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30.05.2015

Am Publikum vorbei

Jazz-Rock-Trio im Sensemble Theater

„So was haben wir Ende der Siebziger stundenlang im Keller gemacht“, raunte ein Zuhörer, der selbst seit Jahrzehnten Musiker ist. Und tatsächlich: Was von der Bühne auf das überschaubare Publikum herabkam, erinnerte an endlose Jazz-Rock-Sessions. Gegen Ausflüge im Zeichen der Nostalgie ist nichts einzuwenden, nur hatte das Wiedmann-King-Krischkowsky-Trio bei seinem Auftritt im Sensemble Theater vergessen, wenigstens die Kellertüre zu öffnen. Hermetisch war die Musik, die der Stuttgarter Gitarrist Martin Wiedmann (akustische und elektrische Gitarre), der aus Wangen im Allgäu kommende Florian King (E- und Kontrabass) und der Ulmer Schlagzeuger Christian Krischkowsky schufen. Zwar stellten sie ihr Können – mitunter lautstark – unter Beweis, doch stellte sich das Gefühl nicht ein, dass eine Band voller Stolz ihre Musik präsentiert. Hier drei Musiker, die ihrer Musik huldigten, dort das auf sich gestellte Publikum.

Stilistisch wirkte der Reigen des Trios, als müsse jede erdenkliche Spielart des Jazzrock erklingen – von zarten, akustischen Tönen à la Ralph Towner über arabische Anleihen im Stil von Rabih Abou-Khalil bis zum schroffen Jazz-Punk eines Jonas Hellborg. Einheitlich klang das nicht. Vielleicht hätte es interessant werden können, aber die Überfüllung mit elektronischen Effekten führte klanglich zu teils drastischen Kakofonien.

In der Folge dezimierte sich das überschaubare Publikum im Lauf der knapp zweistündigen Darbietung noch einmal. Nostalgie hin, instrumentale Qualitäten her: Wer seine Zuhörer nicht abholt, darf sich nicht wundern, wenn sie gehen. Eric Zwang-Eriksson

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