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Kriegshaber

22.12.2012

Am liebsten würden sie bleiben

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Susanne Salzmann und Kerstin Skringer unterhalten sich über die Zukunft des Kulturparks West. Beide Künstlerinnen würden gerne in Kriegshaber bleiben. Einen Umzug auf das Gaskessel-Gelände lehnen sie ab.
Bild: Anne Wall

Spätestens Ende 2017 müssen 1500 Nutzer den Kulturpark West in der ehemaligen Reese-Kaserne verlassen. Die Stadt kann sich eine neue Bleibe beim Gaskessel vorstellen, doch viele Kreative lehnen dies ab

Von Peter K. Köhler

Die Künstler im Kulturpark West (Kupa) stehen vor einem Wendepunkt: Spätestens Ende 2017 müssen sie das ehemalige Kasernen-Areal in Kriegshaber verlassen, weil dort Wohnungen entstehen. Stadt und Stadtwerke haben wie berichtet einen Umzug des Kupa aufs Gaskessel-Gelände in Oberhausen vorgeschlagen. Für einige Kulturschaffende ist dies eine Alternative, mit der sie leben könnten, andere wollen unbedingt in Oberhausen bleiben.

Malerin Kerstin Skringer schätzt in Kriegshaber die hohen Räume, die ihr großformatige Arbeiten erlauben. Seit sie im Kulturpark West verwurzelt ist, hängt Susanne Salzmann mit Herzblut an den alten Räumen. Jürgen Gebhardt haben es dagegen die dicken Wände und Mauern angetan, durch die selbst lautester Rock nicht ins Nachbarzimmer dringt. Das ehemalige Gaswerk in Oberhausen kommt für sie als Alternative nicht infrage.

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„Wir wollen hierbleiben. Die Räume passen ideal zu unseren Bedürfnissen und es sind vielfältige Beziehungen und Netzwerke entstanden“, sagt Kerstin Skringer. 5000 Quadratmeter stehen den Künstlern derzeit zur Verfügung, am Gaskessel wären es 8000. Manchen wäre es egal, wo in der Stadt sich ein kulturelles Zentrum befindet, „Hauptsache, wir können zusammenbleiben“.

Jürgen Gebhardt ist Geschäftsführer von KUKI und vergibt Übungsräume für 1500 Musiker und 200 Bands. „Wir haben in den bislang vier Jahren keine Beschwerde über Lärm gehabt. Diese Gebäude sind ideal. Müssten wir ausziehen, wäre es unmöglich, wieder geeignete Räume zu finden.“ Auch er plädiert daher dafür, dass die Stadt und die mit der Vermarktung der Reesekaserne befasste Tochter WBG ihre Entscheidung überdenken, nach dem Auszug der Musiker und Künstler die Abrissbagger auffahren zu lassen.

Als einer der Geschäftsführer des Vereins Kulturpark West, der die Gebäude vermarktet, streckt Thomas Lindner längst die Fühler in alle Richtungen aus. Entsprechend dem Wunsch seiner Mieter favorisiert er ebenfalls, die Gebäude zu erhalten. „Aber wir sind konziliant gegenüber jeder Lösung, wenn die Bedingungen stimmen.“ So werde nun ein Raumprogramm erarbeitet, das neben dem Flächenbedarf der Zimmer auch die Anforderungen an Schalldämmung, Stromversorgung oder Raumhöhe enthält. Egal, welche Lösung schließlich zum Tragen kommt – jeder Umzug sei mit Kosten verbunden. Letztlich sei das – soweit die Finanzierung zu stemmen sei – aber immer noch die bessere Lösung als das Aus.

„Man sollte auch darüber nachdenken, was der Kulturpark für die Stadt bringt. Bei uns spielen 1500 Musiker, bereiten Auftritte vor und geben Musikunterricht. Sie haben heuer mehr als eine Viertelmillion Menschen erreicht und sind damit auch spürbarer Wirtschaftsfaktor. So etwas kann man doch nicht einfach kaputtmachen“, sagt Gebhardt.

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