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Ferienjobs in der Region

28.06.2017

Arbeitszeit, Versicherung, Gehalt: Worauf Ferienjobber achten müssen

Eis verkaufen, kellnern oder am Fließband arbeiten: In den Ferien verdienen Schüler und Studenten gern etwas dazu. Auf der Suche nach dem Ferienjob sollte man aber Regeln beachten.
Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa

Wer jetzt noch nach einem Ferienjob sucht, ist spät dran. In Einzelfällen kann es aber noch klappen. Worauf Schüler und Studenten achten sollten, wenn sie in den Ferien arbeiten.

Noch knapp fünf Wochen bis zu den Sommerferien und auch die Semesterferien an den Unis stehen vor der Tür: Viele Schüler und Studenten sind jetzt noch auf der Suche nach einem Job. Gerade von den begehrten Ferienjobs sind viele schon vergeben. Doch auch, wer gerade jetzt nach einer Ferienarbeit sucht, hat noch Chancen. Einige Punkte müssen Schüler und Studenten als Ferienjobber allerdings beachten. Ein Überblick.

Welche Altersgrenzen gibt es bei Ferienjobs für Schüler?

Schüler zwischen 13 und 15 Jahren dürfen bis zu zwei Stunden täglich leichte Jobs wie Zeitung austragen oder Babysitten übernehmen. Arbeiten dürfen sie aber nicht während des Schulunterrichts und auch nicht abends nach 18 Uhr. Außerdem darf der Ferienjob nicht ihre Gesundheit gefährden oder die Schulleistungen verschlechtern. Eltern müssen der Ferienarbeit ihrer Kinder zustimmen, bevor ein Vertrag zustande kommt.

Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren dürfen während der Schulferien maximal 40 Stunden pro Woche und höchstens 20 Tage Vollzeit im Jahr arbeiten. Die Arbeitszeit darf zwischen 6 Uhr und 20 Uhr liegen, samstags und sonntags müssen Jugendliche unter 18 Jahren aber unbedingt freinehmen. Ausnahmen für die Wochenenden gibt es in Bäckereien, Supermärkten, Kiosken, beim Sport, bei Musikaufführungen, im Gaststättengewerbe und anderen Einrichtungen. Niemals dürfen Jugendliche gefährliche Arbeiten verrichten oder Akkordarbeit leisten.

Wer älter als 18 Jahre und damit erwachsen ist, für den eignet sich ein Ferienjob in geringfügiger Beschäftigung, weil Schüler und Studenten sich dabei nicht zusätzlich versichern müssen. Maximal zwei Monate lang dürfen Jugendliche an höchstens fünf Tagen pro Woche arbeiten. Es handelt sich um eine "geringfügig entlohnte Beschäftigung", wenn das Jahres-Entgelt auf die Monate heruntergerechnet bei maximal 450 Euro pro Monat liegt.

Müssen Ferienjobber Steuern zahlen?

Bei den meisten Ferienjobs fallen normalerweise keine Lohnsteuer oder Sozialversicherungsbeiträge an, denn es handelt es sich um eine "geringfügige Beschäftigung" mit maximal 450 Euro pro Monat. Wer aufgrund hoher Gehälter schon Lohnsteuer gezahlt hat, kann sich diese zum Jahreswechsel zurückholen, indem er eine Steuererklärung macht. Wer noch Kindergeld bekommt, erhält es in vollem Umfang und muss es nicht mit den Ferienjob-Einnahmen verrechnen.

Bekommen Studenten noch BAföG, wenn sie einen Ferienjob haben?

Verdienen Studenten in einem Ferienjob oder einem Nebenjob besonders viel, kann es tatsächlich sein, dass die BAföG-Förderung für Studenten nicht in vollem Umfang gezahlt wird. Michael Noghero, der Sprecher des Studentenwerks rät: "BAföG-Empfänger sollten sich bei Fragen zur Freigrenze für eigenes Einkommen unbedingt an ihren persönlichen Sachbearbeiter im Amt für Ausbildungsförderung wenden, damit die BAföG-Förderung nicht beeinträchtigt wird."

Haben Schüler und Studenten im Ferienjob Anspruch auf Mindestlohn?

