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Bund schlägt Beschränkung auf 25 Personen bei privaten Festen vor

06.10.2009

Akrobatik mit Sprache

Sprachverrenkungen bis ins Unendliche, Bandwurmsätze, verknotet mit immer noch einer Schleife - das Prinzip Verwirrung führt Heinrich Pachl meisterhaft vor. Schonungslose Entlarvung paradoxer Politiker- und Bänker-Logik - wie das geht, zeigte der Kölner Kabarettist mit "Die Spur der Scheine" in der Kresslesmühle. Mit seinem professionellen Auftreten überspielte er einige Plattitüden und bisweilen etwas ausführliche Abschweifungen in die politische Vergangenheit.

Einmal angefangen, sprudelten die Geschichten nur so aus ihm heraus. In einer Mischung aus Politiker am Rednerpult und Onkel von nebenan in gemütlichem Plauderton kommt er vom Hundertsten ins Tausendste. Er erzählt von der schwappenden "Westerwelle", vom "perfekten Verbrechen" beziehungsweise "Zaubertricks", wie heute Geld verschwindet, zieht dabei immer wieder Parallelen zu Schurken und Helden in Dramen von Friedrich Schiller, stellt aktuelle Ereignisse ins Verhältnis zu Vergangenem. Anekdoten gehen zurück zu Ypsilanti, Bush und Brandt. "Die Gesichte ist wichtig", begründet er diese Ausflüge mit sprachlicher Anlehnung an Helmut Kohl.

Ging der rote Faden mal verloren, half ein Blick in die Mappe

Chamäleonartig änderte er seine Körpersprache, stützte sich in Denkerpose auf sein Pult, tippelte mit verschmitztem Grinsen auf den Zehenspitzen, unterstrich Zusammenhänge mit plastischer Gestik. Ging der rote Faden mal verloren, half ein inszenierter Blick in seine Mappe. Die scheinbar lose Dramaturgie mit viel Spontanität, die sich einer wie Pachl leisten kann, sorgten auch dafür, dass das Publikum bis zum Schluss überrascht und unterhalten wurde. (juni)

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