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25.06.2007

Am Kummertelefon schütten Kinder ihr Herz aus

"Am schönsten wäre es natürlich, wenn es uns gar nicht geben müsste." Doch von diesem Wunsch sind Karin Schöllhorn, 1. Vorsitzende des Augsburger Kinderschutzbundes, und ihre Mitarbeiter des Kummertelefons leider weit entfernt. Im Gegenteil: Über 12 000 Anrufe wurden im vergangenen Jahr bei dem Verband in Augsburg gezählt. Das sind etwa doppelt so viele wie noch Mitte der 90er Jahre.

Die Steigerung der Zahl liege aber zum Glück nicht nur daran, dass Eltern oft keine Zeit für die Belange ihrer Kinder hätten. Ebenfalls seit Mitte der 90er ist die "Nummer gegen Kummer" aus dem Festnetz kostenlos erreichbar - Gleiches gilt seit einigen Jahren auch für das Handy. Durch Internet und Fernsehen ist die Nummer zudem bekannter als früher. Die Sorgen und Probleme weswegen Kinder und Jugendliche, zu 67 Prozent sind es übrigens Mädchen, beim Kinderschutzbund anrufen, haben sich laut Schöllhorn dagegen nur wenig verändert. Fragen zur Partnerschaft, ersten Liebe und Sexualität stehen noch immer an erster Stelle. "Die Kinder schütten unseren Beratern aber auch ihr Herz aus, wenn sie Probleme mit den Eltern oder in ihrer Clique haben." Wichtigste Voraussetzung bei allen Anrufen, die in der Regel etwa fünf bis zehn manchmal aber auch bis zu 30 Minuten dauern, ist die Anonymität. "Das garantieren wir", verspricht Ludwig Ecker, Geschäftsführer beim Kinderschutzbund. Das gilt selbst dann, wenn die Kinder den Beratern so brenzlige Themen wie körperliche Misshandlung oder sexuelle Übergriffe anvertrauen. "Aber natürlich versuchen wir in solchen Fällen immer die Betroffenen davon zu überzeugen, zu einem persönlichen Gespräch zu uns zu kommen, um dann gemeinsam weitere Schritte zu überlegen", sagt Schöllhorn und Ecker ergänzt: "Unser oberstes Gebot ist es, die Kinder zu schützen."

Dieses Ziel hat auch der Lions-Club Augsburg, weswegen er das Sorgen- und Kummertelefon bereits seit 1992 mit einer jährlichen Spende unterstützt. Auch gestern überreichte Lions-Clubmitglied Lutz Moll wieder einen Scheck über 2000 Euro. Das Geld wird ausschließlich für die Ausbildung der Telefonberater verwendet.

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