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Augsburg

08.08.2019

Als Familie zu Team Ninja Warrior Germany

Angelo Höfele (53), Tochter Alessia Höfele (24), deren Freund Gero Wurm (26) haben sich auf dem Dachboden einen Ninja-Parcours eingerichtet.
Bild: Michael Eichhammer

Angelo Höfele hat in seinem Dachboden einen Ninja-Trainingsparcour aufgebaut. Mit Tochter und Schwiegersohn trat er in der Fernsehshow an. Und er hat Pläne.

Von außen ahnt niemand, was sich auf dem Dachboden des Hauses von Familie Höfele verbirgt. Auf einer Fläche von 240 Quadratmetern lädt hier ein Parcours zum Klettern und Springen ein, wie man ihn aus den Fernsehsendungen „Ninja Warrior Germany“ und „Team Ninja Warrior Germany“ kennt. Unter anderem findet man Stricke, Seile, Hangelbalken, Gymnastik-Ringe, Überhang und die legendäre Himmelsleiter, die schon im TV so manchen Kandidaten zu Fall gebracht hat.

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Als Angelo Höfele (53) mit dem ehrgeizigen Bauvorhaben begann, handelte es sich um ein Fanprojekt. Dass er die auf einem japanischen Vorbild basierende RTL-Sendung „Ninja Warrior Germany“ kennenlernte, hat er seiner Frau zu verdanken. Die lockte ihn bei der Ausstrahlung der zweiten Staffel vor den Fernseher mit den Worten: „Du hast doch früher gern ´Spiel ohne Grenzen´ gesehen. Da läuft etwas Ähnliches.“ Eigentlich sei er Fernsehmuffel, doch diese Sendung zog den Sportbegeisterten in ihren Bann: „Seitdem war klar: Das Ding wird auf unserem Dachboden gebaut.“ Das ist eineinhalb Jahre her. Damals ahnte Angelo Höfele noch nicht, dass er vom passiven Zuschauer zum aktiven Protagonisten werden sollte.

Für die Teilnahme an der dritten Staffel von „Ninja Warrior Germany“ im Jahr 2018 wurden unter rund 13.000 Bewerbern 350 Athleten auserkoren. Neben Höfele versuchte auch Gero Wurm, der 26-jährige Schwiegersohn in spe, den Hindernis-Parcours in der kürzesten Zeit zu meistern. Zu den Siegern gehörten beide nicht, doch der Kampfgeist war ungebrochen. Als ehemaliger Fußballprofi weiß Höfele: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Zwei- bis dreimal pro Woche trainierten die beiden nun für die nächste Herausforderung: „Team Ninja Warrior Germany“.

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Zwei Männer und eine Frau treten als Team an

In dieser Variante treten die Kandidaten nicht einzeln gegeneinander an, sondern in Dreierteams. Diese bestehen aus je zwei Männern und einer Frau. Um letztere für das eigene Team zu gewinnen, war einiges an Überredungsarbeit nötig, plaudert Tochter Alessia Höfele aus dem Nähkästchen. Die 24-Jährige ist zwar sportlich, weil sie bei der Gardetanzgruppe der Imhofia Untermeitingen aktiv ist, doch vor den Kraft- und Körperbeherrschungs-Herausforderungen der legendären TV-Show hatte sie großen Respekt.

Dem Papa und ihrem Zukünftigen zuliebe stimmte sie dennoch zu, denn ohne ihr Ja-Wort hätte die Teilnahme als Team nicht geklappt. Der Name „Team Haarakiri“ ist ein dezenter Hinweis auf den Beruf der drei: Wie Angelo Höfeles Töchter arbeitet Wurm bei „Höfele Friseure & Naturfriseur“ in Augsburg. Der Friseursalon in der Bobinger Straße wird bereits in der vierten Generation betrieben. „In der Nacht davor habe ich kein Auge zugetan“, erinnert sie sich. Als sie dann bei der Fernsehaufzeichnung im Landschaftspark Duisburg-Nord ihre Rivalinnen erblickte, wurde sie gelassen.

Nicht aus Hochmut, sondern ganz im Gegenteil: „Das waren solche Granaten, dass ich mir dachte: Gegen die habe ich sowieso keine Chance“, so Alessia Höfele. „Ich habe einfach mein Bestes gegeben, war in meiner Welt und habe alles andere ausgeblendet.“ Ihr Bestes gaben auch ihre Teamkollegen Angelo Höfele und Gero Wurm, doch auch als Trio musste sich die Familie zufriedengeben mit dem olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles“. In der Sendung holte das „Team Haarakiri“ zwar keine Punkte, doch waren die drei Schwaben mit ihrer sympathischen Bescheidenheit für viele Zuschauer Gewinner der Herzen.

„Wir sind die klaren Außenseiter, ich schon allein altersbedingt“, erklärte der 53-Jährige. „Wir sind die Normalos und einfach froh, dabei sein zu dürfen“, so Angelo Höfele. „Wir waren dabei, weil wir mit der Familie wahnsinnig Spaß haben und einen tollen Zusammenhalt.“ Zu den größten Fans des Ninja-Senioren zählt Kommentator Frank Buschmann. „Der ist fast so alt wie ich, der stellt sich dieser Herausforderung, sein Körper ist Wahnsinn, und er ist ein super Typ“, brüllte „Buschi“ euphorisiert ins Mikrofon.

Das Parcours-Training sei „ein bisschen eine Sucht“, gibt Angelo Höfele zu. Kein Wunder also, dass er und der Freund seiner Tochter bald erneut als Ninja-Kämpfer im TV zu sehen sein werden – diesmal wieder in der Solovariante.

Das Geheimnis der Top-Athleten ist die Griffkraft

Das Geheimnis des Erfolgs der Top-Athleten kennt Angelo Höfele mittlerweile. Er verortet es in den Fingern. „Das Zauberwort ist Griffkraft – du musst zwei Schraubstöcke als Hände haben.“ Als Boulder-Fan, Mountainbike-Fahrer und ehemaliger Fußballprofi hat er gute Voraussetzungen, für eine Überraschung zu sorgen. Fünf Vereine (TSV Bobingen, SSV Ulm, Schwaben Augsburg, TSV Aindling, TSV Neusäß) sind mit ihm als Mittelstürmer aufgestiegen. Schwiegersohn in spe Gero Wurm tritt in seine Fußstapfen: Er spielt beim SpVgg Langerringen. Zudem ist Wurm, der Sportmanagement studiert hat, täglich im Fitnessstudio. Ob die beiden das Zeug zum siegreichen Ninja-Krieger haben, kann man vermutlich im Herbst sehen.

Dann wird voraussichtlich die vierte Staffel von „Ninja Warrior Germany“ ausgestrahlt. Der Parcours auf dem Dachboden wird garantiert auch danach noch genutzt: „Wenn es wieder eine Staffel Team Ninja Warrior Germany gibt, sind wir bestimmt wieder dabei“, sagt Angelo Höfele. „Wir trainieren, bis die Finger glühen“, verspricht er. Gero Wurm will ebenfalls so weit kommen wie möglich. „Am allerschönsten wäre es, den Mount Midoriyama zu erklimmen“, sagt Wurm.

Diese finale Prüfung zu meistern und die 300.000 Euro Preisgeld zu kassieren, ist bisher noch keinem Athleten in der Geschichte der Show gelungen.

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