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13.06.2016

An der Dorfladen-Idee wird weiter gearbeitet

Projekt Das Interesse in Gundremmingen ist groß. Doch jetzt sind die Einwohner selbst gefordert

Gundremmingen Wenn Gundremminger einkaufen, fahren sie in der Regel nach Offingen, Burgau oder Lauingen. Im Dorf selbst gibt es dazu, außer bei der ansässigen Bäckerei, so gut wie keine Möglichkeiten. Eine Umfrage Anfang vergangenen Jahres – dabei ging es um die Zukunft, im Ort zu leben – hatte gezeigt: 80 Prozent der Bürger Gundremmingens wünschen sich bessere Einkaufsmöglichkeiten. Es entstand die Idee, einen Dorfladen einzurichten. Doch was ist aus diesem Vorhaben geworden?

Im Februar fand eine erste Informationsveranstaltung statt. Volker Hahn aus dem fränkischen Seßlach, der bereits verschiedene Dorfläden von der Entwicklung bis zur betriebswirtschaftlichen Unterstützung nach ihrer Entstehung begleitet hat, stellte ein solches Projekt vor. Nahezu alle Besucher wollten damals ein solches Geschäft. Ein Arbeitskreis, dem inzwischen 22 Mitglieder angehören, erarbeitete einen Fragebogen, aus dem hervorgeht, wie die Gundremminger zum dem Thema stehen. Insgesamt wurden 510 Fragebögen verteilt, 215 konnten ausgewertet werden, was einer Rücklaufquote von immerhin 40 Prozent entspricht. Nun gab es eine weitere Infoveranstaltung, bei der die Ergebnisse vorgestellt wurden. Und die sprachen für sich: Allein 40 Prozent der befragten Bürger hatten angegeben, Produkte des täglichen Bedarfs im „Dorfladen Gundremmingen“ einkaufen zu wollen, weitere 50 Prozent dann, wenn Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis wie auch die Regionalität der Produkte stimmen. Bei der Veranstaltung habe es Personen gegeben, die am liebsten mit einer sofortigen Realisierung eines Dorfladens begonnen hätten, sagt Gemeinderatsmitglied Willi Schiele, der dem Arbeitskreis angehört. Immerhin: 77 Personen hatten sich in der Umfrage bereit erklärt, Anteilsscheine zu zeichnen, womit sich bereits jetzt eine Summe von rund 21000 Euro ergibt.

Dass dies zu wenig Kapital für die Realisierung einer angedachten Genossenschaft ist, steht außer Frage. Erfahrungswerte zweier Orte mit ähnlicher Einwohnerzahl jedoch zeigten: Dort habe sich der Zeichnungsstand nach der Umfrage verdreifacht und liege inzwischen bei rund 85000 beziehungsweise 96000 Euro. Würde diese Entwicklung auch auf Gundremmingen zutreffen, dann könnte der nächste Schritt in Angriff genommen werden: Ausschreibungen und Auswahl möglicher Lieferanten. Die Qualität müsse aber vor dem Preis stehen, so haben es die Bürger gewollt. „Eben Klasse statt Masse“, betont Schiele. Auch beim Personal, das durch die Genossenschaft bezahlt würde, müsste auf die Qualifizierung geachtet werden. Die Mitarbeiter sollten die Kunden kennen und wissen, was nicht nur Senioren, sondern auch junge Familien benötigen. Und zum Standort: „Der Dorfladen muss zentral liegen, nahe des Kindergartens oder der Schule. Kein Neubau, sondern ein bereits bestehendes Gebäude“, betont Bürgermeister Tobias Bühler. Erwirtschaftete Gewinne sollen unter den Genossen anhand von Einkaufsgutscheinen aufgeteilt werden. „Das Geld muss im Dorfladen bleiben“, betont Schiele. Erste wichtige Schritte sind inzwischen gegangen. Noch in dieser Woche wird ein weiteres Treffen des Arbeitskreises stattfinden. Denn für das entsprechende Kapital ist die Zeichnung weiterer Anteilsscheine dringend erforderlich. Und dafür müssen zunächst noch eine ganze Reihe weiterer Personen gewonnen werden. „Wir unterstützen das Projekt, aber es wird nicht von der Gemeinde alleine realisiert werden“, betont Bürgermeister Bühler.

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