Newsticker

Mit Ausnahme der Kanaren: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Spanien
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Attacke vor Spectrum: Anklage wegen versuchten Mordes

Augsburg

06.07.2020

Attacke vor Spectrum: Anklage wegen versuchten Mordes

Vor dem Club "Spectrum" in Augsburg wurde ein Mann unvermittelt attackiert und schwer verletzt.
Bild: Bernd Hohlen (Archiv)

Plus Ein 50-Jähriger wurde vor einem Augsburger Club schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft sagt, der Angreifer wollte den Mann aus Heimtücke töten.

Wenn es um Schlägereien in der Augsburger Partyszene geht, denkt man nicht unbedingt zuerst an den Musikclub "Spectrum" in Kriegshaber. Eigentlich geht es dort eher gesittet zu. Bei einer Veranstaltung Ende vergangenen Jahres wurden Neue Deutsche Welle und Schlager gespielt; sie richtete sich eher an ein älteres Publikum. Dennoch ereignete sich an diesem Abend eine der brutalsten Gewalttaten im Augsburger Nachtleben in den vergangenen Jahren.

50-Jähriger musste nach Attacke vor "Spectrum" notoperiert werden

Sie brachte einen 50-jährigen Mann mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft hat den mutmaßlichen Täter nun angeklagt. Wie berichtet, griff der 35 Jahre alte Verdächtige das Opfer in der Tatnacht den Ermittlungen zufolge an, als der 50-Jährige gegen 2 Uhr nachts gerade den Club verließ. Der mutmaßliche Täter war offenbar von den Türstehern des Clubs abgewiesen worden, unter anderem da er deutlich alkoholisiert war.

Die Gewalttat, so beschrieb es damals die Polizei in einer Erstmeldung, passierte "völlig unvermittelt", der Täter ging demnach äußert brutal vor: Der 35-Jährige soll seinem Opfer mehrfach gegen den Kopf geschlagen und weiter auf ihn eingeprügelt haben, als der Mann bereits zu Boden gegangen war. Der 50-Jährige kam anschließend mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus und musste dort notoperiert werden. Es hieß zunächst, der Mann aus dem Landkreis Aichach-Friedberg befinde sich in einem kritischen Zustand, seine Lage stabilisierte sich den Angaben zufolge schnell.

Attacke vor Spectrum: Anklage wegen versuchten Mordes

Gewalttat vor "Spectrum" in Augsburg: Anklage wegen versuchten Mordes

Der 35-Jährige sitzt seit der Tatnacht in Untersuchungshaft. Im Haftbefehl gegen ihn war von versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung die Rede. Nun hat die Staatsanwaltschaft ihn wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt, die Vorwürfe also noch einmal verschärft. Bei Totschlag liegt die Höchststrafe bei 15 Jahren, bei Mord sieht das Gesetz eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. Was den Fall neben der ungewöhnlichen Brutalität ebenfalls hervorhebt: Der 50 Jahre alte Mann war offenbar ein Zufallsopfer; er und der 35-jährige Tatverdächtige kannten sich nicht und hatten vor der Attacke wohl auch am Schlager-Abend im "Spectrum" nichts miteinander zu tun. Die Staatsanwaltschaft sieht laut Anklage das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt.

Der Beschuldigte sagt nach früherer Auskunft seines Anwalts Frank Thaler, er habe keinerlei Erinnerung an den Vorfall.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

06.07.2020

Diese Anklage ist die richtige Reaktion. Der Ausgang des Verfahrens ist, wie immer, offen, aber diese brutalen Schläger und Treter, die ein wehrlos am Boden liegendes Opfer brutal attackieren, dürfen hart bestraft werden. Nach früheren Berichten hatte der Täter knap 2 Promlle Alkohol. Er kann sich an nichts erinnern, aber soviel Gedankenkraft, jemanden brutal zu schlagen, hat er dann doch. Mein Mitgefühl gilt ausschließlich dem Opfer und dessen Angehörigen.

Vor allem auch zivilrechtlich müssen diese belangt werden. Warum aber wieder 1/2 Jahr vergehen muss, bis dies zur Anklage kommt, darf auch einmal angesprochen werden.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren