Newsticker
Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise schon am Dienstag
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Anwohner versäumen Duell um neuen Trainingsplatz des FCA

Augsburg

31.07.2020

Anwohner versäumen Duell um neuen Trainingsplatz des FCA

Ein neuer Trainingsplatz des FC Augsburg sorgte für Ärger.
Bild: Michael Hochgemuth (Archivbild)

Vor dem Augsburger Verwaltungsgericht ging es im Sommer um einen umstrittenen neuen Trainingsplatz des FCA in Oberhausen. Doch das Gericht wies die Klage von Anwohnern ab.

Noch bevor es zur Sache ging, war das Verfahren vor dem Augsburger Verwaltungsgericht um einen umstrittenen neuen Trainingsplatz des FC Augsburg in Oberhausen praktisch schon beendet. Die Klage wurde als unzulässig, da verfristet, und auch als unbegründet erachtet. Der Vorsitzende des Siedlervereins Schönbachstraße hatte gegen den Genehmigungsbeschluss der Stadt Augsburg für einen Bauantrag geklagt.

Für einen großen Kampf gerüstet hatte sich Stefan Oberschmid, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Schönbachstraße vor dem Augsburger Verwaltungsgericht. Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Ingrid Linder hatte darüber zu befinden, ob der von der Stadt Augsburg bereits genehmigte Bau eines neuen Fußballfeldes am Nachwuchs-Leistungszentrum des FC Augsburg im Stadtteil Oberhausen rechtmäßig ist. Aber die Vorzeichen standen schlecht für einen großen Kampf der künftigen Nachbarn dieses „Hybridrasenspielfeldes mit Flutlicht- und Rasenheizanlage“.

Ärger um FCA-Trainingsplatz: Klage zu spät erhoben

Erstes Problem, das Richterin Linder aufwarf: Die Klage der Siedler sei zu spät erhoben worden – nämlich erst mehrere Tage nach Ablauf der Vier-Wochen-Frist nach Veröffentlichung der Genehmigung im städtischen Amtsblatt. Nein, er wolle bestimmt nicht dem großen FCA und der Stadt Augsburg unterstellen, sich „heimlich still und leise“ eine Genehmigung erschlichen zu haben, so Andreas Büchs, der Rechtsanwalt des klagenden Siedlervorsitzenden. Aber er zweifelte an, dass es vonseiten der Stadt gerechtfertigt gewesen sei, den Genehmigungsbescheid für das Spielfeld per „öffentliche Zustellung“ im städtischen Amtsblatt zu veröffentlichen, anstatt ihn den Betroffenen direkt zuzustellen.

Richterin Linder ließ erkennen, dass das Gericht der Ansicht der Stadt sei, dass die gewählte Form der Bekanntmachung zulässig gewesen sei. Von der Maßnahme seien nämlich mehr als die im Gesetz genannten 20 Personen betroffen. Deswegen, weil es bei der beklagten Problematik vor allem um Belästigungen der Nachbarschaft durch Lärm (von den Sportlern) und Helligkeit durch die Flutlichtanlage handle. Deswegen seien nicht nur die direkt angrenzenden Grundbesitzer betroffen. Die Lichtstrahlen der Flutlichtanlage könnten ebenso wie die Pfiffe und Rufe der Fußballtrainer auch in einem weiteren Umkreis wahrgenommen werden. Genannt wurden 100 Meter Abstand vom Spielfeldrand. So kam das Gericht nach Durchsicht des Grundbuches auf eine Zahl Betroffener jenseits der 20, selbst unter Abzug jener, die dem Bauvorhaben bereits zugestimmt haben.

Zweites Problem aus Sicht des Verwaltungsgerichts: die Klageberechtigung. Das Problem hierbei: Der geplante neue Trainingsplatz des FCA liegt im Bereich eines anderen Bebauungsplans als jener, dem die klagenden Nachbarn angehören. Damit sieht das Gesetz nur begrenzte Klagemöglichkeiten vor, die im konkreten Fall nicht entscheidend greifen.

Was sich aus Sicht des Gerichts als realistische Möglichkeit für die Kläger anböte, sei sich auf das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme zu berufen. Heißt, zu versuchen, vom FC Augsburg eine Erklärung des guten Willens zu erhalten. Das Gericht sah durchaus, dass durch die Stadt bereits Beschränkungen für die Nutzung des Platzes vereinbart worden seien: Trainingsbetrieb in der Regel an fünf Wochentagen für jeweils drei Stunden bis spätestens 20 Uhr wurde genannt.

"Rücknahme der Klage komme nicht in Betracht"

Der Bau oder Wiederaufbau eines Lärmschutzes sei stellenweise dem FC Augsburg überlassen, eine Bepflanzung auf bestimmten Flächen werde in der Pflanzzeit im Herbst noch erfolgen. Ob da seitens des FCA etwas Verbindlicheres zu hören sei? Rechtsanwalt Christoph Limm, Vertreter des beigeladenen Fußballvereins, blieb vage. Er müsse zuvor Rücksprache nehmen. Wie oft habe er es brieflich schon versucht beim Verein, seufzte Kläger Oberschmid, aber das Ross scheine sehr hoch zu sein. Nein, eine Rücknahme der Klage kommen nicht in Betracht, so der Anwohnervertreter. Und weil die Entsandten der Stadt Augsburg um den Leiter des Bauordnungsamtes, Peter Sterz,und auch der FCA Klageabweisung beantragten, musste das Gericht ein Urteil fällen. Ergebnis siehe oben. Gegen die Entscheidung ist das Rechtsmittel des„Antrags auf Zulassung der Berufung" zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegeben.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren