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Augsburg

29.11.2019

Alt-OB Menacher: "Mit 80 nähert man sich der Nachspielzeit"

Körperlich fit, geistig vital: So feiert Augsburgs Altbürgermeister Peter Menacher am Freitag seinen 80. Geburtstag. Am Samstag richtet die Stadt einen Empfang für ihn aus.
Foto: Fred Schöllhorn

Plus Peter Menacher hat am Freitag Geburtstag. Er spricht über das Älterwerden, den Vorteil von sozialen Netzwerken und das eigene politische Wirken.

An seinen 50. Geburtstag kann sich Peter Menacher noch gut erinnern: „Ich steckte mittendrin im Kommunalwahlkampf. Zum Feiern blieb nicht viel Zeit.“ Feiern konnte er dann ein paar Monate später: Die Augsburger wählten Menacher im Jahr 1990 erstmals zum Oberbürgermeister. Bis 2002 blieb der CSU-Politiker im Amt, mit 62 Jahren verabschiedete er sich aus der aktiven Politik.

Diesen Schritt habe er nie bereut, sagt Menacher im Rückblick. Und denkt dann noch mal zurück an 1989 und seinen 50. Geburtstag. Die CSU-Fraktion schenkte ihm damals einen Schreibtischstuhl. Den Stuhl gibt es noch, er quietscht etwas und steht jetzt im Arbeitszimmer in Menachers Haus im Stadtjägerviertel: „Man könnte somit sagen, ich klebe am Stuhl, aber eben nicht an einem Amt.“ An diesem Freitag feiert Peter Menacher seinen 80. Geburtstag. Das Alter sieht man ihm nicht an. Menacher wirkt vital. Eine Meniskus-Operation hat er gut überstanden.

Peter Menacher geht es gut

Der Kommunalpolitiker, der vor seiner Amtszeit als OB zudem 14 Jahre lang als Schulreferent in Augsburg tätig gewesen ist, bestätigt den ersten Eindruck: „Ja, es geht mir erfreulich gut.“ Körperliche Bewegung trage ebenso dazu bei, sagt er, wie geistige Herausforderungen. Menacher liest viel, besucht Konzerte und Ausstellungen. Gelegentlich hält er einen Vortrag. Ganz entscheidend zum Wohlbefinden trägt das harmonische Familienleben bei. Mit Ehefrau Ingeborg Menacher ist der 80-Jährige seit 55 Jahren verheiratet. Zu den drei Kindern und acht Enkeln gibt es engen Kontakt. Um räumliche Entfernungen zu überbrücken, sind soziale Netzwerke hilfreich: „Ich habe jetzt WhatsApp auf meinem Smartphone installiert. Da gibt es zum Austausch von Nachrichten unsere Gruppe Familienfunk.“

Dass es im Denken eine intensive Nähe zur Ehefrau gibt, wird deutlich, wenn er sagt: „Wir fühlen uns beide manchmal wie aus der Zeit gefallen.“ Die Menachers seien zufrieden, dankbar, fröhlich und zuversichtlich für die Zukunft, sagt er. Diese Grundhaltung falle leider schon fast aus der Rolle: „Ich sehe bei vielen Menschen eine doch eher pessimistische Grundhaltung.“ Erklärungen dafür mag es geben: Die Welt werde aus seiner Sicht immer hektischer, aggressiver und maßloser. Menacher bedauert diese Entwicklung. Er selbst weiß um die eigene Endlichkeit: „Mit 80 Jahren nähert man sich der Nachspielzeit.“

Für die Menachers – Ingeborg Menacher wurde dieses Jahr ebenfalls 80 Jahre alt – bedeutet dies, Momente zu genießen und Pläne zu schmieden. Jedes Jahr findet eine Urlaubsreise in zuvor unentdeckte Gegenden statt. 2019 führte der Weg nach Sardinien. Ein Fotobuchdokumentiert gemeinsame Erinnerungen: „Für das Jahr 2020 gibt es noch keine Planung.“ Zunächst geht es um die Feierlichkeiten rund um den runden Geburtstag. Am Freitag wird Menacher die meiste Zeit daheim verbringen: „Ich rechne mit einigen Anrufen.“

Die Stadt Augsburg richtet einen Empfang aus

Am Samstag richtet die Stadt einen Empfang für ihren Ehrenbürger und Altoberbürgermeister im Rathaus aus. Der Alt-OB freut sich darauf, einige Weggefährten wieder mal zu sehen. Der Sonntag gehört der Familie. In einem Augsburger Lokal steigt die Familienfeier. Bei eigenen runden Geburtstagen in der Vergangenheit hat Menacher darauf geachtet, dass sich andere Personen indirekt über den Geburtstag freuen durften. Er bat um Spenden statt Geschenken: „Zum 60. Geburtstag wünschte ich mir Geld für einen Flügel, der noch heute im Goldenen Saal steht.“ Zum 70. Geburtstag waren es 1000 gespendete Bücher für die Stadtbücherei. Auch dieses Jahr wird ihm die Viermetz-Stiftung einen Wunsch erfüllen.

Im Wahlkampf hält sich Menacher zurück

Bewusst zurück hält sich Menacher, wenn es um die Kommunalwahl im März 2020 geht. Aktuelle politische Geschehnisse in der Stadt will er nicht kommentieren: „Das war und ist mein Grundsatz als Alt-OB.“ Dass Eva Weber als OB-Kandidatin der CSU seine Unterstützung habe, könne niemanden überraschen. Ein aktiver Wahlhelfer sei er nicht, „ich gehe zu CSU-Veranstaltungen, um meine Solidarität zu bekunden“. Dass bei der Wahl wohl 15 Parteien und Gruppierungen antreten, dazu hat Menacher allerdings eine persönliche Einschätzung: „Die Zersplitterung auf allen politischen Ebenen sehe ich kritisch.“

Für ihn liegt die aktive Politik nun 17 Jahre zurück. Wenn er durch Augsburgs gehe, werde er an viele Projekte aus seiner langen Politikerlaufbahn erinnert. Ein Gebäude spielt wegen der aktuellen Diskussion über Klimaschutz und Umwelt eine besondere Rolle. Es ist das Institutsgebäude des Landesamts für Umwelt (LfU), das im Jahr 1999 im Universitätsviertel eingeweiht wurde. Man solle bitte nicht so tun, sagt Menacher, dass frühere Generationen das Thema Umwelt nicht bearbeitet hätten. Das LfU sei eine Antwort auf den Strukturwandel in Augsburg gewesen. Die Textilbranche ging unter.

Wie es um den zweiten großen Wandel – die zu seiner Amtszeit begonnene neue Nutzung der Kasernenareale – steht, könnte das Ziel eines der nächsten Ausflüge des Altoberbürgermeisters sein.

Lesen Sie dazu auch: Die Frau an der Seite des Alt-Oberbürgermeisters

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