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Augsburg

11.01.2018

AfD plant ihren Bundesparteitag in Augsburg

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Hannover, Dezember 2017: Beim Delegiertenparteitag der AfD wurden Alexander Gauland (links) und Jörg Meuthen zu Vorsitzenden gewählt.
Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Archiv)

Die Verträge mit der Messe stehen kurz vor dem Abschluss. Auf Bayern fiel die Wahl wegen eines anderen Politik-Ereignisses – und die AfD ist nicht die erste Partei, die hier tagt.

Die AfD (Alternative für Deutschland) will ihren Delegiertenparteitag, der einem Bundesparteitag gleichzusetzen ist, in diesem Jahr in Augsburg ausrichten. Als Termin ist das Wochenende 30. Juni, 1. Juli vorgesehen. Austragungsort ist das Messegelände, auf dem in der Vergangenheit auch große Parteitage anderer Parteien stattgefunden haben. Messechef Gerhard Reiter bestätigt auf Anfrage entsprechende Informationen unserer Redaktion: „Ja, es liegt eine Anfrage mit konkretem Terminwunsch vor. Momentan laufen finale Abstimmungen mit der Bundesgeschäftsstelle der AfD.“

Dass die AfD mit ihrem Parteitag nach Bayern kommt, ist für politische Beobachter leicht nachvollziehbar: In Bayern findet am 14. Oktober die Landtagswahl statt. Der Bundesparteitag soll auf die Wahl einstimmen, bei der die AfD erstmals in den bayerischen Landtag einziehen möchte. Dass die AfD am Standort Augsburg Interesse zeigt, kommt nicht gänzlich überraschend. Bereits im Vorjahr gab es eine allerdings allgemein gehaltene Anfrage. Letztlich ging die Partei dann mit ihrem Delegiertenparteitag nach Hannover.

In Hannover gab es massive Proteste

Anfang Dezember fand diese Veranstaltung statt, bei der Alexander Gauland und Jörg Meuthen zu Parteivorsitzenden der AfD gewählt wurden. Wegen der Veranstaltung gab es massive Proteste von Kritikern der AfD. 6000 Gegner zogen in einem Proteststurm vom Tagungszentrum in die Stadtmitte der niedersächsischen Landeshauptstadt. Ein massives Polizeiaufgebot war im Einsatz. Es gab Krawalle, Blockaden von Demonstranten wurden aufgelöst, teils kamen Wasserwerfer zum Einsatz.

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Geht der Parteitag Ende Juni wie geplant in Augsburg über die Bühne, spielt das Thema Sicherheit eine zentrale Rolle. Die Polizei wird sich auf einen Großeinsatz einzustellen haben. Der von der AfD gewünschte Termin ist eine Woche nach dem dreitägigen Augsburger Stadtfest, das am Samstag, 23. Juni, endet. Eine Terminüberschneidung mit den Sommernächten hätte womöglich die Austragung des Parteitags aus Sicherheitsüberlegungen scheitern lassen, ist zu hören. Unter der jetzigen Ausgangslage ist dies aber nicht der Fall.

Messechef Reiter sagt, dass es hinsichtlich des von der AfD gewünschten Termins noch verfügbare Kapazitäten auf dem Messegelände gebe. Eine politische Bewertung gibt Reiter nicht ab. Er sagt: „In der Vergangenheit fanden bereits derartige Veranstaltungen anderer Parteien auf dem Gelände der Messe statt.“ Die CSU veranstaltete im Jahr 2006 ausnahmsweise ihren Parteitag auf dem Messegelände, weil die sonstigen Austragungsorte München und Nürnberg nicht zur Verfügung standen. Zur Veranstaltung in Augsburg selbst kamen damals mehr als 2000 Personen. Fast 1100 Delegierte waren dabei, hinzu kamen 600 Gäste und Ehrengäste. 350 Journalisten verfolgten das Geschehen. Gast des Parteitags war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Dieser CSU-Parteitag fand zur Zeit des damaligen Messechefs Gerhard Leypoldt statt.

Augsburg, Oktober 2006: Die CSU veranstaltete im Messezentrum unter dem damaligen Parteichef Edmund Stoiber ihren Parteitag.
Bild: Fred Schöllhorn (Archiv)

Ein Redner, der verlor

Im Jahr 2013 war Gerhard Reiter dann Chef der Messe. In seine Zeit fällt ein außerordentlicher Bundesparteitag der SPD im April 2013. Anlass war die Bundestagswahl im Herbst 2013. Der damalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der später die Wahl verlieren sollte, war Hauptredner. 600 Delegierte waren in Augsburg. Der Medienrummel war riesig. Dies wird bei der AfD-Veranstaltung nicht anders sein. „Uns freut es natürlich, wenn Augsburg als Austragungsort zum Zug kommt“, sagt Stadtrat und Kreisvorsitzender Markus Bayerbach. Mehr als 600 Delegierte werden in Augsburg erwartet. Derzeit ist Bayerbach mit der Organisation des AfD-Neujahrsempfangs beschäftigt, der in drei Wochen stattfindet. Am Freitag, 2. Februar, spricht dann Parteichef Meuthen um 19 Uhr im Augsburger Rathaus.

Die AfD hat im Kreisverband derzeit 180 Mitglieder. „Wir hatten zuletzt 30 Neuaufnahmen“, sagt Bayerbach, der dem Landesvorstand seiner Partei angehört. Der Landesverband hatte dem Bundesverband die Liste mit infrage kommenden Standorten für den Parteitag vorgelegt.

