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Comedy

13.02.2016

Atze in Plüsch

„Fremdgehen ist genetisch angelegt“, behauptet Atze Schröder und gibt bei seinem Auftritt in der Schwabenhalle Tipps, wie es auf jeden Fall klappt.
Bild: Siegfried Kerpf

Alles nur Deko. Der Ruhrpott-Proll ist bei seinem Auftritt in der Schwabenhalle alles andere als weich gespült

Wer Comedy mag, der kommt an Atze Schröder wohl nicht vorbei, und er wird auch über seine zotigen Späße herzhaft lachen. Nach Augsburg reist Schröder besonders gern, da von hier aus seine Karriere als Stand-up-Comedian vor beinahe 20 Jahren ihren Ausgang genommen hatte. Damals gab er den Prototyp seines Ruhrpott-Prolls noch auf einer Kleinkunstbühne, jetzt gastierte er in der nahezu vollbesetzten Schwabenhalle.

Wie er wirklich heißt, wissen nur wenige, wie er wirklich aussieht ebenso. Die Kunstfigur Atze Schröder jedoch sieht seit 20 Jahren gleich aus: Lockenperücke, Sonnenbrille und eine viel zu enge Jeans. Auf der Bühne der Schwabenhalle steht ein mit weißem Plüsch überzogener Flügel, riesige ebenso plüschige weiße Ostereier als Deko und alles in schummrig rotes Licht getaucht. Viel kitschiger geht nicht. Die Stimmung in der Halle ist locker, lustig, laut. Die Zuschauer freuen sich auf den plaudernden Comedian, und sie freuen sich auf die kommenden Schoten, die meist auf Kosten der Frauen gehen. „Eine gute Frau ist wie guter Grünkohl. Da muss der Frost zweimal drüber gewesen sein.“

Mit dem Programmtitel „Richtig Fremdgehen“ war das Thema unmissverständlich vorgegeben: Es geht um Sex. Wohl deshalb laufe die Tournee seit nunmehr zwei Jahren so hervorragend, mutmaßt der Künstler. Doch nicht jeder, der fremdgehen will, wird auch Erfolg haben. Manche Menschen seien schlicht zu hässlich fürs Fremdgehen, anderen sei das Fremdgehen schon mit ihrem Namen in die Wiege gelegt, wie etwa Franz Beckenbauer. Für Udo Jürgens, von dem Schröder den weißen Plüschflügel geerbt hätte, war Fremdgehen lediglich eine Frage der Gelegenheiten. Das Thema mache vor niemandem Halt, auch wenn es im Französischen erstaunlicherweise überhaupt kein Wort für Fremdgehen gebe. Und dabei hätten sie doch den Kreisverkehr erfunden. Neu ist das Thema nicht, vielmehr sei Fremdgehen schlicht in der Genetik angelegt, so Schröders Erkenntnis. „Schon in der Steinzeit hat der Mann alles abgekeult, was an der Höhle vorbeikam. Nur damals hat sich niemand aufgeregt.“

Knapp zwei Stunden wirft Atze Schröder seinem Publikum einen Kalauer nach dem anderen zu. Das ist Stand-up-Comedy pur. Genau das wollen die Zuschauer geboten bekommen, und genau deshalb gehen sie nach zwei Stunden wieder gut gelaunt nach Hause.

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