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Augsburg

20.05.2019

Anwohner befürchten Aus für das Schwabencenter

Das Augsburger Schwabencenter mit seiner Einkaufspassage dümpelt vor sich hin.
Bild: Silvio Wyszengrad

Viele Bürger befürchten, dass das Schwabencenter ganz schließen könnte. Sie sehen die Versorgung in Gefahr und setzen sich für das Einkaufszentrum ein.

Bürger aus dem Augsburger Osten haben sich am Samstag im Schwabencenter eindrucksvoll und mit Unterstützung der Kommunalpolitik für die Erhaltung des Einkaufszentrums eingesetzt. Über 100 Menschen nahmen an einem Demonstrationszug mit der lautstarken Trommlergruppe Pica Pau durch die Passage und einer Kundgebung vor dem Edeka-Markt teil. Die Veranstalter sprachen von insgesamt 350 Teilnehmern bei der gesamten Aktion. Zusammen mit den Besuchern des Centers sorgten sie für ein Gedränge, wie es hier wohl schon lange nicht mehr zu erleben war.

Wie mehrfach berichtet, verliert das Schwabencenter seit einigen Jahren immer mehr Läden und Gastronomiebetriebe; zuletzt schloss die Drogerie Rossmann. Auch Edeka soll in Kürze schließen. Der Leerstand ist kaum mehr zu kaschieren. Eine 2015 angekündigte groß angelegte Sanierung des Centers ist bisher ausgeblieben. Nun wird befürchtet, dass das Einkaufszentrum vielleicht ganz geschlossen wird.

Schwabencenter: Hoffnungen in die Immobilienfirma Solidas

Bürgermeisterin und Wirtschaftsreferentin Eva Weber setzt jedoch große Hoffnungen in die Augsburger Immobilienfirma Solidas, die das Objekt kürzlich gekauft hat. „Den neuen Eigentümer kennen wir“, sagte sie auf der Kundgebung, „mit dem haben wir schon viele Projekte gemacht.“ Sie wisse, dass das Center eine zentrale Einkaufsfunktion habe. „Ich verspreche, dass wir uns kümmern werden.“ Zusammen mit ihr waren sieben Stadträte von CSU und SPD gekommen.

Zu der Demonstration unter dem Motto „Fünf vor Zwölf“ hatten die Verantwortlichen des Wohnzimmers, eines sozialen Treffpunkts sowie einer Bildungs- und Beratungseinrichtung im Center, aufgerufen. Lisa Schuster freute sich über so viele Teilnehmer: „Der Gang steht voll – genau so haben wir uns das gewünscht. Auch wenn Läden leer stehen, wir leben hier.“

Im Demonstrationszug ging es am Samstag durch das Schwabencenter. Anwohner und Kunden setzten sich für den Erhalt des Einkaufszentrums ein.
Bild: Annette Zoepf

Seniorenberaterin Angela Kemming nannte das ein positives Zeichen. Sie dankte allen aus den Schwabencenter-Hochhäusern, dem Herrenbach, aus Hochzoll und dem Spickel, die gekommen waren, und wies auf eine Unterschriftensammlung für das Center hin. Die Aktion sollte eher Unterstützung für das Schwabencenter als Protest zum Ausdruck bringen. Das Wohnzimmer lud mit Kaffee und Kuchen von der Kirchengemeinde St. Matthäus und einem Flohmarkt zu einem Besuch ein.

Augsburger Schüler haben eine Ausstellung erarbeitet

Schüler der Herrenbach-Mittelschule hatten mit Jugendsozialarbeiterin Katharina Meyer eine Ausstellung erarbeitet, in der sie ihre Verbundenheit mit dem Einkaufszentrum zum Ausdruck brachten. „Das ist für sie die einzige Möglichkeit, nach der Schule allein einzukaufen“, sagte sie. „Auch bei ihnen gab es eine Gerüchteküche, wie es mit dem Schwabencenter weitergeht. Wir haben lange diskutiert.“ Ein Schüler schrieb in der Ausstellung: „Das Schwabencenter darf nie schließen. Wir brauchen das doch.“

Norbertine Klemmer beteiligte sich am Unterschriftensammeln. Sie lebt selbst seit sieben Jahren in einem der Hochhäuser. „Wenn jetzt alle hier rausgehen, kommt man sich ja vor wie in einer Geisterstadt“, sagte sie und fügte hinzu: „Viele Ältere, die nicht mehr gut zu Fuß sind, haben Sorgen, wo sie sich künftig noch Brezen oder Äpfel besorgen können.“

Aus Friedberg-West war Hans Klusch zu der Aktion gekommen. Er macht auf dem Weg in die Augsburger Innenstadt gern hier zum Einkaufen Station und ist auch Teilnehmer der Kelleruni, die im Wohnzimmer stattfindet. Den Edeka-Markt findet er „top“, aber vielleicht etwas zu groß, um die nötigen Umsätze erwirtschaften zu können. Doch das Schwabencenter habe ein gutes Einzugsgebiet: Südlich im Spickel gebe es keine Einkaufsmöglichkeit, und auch in Richtung Hochzoll sei es weit zum nächsten Laden für Dinge des täglichen Bedarfs, meinte Hans Klusch.

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