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Augsburg

15.11.2018

Anwohner wollen den Brunnen vor der City-Galerie

So sieht der Platz vor dem neuen Studentenwohnheim im Textilviertel gegenüber der City-Galerie aus. Er ist vielen Bürgern zu karg und leer.
Bild: Michael Hochgemuth

Anwohner und Passanten können nicht nachvollziehen, dass die Stadt das geschenkte Wasserspiel ablehnt. Sie wünschen sich eine attraktivere Gestaltung des Areals.

Die Sache ist auf den ersten Blick denkbar einfach. Der Investor des Studentenwohnheimes Studiosus 5 will auf dem Platz gegenüber der City-Galerie einen Brunnen bauen – auf eigene Kosten. Die Juristen des Baureferats haben rechtliche und finanzielle Bedenken (wir berichteten). Und somit ist die Sache vom Tisch. Die Stadt lehnt das Angebot ab. Das ärgert nicht nur den Bauträger aus München, sondern auch die Bürger. „Es ist total schade“, sagt Diana Kaebernick, 43. An dem ersten kalten Novembertag ist der Asphaltplatz wie leer geräumt, aber im Sommer herrscht hier fröhliches Treiben. Der Platz sei viel genutzt, aber man sei der Straße total ausgesetzt. Durch die Errichtung der Wasserspiele könnte der Blick auf die große Straße und die viel befahrene Kreuzung versperrt werden. Das würde die Qualität des Platzes auf jeden Fall steigern.

Lesen Sie dazu auch: Warum die Stadt an dieser Stelle keinen geschenkten Brunnen will

Die Glaubwürdigkeit leidet

Kaebernick wohnt selbst im Textilviertel und hat bereits mehrere Male mit erlebt, wie anfängliche Pläne, Orte aufzuwerten, am Ende nicht umgesetzt wurden. Irgendwann leide die Glaubwürdigkeit der Verantwortlichen darunter. Und gerade weil sich die Stadt mit seinem Wassersystem für das Unesco-Weltkulturerbe beworben hat, ist Kaebernick verwundert.

Sascha Kordisch, 39, ist da schon harscher im Ton. Er ist sichtlich aufgebracht über das Geschehene. Für ihn reiche der jetzige Zustand am Platz bei Weitem nicht aus. „Ein Loch bietet noch keine Unterhaltung“, sagt Kordisch. Alles, was Kunst und Kultur angehe, stehe immer hinten an und verliere nach und nach immer mehr an Bedeutung. Für ihn ist das der Grund, nach Österreich zu ziehen, wo seiner Meinung nach die kulturelle Beschaffenheit der Stadt einen höheren Stellenwert besitzt als hier.

So sahen die Pläne des Investors für einen Brunnen aus.
Bild: SWI Schimpel und Winter Hausbau

Die Stadt steht in der Pflicht

Und er sieht die Stadt klar in der Pflicht, im Notfall für die Instandhaltung des Brunnens aufzukommen. Vielleicht müsste man sogar selbst aktiv werden, schlägt er vor. Crowdfunding wäre eine Option, also der Versuch, ein Projekt durch eine Spendenaktion zu unterstützen.

Auch zwei andere Passantinnen begrüßen das Vorhaben, das Eingangstor zum Textilviertel durch ein Wasserspiel zu bereichern. Mit Wasser sei es schon schöner als nur mit ein paar Blumen. Und der Königsplatz zeige, welche positive Wirkung die Errichtung eines Brunnens hat.

Doch es gibt auch kritische Stimmen auf Bürgerseite. Zwei Jura-Studierende, die in der Innenstadt leben, sind der Meinung, dass rechtliche Bedenken unbedingt zu überprüfen seien, beispielsweise, was den Haftungsaspekt betrifft.

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