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.01.2018

Aktuell die Sondierungsergebnise gesehen? Obergrenze? Check! Sichere Herkunftsländer? Check! Asylzentren? Check! Es dauert noch ein bisschen, dann wird die AFD die CDU und CSU ablösen. Check! Ob es noch lange eine SPD gibt? Das steht in den Sternen. Projekt 15-x! AFD wirkt!

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12.01.2018

Warum denn nicht ? Wir leben in einer Demokratie ? Also kann die AFD genauso wie jede andere Partei eine Parteitag in Augsburg veranstalten. Im übrigen wurde die AFD im September vom Volk auch gewählt. Also alles volkommen legitim.

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12.01.2018

warum sagt man das denn nicht einfach ab

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12.01.2018

weil wir nicht da leben wo Sie schnellstens hingehören.

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12.01.2018

Ist in Nürnberg nichts mehr frei?

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12.01.2018

wie Stadler und Waldorf, die 2 Alten von der Muppedsschau

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11.01.2018
Die Demokratie muss und kann das aushalten. Augsburg als Friedensstadt allemal!
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12.01.2018

Wie Augsburg die AFD aushalten muss, hat man bereits vor einiger Zeit am Empfang im Rathaus gesehen. Dresden oder Nürnberg wäre wirklich passender gewesen als Augsburg.

Die AFD muss dann wohl auch die hoffentliche massive Gegenwehr aus der Bevölkerung aushalten. Allein um zu erkennen das 14 weder eine Mehrheit oder gar "das" Volk sind und damit nicht das Sprachrohr der Unterdrückten sondern rechter Hardliner und einiger Nazis.

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12.01.2018

Wenns nach den "14" geht, dürften Linke 9,2 und Grüne 8,9 erst recht kein Sprachrohr sein.

Die von Ihnen gewünschte "Gegenwehr" kann in diesem Fall (in einem Rechtsstaat) gerne an der Urne erfolgen.

Nur zur Kenntnis; Steine und Brandsätze werfen, Autos demolieren und Personen angreifen ist primitiv, dumm und überdies kriminell.

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12.01.2018

Nur zur Kenntnis:

Viel mehr Rechte als linke Straftaten wurden festgstellt. Alle primitiv, dumm und kriminell.

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12.01.2018

OK - Sie können gerne die Schlägertrupps verteidigen. Die AfD muß sich auf massive Gegenwehr von Verfassungsfeinden gefasst machen. Da haben Sie Recht.

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12.01.2018

Ein paar reisende Linksextremisten werden der CSU vor der Landtagswahl schon ein gutes Forum für deren innen- und sicherheitspolitische Positionen geben.

.

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12.01.2018

Sehr geehrter Herr R., was würden Sie denn davon halten, wenn die Grünen oder die Linken einen Parteitag in Augsburg abhalten würden und die von Ihnen gewünschte Gegenwehr hoffentlich aushalten müssten? Da würden Sie vermutlich laut aufschreien! Aber bei einer Partei( übrigens demokratisch gewählt), die nicht Ihrer Ideologie entspricht, da ist dann eine massive Gegenwehr in Ordnung in Ihren Augen oder? Noch gibt es Meinungsfreiheit in Deutschland! Und nennen Sie mir bitte mal Gruppierungen in Deutschland, die unterdrückt werden, also mir ist keine bekannt. Die etablierten Parteien, wie die CDU, SPD, die Grünen usw. sind schon lange kein Sprachrohr mehr für das Volk.

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13.01.2018

Die etablierten Parteien, wie die CDU, SPD, die Grünen usw. sind schon lange kein Sprachrohr mehr für das Volk.

Genau, das sind nur Gauland, Weidel, Höcke und Konsorten mit ihren 12,7%! Die CSU haben Sie oben vergessen. Besonders stark waren die Braunen komischerweise bei den westlichen Bundesländern doch in Bayern.

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13.01.2018

Werter Herr Kr. dann nennen Sie mir doch eine Partei in Deutschland, die noch für das Volk einsteht! Stimmt, die CSU habe ich vergessen! Die AfD passt halt nicht in Ihr idiologisches Weltbild. Was Höcke und Gauland angeht, da muss ich allerdings ganz ehrlich zugeben, diese beiden Herren sind mir auch etwas zu "rechts". Und Bayern als rechtslastiges Bundesland darzustellen, ist schon ziemlich vermessen von Ihnen. Sie können ja gerne in unsere "schöne" Hauptstadt ziehen, wenn Sie sich hier in Bayern von lauter "Braunen" umgeben fühlen. Also ich lebe gerne in Bayern und fühle mich auch nicht von "Braunen" umgeben.

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13.01.2018

Werte Christina M.

. . . dann nennen Sie mir doch eine Partei in Deutschland, die noch für das Volk einsteht!

Ich kann Ihnen nur eine Partei nennen, die immer so tut, als täte sie es: Der Ein-Thema-Schmalspur-Verein AfD.

Das Volk gibt es sowieso nicht mehr. Dazu ist unsere Gesellschaft schon viel zu sehr zerrissen. Die Regierenden sind im Grunde nur die Erfüllungsgehilfen der besitzenden und herrschenden Klasse. Die Habenichtse und Malocher werden wie im alten Rom mit Brot und Spielen ruhig gestellt und ärgern sich nur über Menschen, die sie in der Rangliste eine oder mehrere Stufen unter sich selbst sehen.

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