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Gesundheit

15.11.2019

Aneurysma: Gegen die "tickende Zeitbombe" im Hirn

Ein Hirnaneurysma ist gefürchtet wie eine "tickende Zeitbombe", weil es platzen und schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann.
Foto: Henning Riediger - stock.adobe

Aneurysmen im Kopf, sind gefürchtet, da sie jederzeit platzen und schwere Behinderungen verursachen können. Ein Spezialist erklärt, wie gut OP-Methoden helfen.

„Wir sind innovativ“, begründet der Chefarzt der Klinik für Neuroradiologie am Augsburger Uniklinikum, Prof. Ansgar Berlis, den Ansatz seines Vortrags innerhalb der Ärztlichen Vortragsreihe in Stadtbergen. Über Hirnaneurysmen ist hier schon mehrmals gesprochen worden, aber Berlis möchte nun ein „Update“ bieten, das heißt, er wird auf neue Mikrosysteme aus verbesserten Materialien eingehen, mit denen ein Aneurysma im Gehirn unschädlich gemacht werden kann.

Schwere Folgen können verhindert werden

Was ist überhaupt ein Hirnaneurysma? Es geht um ein Blutgefäß im Gehirn, das aussackt und zu platzen droht. Es könnte also zu einer Blutung im Gehirn kommen, die schwere Behinderungen nach sich ziehen und sogar zum Tod des Betroffenen führen kann. Es ist als "tickende Zeitbombe" gefürchtet. Wird das Aneurysma rechtzeitig entdeckt, etwa weil der Kopf des Betroffenen mit einem bildgebenden Verfahren (Computer- oder Magnetresonanztomografie) untersucht wird, so können die Aussackung behoben und so schwerwiegende Folgen vermieden werden.

Ein Aneurysma kann, wenn rechtzeitig entdeckt, auf mehrere Arten behandelt werden. Das geschieht in der Regel, indem mithilfe eines Katheters, der unter radiologischer Kontrolle durch ein Blutgefäß bis zum Gehirn vorgeschoben wird, Platinspiralen in das Aneurysma oder ein Flow Diverter oder Stent über die Aussackung eingebracht wird. Bei den Flow Divertern oder Stents handelt es sich um winzige Drahtgeflechte, die die Gefäßwand stabilisieren und so ein Platzen des Gefäßes verhindern.

Berlis wird dabei drei Neuerungen vorstellen. So gibt es nun einen sehr klein dimensionierten Flow Diverter, der besser durch enge Gefäße passt. Zweitens geht es um einen Flow Diverter, der in das Aneurysma eingebracht wird und durch platingefüllte Streben besser sichtbar ist.

Drittens geht Berlis auf einen neuartigen Stent ein, der in den bildgebenden Verfahren besser sichtbar gemacht werden kann. Von diesem Stent sind nach seinen Worten bisher weltweit zehn bei Operationen verwendet worden, davon allein sechs in Augsburg.

Es handelt sich keineswegs um experimentielle Medizin

Auf die Vorteile der neuen Materialien wird der Referent im Einzelnen eingehen. Berlis legt freilich Wert auf die Feststellung, dass es sich hier nicht um experimentelle Medizin handelt. Patienten, die mit diesen neuen Mikrosystemen behandelt werden, gehen also kein größeres Risiko ein.

Die relativ neue Kathetertechnik erlaubt eine Aneurysma-Operation, bei der nicht mehr der Schädel des Patienten eröffnet werden muss. Früher hat man in der Regel die Gefäßaussackung mit einer Federklemme (Clip) abgeklemmt, um ein Platzen zu verhindern.

Termin: Die Veranstaltung findet am Montag, 18. November, um 19.30 Uhr im Bürgersaal Stadtbergen statt, Eintritt: 5 Euro.

Ärztliche Vortragsreihe in Stadtbergen: Unsere bisherigen Beiträge

In Stadtbergen bei Augsburg ist im September die 56. Ärztliche Vortragsreihe der Volkshochschule angelaufen. Referenten der Augsburger Uniklinik und des Bezirkskrankenhauses berichten in für Laien verständlicher Sprache über neue Entwicklungen in Diagnostik und Therapie. Wir berichten stets im Vorfeld der Arztvorträge. Hier die bisherigen Beiträge:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

 

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