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Verkehr

21.03.2015

Am Bahnhof entsteht ein neues Fahrradparkhaus

Hunderte Fahrräder stehen an vielen Stellen des Hauptbahnhofs teils wild durcheinander. Die Stadt will dieses Chaos nun in den Griff bekommen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Pendler, die mit dem Fahrrad zum Bahnhof kommen, ärgern sich seit langem über das Chaos. Jetzt soll es neue, überdachte Stellplätze geben.

Die Stadt hat die Weichen für ein zweites Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof gestellt. Nachdem es für anmietbare Jahresplätze im bestehenden Radparkhaus im Bohus-Center (340 Stellplätze) ellenlange Wartelisten gibt, will die Stadt mit weiteren Räumen im Keller des Fuggerstadt-Centers für eine Entspannung der Situation sorgen. Denn Berufspendler, die von zu Hause aus zum Bahnhof fahren, müssen ihre Räder teils „wild“ am Hauptbahnhof unter freiem Himmel abstellen. Die Plastiktüte über dem Fahrradsattel, um ihn bei Regen trocken zu halten, zählt vielfach zum Standardrepertoire.

Die Stadt geht davon aus, dass täglich rund 1300 Fahrräder rund um den Hauptbahnhof abgestellt werden. Zwischen 2005 und 2013 habe man bei Zählungen eine Zunahme um rund 340 Fahrräder festgestellt. „Durch den zunehmenden Radverkehr ist auch der Bedarf an Abstellmöglichkeiten gestiegen“, sagt Baureferent Gerd Merkle.

Im Fuggerstadt-Center sollen nun 400 weitere Stellplätze entstehen. Vor allem für Radler aus Richtung Pfersee wäre das neue Parkhaus interessant; der Eingang wird direkt neben der Pferseer Unterführung liegen. Die Fahrräder sollen in abschließbaren Doppelstockfächern abstellbar sein, wie es auch in der bestehenden Fahrradstation der Fall ist. Die Jahresmiete für einen Abstellplatz kostet dort zwischen 70 und 80 Euro. Auch Flächen für eine Werkstatt, Lademöglichkeiten für Elektroräder und Schließfächer sind vorgesehen. Ähnliches findet sich auch in der Fahrradstation im Bohus-Center.

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Die Stadt verhandelt momentan mit dem neuen Eigentümer des Fuggerstadt-Centers über einen Mietvertrag für die 570 Quadratmeter große Fläche. Die Stadt würde die Räume für mindestens 25 Jahre mieten und sie ihrerseits an einen privaten Betreiber für das Fahrradparkhaus vermieten. Der Betrieb soll ausgeschrieben werden. Thomas Lis, der das Radparkhaus im Bohus-Center betreibt, will sich dem Vernehmen nach bewerben. Als der Bauausschuss über das Vorhaben abstimmte, verließ Lis, der für die AfD im Stadtrat sitzt, wie vorgeschrieben aus Gründen der Befangenheit den Raum.

Die Stadt wird die Räume zunächst für 338000 Euro herrichten (Ausbau, Einrichtung, Planung). Merkle hofft darauf, dass die Maßnahme über ein Finanzierungsprogramm zwischen Augsburger Verkehrsverbund und Deutscher Bahn („Schnittstellenprogramm“) finanziert werden kann. Um noch ins Programm rutschen zu können, müsste der Ausbau aber bis Herbst abgeschlossen sein. „Das ist ambitioniert, auch wegen der Verhandlungen mit dem Eigentümer“, so Merkle.

Andernfalls will die Stadt mit AVV und Bahn über einen Aufschub verhandeln. Sollte dies nicht klappen, könnte die Stadt zumindest auf einen Zuschuss von 65 Prozent durchs Land hoffen. Die restlichen 35 Prozent müsste die Stadt bezahlen. Allerdings soll dieses Geld dann nicht aus dem heuer ohnehin schmalen Topf für das Projekt „Fahrradstadt 2020“ kommen. Die Stadt will dann ihre Parkraumrücklage anzapfen. Dieser Topf wird von Bauherren gespeist, die aus Platzgründen nicht genug Parkplätze vorweisen können. Üblicherweise geht dieses Geld in den Bau von Autoparkhäusern und -parkplätzen.

Welche Auswirkungen die neue Anlage auf die Pläne für ein mögliches Fahrradparkhaus am Ausgang des künftigen Bahnhofstunnels im Thelottviertel hat, ist noch unklar. 2022 soll der neue Straßenbahn- und Fußgängertunnel am Sebastian-Buchegger-Platz in Betrieb gehen. Die Stadt hatte auch hier Überlegungen für ein Fahrradparkhaus angestellt.

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