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Augsburg

02.03.2020

Anzeige erstattet: Wurde OB-Kandidat Hummel von Kickboxer Fiedler bedroht?

Peter Hummel ist OB-Kandidat der Freien Wähler in Augsburg. Er hat Anzeige gegen Guido Fiedler (WSA) erstattet.
Bild: Silvio Wyszengrad, Ulrich Wagner

Plus Peter Hummel, OB-Kandidat der Freien Wähler in Augsburg, fühlt sich von WSA-Stadtratskandidat Guido Fiedler bedroht. Der Kickboxer sieht die Sache anders.

Die WSA kommt nicht zur Ruhe. Erst verlässt ihre Stadtratskandidatin Marcella Reinhardt die Bürgervereinigung. Nun schaukelt sich der Zwist zwischen WSA und den Freien Wählern weiter hoch. Peter Hummel, OB-Kandidat der Freien Wähler, hat am Sonntag bei der Polizei Anzeige gegen WSA-Stadtratskandidat Guido Fiedler erstattet. Er fühlt sich von dem einstigen Kickbox-Weltmeister bedroht.

Augsburger OB-Kandidat Hummel fühlt sich bedroht

Es geht um zwei Kommentare, die Guido Fiedler am Wochenende auf Facebook an Peter Hummel und Thomas Milasevic gerichtet hat. Milasevic war Gründungsmitglied der WSA. Seit 2017 betreibt er auf Facebook die Seite „WSA AfD Watch“, auf der er sich sehr kritisch mit der Bürgervereinigung befasst. Er wirft ihr immer wieder Nähe zu rechtem Gedankengut vor. Anfangs tat er dies mit dem heutigen OB-Kandidaten Peter Hummel. An Milasevics und Hummels Adresse schrieb Fiedler am Wochenende: „Ich werde diese zwei richtigen Kerle mal persönlich stellen, egal wo. Das ist keine politische, sondern eine persönliche Angelegenheit. Wo seid Ihr?“

Unter einem Bild, das Freie Wähler-OB-Kandidat Peter Hummel von sich und seinen Kindern in dem sozialen Netzwerk gepostet hat, schrieb Fiedler zudem: „... Dich will ich treffen und kennenlernen, und du wirst mich kennenlernen“. Peter Hummel fasst diese Worte klar als eine Bedrohung auf, meint er auf Nachfrage gegenüber unserer Redaktion. Auch vor dem Hintergrund, dass es gegen Fiedler eine Anklage gebe wegen einer mutmaßlichen Körperverletzung im Rahmen eines familiären Konflikts. Der mehrfache Kickbox-Weltmeister Fiedler kann die Aufregung nicht nachvollziehen.

Der mehrfache Kickbox-Weltmeister Guido Fiedler ist Stadtratskandidat für die WSA. Er fühlt sich zu Unrecht in die rechte Ecke gedrängt, spricht von Mobbing.
Bild: Bernhard Weizenegger

Kickboxer Fiedler sagt, er wolle nur ein persönliches Treffen und reden

Zwar räumt er ein, dass seine Äußerungen auf Facebook vielleicht etwas unglücklich formuliert seien. „Aber ich würde mich doch wegen so etwas nicht straffällig machen und meine Arbeit aufs Spiel setzen.“ Vielmehr habe er seine Kritiker auffordern wollen, sich mal persönlich zu treffen und miteinander zu reden. Bei einem Essen etwa. „Sie sollen mir einfach sagen, wie sie auf den ganzen Nazi-Kack kommen. Keiner von denen kennt mich.“

Fiedler fühlt sich unrechtmäßig als „böser Bube“ dargestellt. Bei der WSA selbst weiß man, dass Guido Fiedler ein Mensch der klaren Worte ist. „Der Sprachstil eines Guido Fiedler ist ein anderer, als der des Vorstands, konkret ist er zweideutig auslegbar“, sagt WSA-Vorsitzender Peter Grab zu den Postings auf Facebook. Man gehe bis zum Beweis des Gegenteils davon aus, dass sie nicht als Gewaltandrohung gemeint waren – allein schon deshalb, weil diese dann ja wohl nicht öffentlich angedroht worden wären.

WSA-Vorstand Peter Grab sieht die Bürgervereinigung als Opfer einer „Diffamierungskampagne“ im Internet.
Bild: Silvio Wyszengrad

„Wir verstehen Guido Fiedler so, dass er damit sagen wollte, dass man bei persönlichen Angriffen aus dem Schatten des Internets hervortreten sollte und die persönliche Fehde von Mann zu Mann regeln sollte.“ Die WSA lehne selbstverständlich Gewalt ab, betont Grab. Er und OB-Kandidatin Anna Tabak sehen sich und die Mitglieder der WSA als Opfer einer „Diffamierungskampagne“ im Internet.

Als Urheber sehen sie Personen aus dem Umfeld der Freien Wähler

WSA-Mitglieder würden vor allem auf Facebook immer wieder als „Nazis“ und die WSA als „Nazi-Sammelbecken“ bezeichnet. Als Urheber der Kampagne sehen sie Personen aus dem Umfeld der Freien Wähler in Augsburg. Ende der Woche wandte WSA-Kandidatin Marcella Reinhardt der Wählervereinigung den Rücken zu. Ihr Austritt zwei Wochen vor der Wahl kam überraschend. Als Grund nannte die Regionalvorsitzende der Sinti und Roma in Schwaben anhaltende Diskussionen um mögliche rechte politische Ansichten des WSA-Mitglieds Guido Fiedler.

 

Fiedler war im November in die Schlagzeilen geraten, weil in seinem Studio nach Recherchen des BR auch Rechtsextremisten trainiert haben. In seinem Studio hing auch mal eine Reichskriegsflagge. Er selbst bestreitet, etwas mit der rechten Szene zu tun zu haben. „80 Prozent der Menschen, die bei mir trainieren, haben Migrationshintergrund.“ Zudem könne er nicht in Menschen hineinschauen.

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