Der gesetzliche Mindestlohn, der seit Anfang 2017 bei 8,84 Euro pro Stunde liegt, gilt auch in Ferien- und Nebenjobs, allerdings nur für Ferienjobber, die mindestens 18 Jahre alt sind. Doch auch Schüler unter 18 Jahren sollten auf einem angemessenen Gehalt für ihre Arbeit bestehen und sich nicht ausnutzen lassen, rät Annette Kappes von der Jugendinformation des Stadtjugendrings Augsburg: "Handelt es sich um eine Ferienbeschäftigung in einem großen Unternehmen, sollte der Verdienst sich am Mindestlohn orientieren. Bei kleineren Ferienjobs liegt es im Ermessen der Schüler und Studenten, zu welchem Preis sie ihre Arbeit anbieten."

Studentenwerk-Sprecher Michael Noghero sagt: "Die Bezahlung ist sehr von der Tätigkeit abhängig. Arbeit auf dem Bau ist beispielsweise relativ gut bezahlt, bei sommerlichen Temperaturen aber auch körperlich anstrengend." Doch auch Steuerkanzleien, Arztpraxen und andere Büros suchen Urlaubsvertretungen und bieten Studenten Ferienjobs, sagt Noghero: "Da wird relativ gut bezahlt, weil man entsprechende Qualifikationen erwartet." Studierende mit guten IT-Kenntnissen bekommen seiner Erfahrung nach bis zu 25 Euro in der Stunde.

Mit wie viel Vorlauf sollten Jugendliche nach Ferienjobs suchen?

Bei der Suche nach Ferienjobs ist es empfehlenswert, schon zwei oder drei Monate vor den Ferien zu suchen. Annette Kappes sagt sogar: "Wer begehrte Ferienjobs in großen Unternehmen sucht, sollte sich möglichst schon ein halbes Jahr vorher bemühen." Je später Jugendliche sich bewerben und je jünger sie seien, desto geringere Chancen haben sie laut Kappes. Sie sagt aber auch: "Wer kurzfristig noch etwas sucht, findet manchmal aber auch noch etwas. Man muss sich nur deutlich mehr anstrengen."

Wie finden Schüler und Studenten einen Ferien- oder Nebenjob?

In großen Firmen, wie etwa in der Industrie, kann man in der Personalabteilung nach Aushilfsjobs fragen. Auch Online-Plattformen wie können bei der Suche hilfreich sein. Die besten Ferienjobs ergattern Schüler und Studenten aber meist ganz schnell, wenn sie Kontakte in Familie und Freundeskreis nutzen. Über persönliche Kontakte steigen die Chancen, auch kurzfristig noch einen Ferienjob zu bekommen.

Viele Ferien- oder Nebenjobs gibt es im Einzelhandel, im Tourismus, im Hotel- und Gaststättengewerbe, sowie in der Kinderbetreuung, Nachhilfe, Werbung, im Callcenter, in der Markt- und Meinungsforschung oder bei Veranstaltungen.

Ansonsten lohnt es sich, persönlich bei Firmen und Geschäften im Ort nach Ferienjobs zu fragen. Anregungen können sich Schüler und Studenten im Branchenverzeichnis der Stadt oder in der Lokalzeitung holen. Auch in der Schule oder an der Uni gibt es oft Aushänge mit Jobangeboten.

In welchen Branchen finden junge Leute in Augsburg derzeit Ferienjobs?

Das Augsburger Studentenwerk betreibt hier eine Jobbörse. Sprecher Michael Noghero sagt: "Wer handwerklich geschickt ist, findet als Aushilfe sehr gut einen Job." Die meisten freien Stellen gebe es aktuell in der Produktion, aber auch in der Gebäudereinigung würden viele Urlaubsvertretungen gesucht.

Welche Beratungsangebote gibt es für Schüler und Studenten in Augsburg?

Annette Kappes ist Leiterin der Jugendinformation des Augsburger Stadtjugendrings. In der Neuen Stadtbücherei beraten sie und ihre Mitarbeiter Schüler und Studenten unter anderem zum Thema Ferienjobs. Geöffnet ist die Beratungsstelle von Montag bis Freitag von 13 Uhr bis 17 Uhr. Das Team hat auch eine Information zum Thema herausgegeben.

Spezielle Informationen zu Ferienjobs für Studenten gibt das Studentenwerk auf seiner Website. Bei juristischen Problemen mit dem Arbeitgeber können sich Studenten an die Sozial- und Rechtsberatung des Studentenwerks wenden. Auch das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gibt Auskunft. Anrufen kann man montags bis donnerstags zwischen 8 Uhr und 20 Uhr unter der Nummer 030/221 911 004.

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