau der alten Hauptpost in der Grottenau
Foto: Lea Binzer und Bernd Hohlen

Insgesamt kosteten Bau und Sanierung des früheren Postgebäudes 31,5 Millionen Euro. Die Stadt war ursprünglich von deutlich geringeren Kosten ausgegangen, hatte das ganze Projekt aber neu geplant, als klar war, dass das LMZ aus dem sanierungsbedürftigen Gebäude in der Maximilianstraße ausziehen sollte.

Was die Kosten der schalltechnischen Nachbesserungen betrifft, wird momentan noch keine Größenordnung benannt. Der Maßnahmenkatalog, so Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle, stehe noch nicht abschließend fest. Teils werde man bauliche Maßnahmen vornehmen, teils gehe es um versuchsweise Änderungen. Erst wenn ein Planungskonzept stehe, könne man Kosten beziffern. Auch wer für diese aufkommen wird, sei zum heutigen Tage nicht verlässlich zu sagen.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Lärmproblem in der Grottenau: Jetzt fällt die Entscheidung über Erfolg oder Misserfolg

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