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Augsburg

10.09.2017

An der Hochschule steht die erste papierlose Haltestelle Augsburgs

Die papierlose Haltestelle hat auch ein neues Design spendiert bekommen: Der LED-streifen soll an den Königsplatz erinnern. Zum Vergleich: Rechts sieht man eine alte Haltestelle.
Bild: Annette Zoepf

Die Stadtwerke nehmen eine Prototyp-Haltestelle an der Hochschule in Betrieb. Dort gibt's Fahrpläne nur noch elektronisch am Bildschirm. Kommen dabei ältere Fahrgäste zu kurz?

Die Stadtwerke werden am Montag an der Hochschule nahe dem Roten Tor die erste Haltestelle in Betrieb nehmen, an der keine Fahr- und Liniennetzpläne aus Papier mehr aushängen. Stattdessen können Fahrgäste sich die Informationen von einer elektronischen Tafel, die etwa die Größe einer Zeitungsseite hat, holen. „Mit dem Berührungsbildschirm können wir deutlich mehr Informationen transportieren“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza.

Neben den Fahr- und Liniennetzplänen werden auch Tarifpläne und die Abfahrtszeiten der nächsten Fahrzeuge in Echtzeit angezeigt. Praktisch ist eine Verbindungsauskunft: Der Fahrgast kann sein Wunschziel eingeben und die Tafel gibt Informationen zu Linien, Abfahrtszeiten und Umsteigepunkten. Integriert sind auch ein Kartenausschnitt der Haltestellenumgebung und ein Verzeichnis von touristischen Sehenswürdigkeiten samt Wegbeschreibung.

Die Haltestelle soll als Prototyp dienen, so Stefanie Rohde, Bereichsleiterin für den Fahrbetrieb bei den Stadtwerken. „Wir wollen Erfahrungen sammeln und Rückmeldungen und Reaktionen der Fahrgäste.“ Ein Nachteil dürfte sein, dass immer nur ein Fahrgast gleichzeitig den Bildschirm bedienen kann. An den ersten Tagen werden Helfer vor Ort sein, um Fahrgäste mit dem Berührungsbildschirm vertraut zu machen. „Auf Wunsch bieten wir auch später eine Einweisung.“ Gerade älteren Fahrgästen, die keinen Bezug zum Smartphone haben, soll so der Umstieg erleichtert werden. Der Berührungsbildschirm funktioniert so ähnlich wie der Touchscreen eines Handys, ist aber deutlich größer.

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Papierlose Haltestelle in Augsburg mit neuem Design

Neben dem elektronischen Bedienfeld hat die Haltestelle insgesamt ein neues Design. Das Standardmodell in Augsburg stammt noch aus den 80er Jahren. Zusätzlich zur normalen Beleuchtung bekommt die neue Haltestelle eine blaue Effektbeleuchtung wie der Königsplatz.

Der Berührungsbildschirm bietet viele Funktionen, ist aber auch gewöhnungsbedürftig.
Bild: Annette Zoepf

Mit acht Sitzplätzen hat sie doppelt so viele Sitzgelegenheiten wie eine herkömmliche moderne Haltestelle. Das zum Schutz vor Sonnenstrahlen milchig gehaltene Glasdach ist niedriger als bei anderen Haltestellen. Das soll wartende Fahrgäste besser vor Schlagregen schützen. Auf Seitenwände wurde bei der Haltestelle verzichtet, aber eine schräg gestellte Werbetafel schirmt zumindest etwas Wind ab. Die Fahrkartenautomaten mit Notruffunktion sind ebenfalls in den Haltestellenbau integriert. Um zu verhindern, dass Vögel in die Glaswand auf der Rückseite fliegen, gibt es ein Streifenmuster, so Architekt Mathias Christoffel, der in mehreren Städten Wartehäuschen entworfen hat.

Es folgen weitere papierlose Haltestellen

Alle Haltestellen-Neubauten sollen künftig nach diesem Muster errichtet werden, alte Haltestellenhäuschen werden nicht ausgetauscht. In Augsburg gibt es 281 Stadtwerke-Haltestellen der mit insgesamt 668 Bahnsteigen. Die nächsten Haltestellenhäuschen im neuen Design werden also wohl entlang der verlängerten Linie 3 nach Königsbrunn und an der künftigen Linie 5 zum Klinikum stehen. Sie kosten zwischen 10.000 und 15.000 Euro mehr als die alten Häuschen. Allerdings, so Rohde, spare man auch Geld, weil künftig bei Fahrplanänderungen nicht mehr jede Haltestelle neue Papierfahrpläne benötige.

Die neuen Haltestellen sollen auch mit WLAN ausgestattet werden. Wie berichtet sollen neben dem Königs- und Rathausplatz und jetzt der Hochschule künftig 35 Stationen mit kostenlosem Funknetzwerk fürs Internetsurfen auf dem Smartphone ausgestattet werden.

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Die Diskussion ist geschlossen.

08.09.2017

Sie kosten zwischen 10.000 und 15.000 Euro mehr als die alten Häuschen. Allerdings, so Rohde, spare man auch Geld, weil künftig bei Fahrplanänderungen nicht mehr jede Haltestelle neue Papierfahrpläne benötige.

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Es rentiert sich schon nach 123 Fahrplanjahren...

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08.09.2017

Bei der papierlosen Toilette wäre der break even point deutlich schneller erreicht . . .

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08.09.2017
Man sollte den Augsburger Verkehrsbetrieben die Zuschüsse streichen. Überhaupt auf die Idee zu kommen Displays zu installieren die nur von einer Person gleichzeitig abgelesen werden kann grenzt schon an der Glaubwürdigkeit der Verkehrsbetriebe. Wer mit dieser Art der Technik umgehen kann hat diese schon meist in der Tasche. Nennt sich Smartphone. Abgesehen davon dass diese Anzeigen nicht Sabotagesicher sind, verbrauchen sie auch Strom. Müssen im Winter geheizt werden damit die Anzeige funktioniert. Wer zahlt das? Der Fahrgast doppelt. DURCH Steuern und Fahrkarte. Der Nichtnutzer nur durch Steuern. Klar dass dann regelmäßig die Fahrpreise angehoben werden. Oder ist das schon wieder eine Vorbereitung noch mehr Werbung zu verbreiten? Gut der Werbung hat man wenigstens zu verdanken dass der Wind nur noch von einer Seite ins Wartehäuschrn bläst. DIE 80ER WAREN JA SO SCHLIMM DASS MAN NOCH AUF RICHTIGE FUNKTIONALITÄT SETZTE. Warum investieren die Verkehrsbetriebe nicht in funktionierendes fahrendes Mat
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07.09.2017

Hoffentlich kann man die Digitalanzeige bei Sonnenschein auch lesen, und was ist bei Stromausfall ? Papieranzeige ist besser.

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