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Augsburg

01.10.2020

Am Montag wird an der Uniklinik in Augsburg gestreikt

Die Gewerkschaft Verdi ist bereit für den Streik am Augsburger Universitätsklinikum.
Bild: Verdi Augsburg

Plus Die Gewerkschaft hat einen ganztägigen Warnstreik am Augsburger Uniklinikum angekündigt. Patienten müssen sich auf Änderungen einstellen. Was die Pflegekräfte umtreibt.

Den geplanten Warnstreik am Universitätsklinikum in Augsburg hat die Gewerkschaft frühzeitig angekündigt. Am Montag, 5. Oktober, findet ein ganztägiger Streik statt, der um 6 Uhr beginnt. Mit der Leitung des Krankenhauses ist in einer Notdienstvereinbarung geregelt, dass Notfälle behandelt werden. Patienten werden sich auf einige Unannehmlichkeiten einstellen müssen.

Die Gewerkschaft Verdi verstärkt derzeit ihren Protest im öffentlichen Dienst. Anlass sind die festgefahrenen Situationen in den Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern und im Tarifstreit im öffentlichen Nahverkehr. In Augsburg wurde am Dienstag der Nahverkehr bestreikt, auch viele städtische Kindertagesstätten hatten an diesem Tag geschlossen.

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Nun richtet sich der Blick der Gewerkschaft auf die Kliniken. Tim Graumann sagt: „Die Arbeitgeber haben in zwei Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt. Stattdessen fordern sie, dass die Löhne im öffentlichen Dienst über Jahre kaum verbessert werden sollen.“ Dies habe nichts mit Wertschätzung der Beschäftigten zu tun. Die Gewerkschaft fordert 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro.

Warum die Beschäftigten an der Augsburger Uniklinik streiken wollen

Die Streikbereitschaft unter den Mitarbeitern sei hoch, sagt Constanze Mach, die in der Verdi-Bezirksgruppe am Universitätsklinikum engagiert ist. Sie erinnert an die Situation zu Beginn der Corona-Pandemie: "Noch im Frühjahr war der Applaus für uns groß und jeder hat die Systemrelevanz der Krankenhaus-Beschäftigten betont.“ Jetzt, wo es darum gehe, das Lob auch im Lohn anzuerkennen, sei die Systemrelevanz plötzlich nichts mehr wert.

Wie viele Beschäftigte am Streik teilnehmen, ist offen.  Das Universitätsklinikum ist in Händen des Freistaats, der kein kommunaler Arbeitgeber ist. Allerdings werden Beschäftigte, die schon vor dem Übergang des Klinikums an den Freistaat dort angestellt waren, nach dem Tarifvertrag im öffentlichen Dienst bezahlt. Am Mittwoch hatte es vor der Klinik bereits eine erste Protestaktion gegeben. 150 Beschäftigte versammelten sich laut Verdi zu einer aktiven Frühstückspause. Mit Mundschutz und unter Einhaltung der Abstandsregeln trafen sie sich, um ihre Kampfbereitschaft anzukündigen. „Streikbereit“ war auf einem Transparent zu sehen.

 

In wie weit der Streik interne Abläufe im Krankenhaus einschränkt, bleibt abzuwarten. Eine Sprecherin sagt auf Anfrage: "Die Patientenversorgung wird zu jedem Zeitpunkt sichergestellt sein." Vor allem die Akut- und Notfallversorgung werde gemäß der Notfallvereinbarung während des gesamten Streikaufrufes gewährleistet sein. Allerdings werden einige geplante Operationen verschoben. Es gebe daher Änderungen: "Einige elektive Eingriffe beziehungsweise auch diagnostische Untersuchungen und Behandlungen können während des Streiks nicht ausgeführt werden." Die Patienten würden jedoch rechtzeitig von den Einschränkungen informiert. Die verschobenen Operationen und Untersuchungen sollen schnellstmöglich nachgeholt werden. Die Prozesse würden, wie in der Vergangenheit auch, sehr strukturiert ablaufen, heißt es weiter.

Über 6000 Mitarbeiter sind am Universitätsklinikum tätig

Als Maximalversorger, also als Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe, bietet das Universitätsklinikum Augsburg nahezu alle Fachrichtungen der Medizin unter einem Dach.

Das Universitätsklinikum umfasst insgesamt 23 Kliniken und drei Institute, sowie weitere medizinische Behandlungsbereiche und -zentren. Über 6000 Mitarbeiter, darunter rund 900 Ärzte und Ärztinnen sowie rund 2500 Pflegekräfte sind für die Gesundheit der Patienten im Einsatz.

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