Musik

16.07.2013

Andalusisches Feuer

Musikalischer Parforce-Ritt: die spanische Band Trashtucada.
Bild: Eriksson

Trashtucada begeistert mit spanischem Balkan-Ska-Punk-Mix in der Ballonfabrik

Es ist schon erstaunlich, was Karman e.V., der Verein für interkulturelle Konzerte, alles aus dem Hut zaubert. Trashtucada aus Spanien brachte die Ballonfabrik am Sonntagabend in Sekundenschnelle zum Kochen. Aus Cadiz in Andalusien stammt das Septett um Sänger Juanmi und Sängerin Eli (im vierten Monat schwanger!). In Spanien sind sie Stars und füllen große Hallen, nach Deutschland war Trashtucada für gerade zwei Konzerte gekommen.

Sie kamen und siegten. Trashtucada ist eine Hammer-Band, die es krachen ließ. Oder etwas genauer: Ska und Balkan, Reggae und Punk brachen in fliegenden Wechseln aus den Instrumenten hervor, fusionierten, um sich kurz darauf erneut zu spalten. Ein Parforce-Ritt, der von treibend gespielten Instrumenten aus den Boxen jagte und ohne Umweg in die tanzenden Beine ging. Darüber die harte Stimme Juanmis und die Sanftheit Elis.

Einziger Wehmutstropfen: Die Texte waren auf Spanisch, und weil die Andalusier kaum des Englischen geschweige denn des Deutschen mächtig waren, blieben Übersetzungen leider aus. So musste die Konzentration zwangsläufig auf der Musik liegen. Die aber reichte völlig aus, um in schweißgetriebene Schwärmerei zu verfallen.

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Auch wenn die Ballonfabrik sich zum Konzert der spanischen Ska-Band brechend voll zeigte, lag die Zuschauerzahl weit unter dem, was die Spanier gewohnt sind. Doch Eli zeigte sich nach ihrem Auftritt begeistert: „Die Leute sind toll hier“, erklärte sie freudestrahlend. „Sie lachen so viel, sie tanzen so schön, das hat meine Batterien aufgeladen, mehr und mehr und mehr.“ Den heißblütigen Musikern aus Spanien eine Augsburger Reggae&Dub- Band voran zu stellen war ein gelungener Schachzug. Insbesondere, weil Dublimation zur interessanten Liga Augsburger Combos gehört.

Mit Violine und zwei Sängerinnen, mit Keyboards, Gitarre, Bass, Drums und Percussion kreierten die acht Musiker einen eigenwilligen Sound, der die Lebensfreude des Reggae auf der einen, verträumte Melancholie auf der anderen Seite transportierte und von musikalischem Know-how geprägt war.

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