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Konzert

17.02.2015

An den Instrumenten virtuos, im Moderieren witzig

Mit seinem Jazz-Quartett „Jilman Zilman“ trat Tilman Herpichböhm im Hoffmannkeller auf.
Bild: Wolfgang Diekamp

„Jilman Zilman“ ist ein sehr gut eingespieltes Jazz-Ensemble. Das merkten auch die Zuhörer im Hoffmannkeller

Ihre Musik ist originell, virtuos, entschieden unbekümmert und vor allem jung: Selbst „im reizüberfluteten 21. Jahrhundert“ vermag der Jazz der Band „Jilman Zilman“ zu verblüffen und für sich einzunehmen, befand die Jury des renommierten Jazz Award Burghausen 2013 und gab den zweiten Preis an die Band. Band-Schlagzeuger Herpichböhm bekam außerdem im vergangenen Herbst den Augsburger Kunstförderpreis zugesprochen. Nun trat er mit „Jilman Zilman“ im Hoffmannkeller auf.

Das Quartett um Herpichböhm gab das Konzert auf Einladung des Jazzclubs Augsburg. Der Gastauftritt in der gut besuchten kultigen Location war ein Erfolg. Es kam ein Publikum jeden Alters, darunter eingefleischte Jazzfans mit Interesse an der Jazz-Avantgarde und Altersgenossen der Interpreten mit Interesse an ihrer progressiv-ambitionierten Kreativität.

Gespielt wurde auf der Bühne mit hohem Niveau. Jeder der vier ehemaligen Nürnberger Jazzstudenten war ein Virtuose an seinem Instrument. In den bisher fast fünf Jahren Bandgeschichte hat sich das Quartett zu einer beeindruckenden Perfektion im Zusammenspiel gesteigert.

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Die Kommunikation funktionierte

Die Einwürfe der Bläser kamen wie aus einem Instrument, die Einsätze und Schlüsse auf den Punkt, die musikalische Kommunikation funktionierte. Julian Bossert und Johannes Ludwig beherrschten ihr Altsaxofon mit Farben, Nuancen, Permanentatmung. Sie spielten ihre Unisono-Partien meisterlich deckungsgleich. Ebenso blieb Peter Christof in jedem Tempo bewundernswert locker und spielfreudig souverän. Tilman Herpichböhm faszinierte mit seinem mehrschichtigen, klanglich räumlichen Schlagzeugstil.

Gespielt wurden meist Eigenkompositionen, nach der Pause gab es mehr Raum für Solos. Er sei kein Spezialist für Programmmusik, sagte Herpichböhm in einer seiner witzigen Moderationen – die Kollegen lachten: Im Gegenteil gab es einiges Programmatisches in Titeln und Musik wie etwa der Mehrteiler über die Titanic vom Hafen bis zum Eisberg mit lautmalerischer Meeresfahrt und Schiffshornimitation. Ihr Modern Jazz mit Witz, Vitalität und barrierefreier Schöpferlust speiste sich aus vielen Quellen wie Oriental, Dixie, Balkan, Latin, Klezmer, flocht Zitate ein. Bunt, gekonnt und keinen Atemzug langatmig – „Jilman Zilman“ ist auf einem guten Weg.

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