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Augsburg

16.01.2019

Ans Essverbot in Bus und Tram hält sich nicht jeder

In Bus und Tram ist Essen und Trinken eigentlich verboten.
Bild: Silvio Wyszengrad

In Wien sorgt das neue Essverbot in allen U-Bahnen für Wirbel. In Augsburg gilt dies in den "Öffentlichen" schon lange. Doch das heißt noch nicht viel.

Ist es rücksichtsvoll, in der Straßenbahn seinen Döner oder Hamburger zu verzehren? Am Thema Essen in den „Öffentlichen“ scheiden sich die Geister. Während bei den Nachbarn im österreichischen Wien ein neues Essverbot in der U-Bahn für Diskussionen sorgt, gilt dieses Verbot in Augsburgs Trams und Bussen schon seit über zehn Jahren. Nur hält sich nicht jeder daran.

Wie die beiden Schüler, die am Dienstagnachmittag an der Haltestelle Königsplatz sitzen. Sie warten auf die Straßenbahn nach Haunstetten-Nord. Ihre Vorfreude gilt der braunen Papiertüte von McDonald’s, die sie zwischen sich platziert haben: 22 Chicken McNuggets und Barbecue-Soße. „Das essen wir gleich in der Tram“, sagt einer der Schüler. „Da ist es gemütlicher“, ergänzt sein Freund.

Beim Thema Sauberkeit sind die Stadtwerke zufrieden

Dabei weisen blaue Schilder an den Straßenbahnen darauf hin, hier drin ist Essen und Trinken verboten. Bei den Stadtwerken selbst sieht man das nicht immer streng. „Wir wollen die Fahrgäste nicht drangsalieren“, sagt Sprecher Jürgen Fergg. „Wenn ein Schüler sein Pausenbrot isst oder jemand in einen Apfel beißt, wird keiner etwas dagegen sagen.“

In erster Linie sei das Verbot ein Instrument für mitfahrende Gäste, die sich durch Essen gestört fühlen. In so einem Fall könnten sie essende Mitfahrer ansprechen und sich auf das Verbot berufen. Natürlich wolle man mit der Maßnahme auch Müll und klebrige Reste vermeiden. Aber hier sei man mit der Situation zufrieden.

Laut Fergg gibt es beim Thema Sauberkeit in den Öffentlichen regelmäßige Analysen durch Testkunden. Hier habe man im Vergleich mit zehn weiteren Städten, wie München oder Nürnberg, vor zwei Jahren sogar am besten abgeschnitten. „Kollegen anderer Verkehrsbetriebe haben sich bei uns erkundigt, wie wir das Thema managen“, erzählt er. Wie denn? Mobile Trupps, erklärt der Sprecher, kümmern sich um die Sauberkeit an den Haltestellen. Alle Fahrzeuge würden jede Nacht gereinigt.

Die Soßen-Deckel bleiben in der Tram liegen

Vielleicht finden in dieser Nacht die Reinigungskräfte in einer Tram der Linie 2 die Deckel von Barbecue-Soßen. Zwar beteuern die beiden Schüler vom Königsplatz, dass sie nachdem sie die Hähnchenteile gegessen haben, die Papiertüte an ihrer End-Haltstelle in einem Abfalleimer entsorgen wollen. Aber bei erneutem Nachfragen geben sie zu: „Naja, die Soßen-Deckel lassen wir unter den Sitzen.“

Lesen Sie auch den Kommentar: Wie viel Verbotspolitik muss sein

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.01.2019

Schön, das die Stadtwerke mit der Sauberkeit zufrieden sind. Sind die Kunden es auch?

Ich würde mir ein Essens- und Alkoholverbot wünschen. Insbesondere wegen Sauberkeit und Geruch - nur weil einer Lust auf ein Bier hat müssen nicht gleich 50 drum herum leiden.

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16.01.2019

Sie können ja zum jeweiligen Fahrer gehen und reklamieren. Der wird sich aber nichts draus machen, falls er Sie versteht.

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