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Augsburg

17.06.2019

An der Uni Augsburg weiden jetzt seltene Schafe

Diese „Ostpreußischen Skudden“ zählen zu den ältesten und kleinsten Rassen deutscher Hausschafe.
Bild: Annette Zoepf

Warum diese Tiere wohl häufiger fotografiert werden als die berühmte Campus Cat“.

An der Uni Augsburg geht es jetzt tierisch zu. Und das im Sinne des Wortes. Eine kleine Herde von Schafen wird rund zwei Wochen lang auf dem Campus grasen. Sie haben eine besondere Aufgabe. Und sie dürften ein sehr beliebtes Fotomotiv werden. „Unsere Schafe werden häufiger fotografiert als die Campus Cat an der Uni“, sagt Ildikó Reményi-Vogt von der City Farm Augsburg. Sie muss es wissen. Denn sie kennt den roten Kater, das inoffizielle Maskottchen der Uni, gut.

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Die Schäfchen der City Farm sind nicht nur besonders hübsch. Sie gehören auch zu einer selten gewordenen Nutztierrasse – den „Ostpreußischen Skudden“. Diese Rasse zählt zu den ältesten und kleinsten deutschen Hausschafen. „Es gibt nur noch 1000 bis 2000 reinrassige Tiere und sie stehen auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen“, sagt Reményi-Vogt. Sie ist Mitbegründerin der City Farm und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Didaktik der Biologie der Universität. Skudden sind robuste Landschafe. Sie finden selbst auf mageren Flächen genügend zum Fressen. An der Uni werden sie als Weidetiere an einer besonders sensiblen Stelle eingesetzt. Sie grasen auf der Lechschotter-Heide vor dem Wissenschaftszentrum Umwelt. Die etwa 500 Quadratmeter große Naturfläche wurde angelegt, um die Vielfalt heimischer Arten zu fördern.

Eine Fläche wurde mit heimischen Samen geimpft

Vor einigen Jahren wurde sie mit Samen aus den Augsburger Heiden „geimpft“. Inzwischen hat sich die Uni-Heide zu einem neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere entwickelt, die typisch sind für die Landschaft am Lech. Die Schafe sollen als lebende Rasenmäher dafür sorgen, dass die Uni–Heide sich weiter entwickeln kann. Das Gemeinschaftsprojekt läuft im dritten Jahr. Ildikó Reményi-Vogt ist sehr zufrieden mit den bisherigen Erfolgen. Durch die Beweidung würden typische Heidekräuter ihrem Wachstum begünstigt und unerwünschte Pflanzen kurz gehalten, sagt sie. Nur eine nach Deutschland eingeschleppte Pflanze breite sich noch immer auf der Uni-Heide aus – das Einjährige Berufkraut. Aktuell beobachtet man, ob die Schafe das Gewächs in Schach halten können. Wenn sie es nicht schaffen, muss es per Hand entfernt werden.

An der Uni Augsburg weiden jetzt seltene Schafe

Auch der Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt, Jens Soentgen bewertet das Projekt als Erfolg. Er sagt, „wir setzen damit ein Zeichen für den Naturschutz und die ökologisch hochwertige Gestaltung von Freiflächen an der Universität.“

Die kleine Schafherde ist eine Sehenswürdigkeit

Schafe sind auf einem Universitätsgelände ungewöhnlich. Größere Probleme zwischen den Tieren und den vielen Studenten auf dem Gelände gibt es bislang aber nicht. Im Gegenteil. Die Schafweide ist mit einem elektrischen Zaun gesichert. Im vergangenen Jahr sei lediglich ein Lämmchen kurzzeitig davongelaufen, erzählt Ildikó Reményi-Vogt. Es sei aber schnell wieder eingefangen worden. Mit Hunden gebe es ebenfalls keine nennenswerten Schwierigkeiten. Deren Halter seien sehr diszipliniert.

Die kleine Schafherde hat auf sich auf dem Uni-Campus zu einer Sehenswürdigkeit entwickelt. Viele Studenten und Besucher kommen eigens vorbei, um sie zu fotografieren. Rund zwei Wochen weiden die Skudden beim Wissenschaftszentrum Umwelt. Anschließend ziehen sie auf die Wiese an der Cafete der Evangelischen Hochschulgemeinde im Univiertel um.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Eine Nische für bedrohte Natur reicht nicht

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