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Augsburg

16.04.2018

Auch die Logistik-Sparte von Ledvance wird geschlossen

Rund 650 Beschäftigte protestierten gegen die Schließung des Ledvance-Werks in Augsburg.
Bild: Klaus Rainer Krieger

650 Mitarbeiter demonstrieren gegen die Schließung des Ledvance-Werks in Augsburg. Dabei wird bekannt, dass auch die Logistik-Sparte definitiv schließt.

Gut 500 Mitarbeiter haben am Montag vor Tor 1 des Augsburger Ledvance-Werks gegen die Schließung des Standorts demonstriert. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass auch die Logistik-Sparte definitiv keine Chance mehr erhält. „Auch hier hat die Geschäftsführung das von Arbeitnehmerseite vorgelegte Standortkonzept abgelehnt“, berichtete Angela Steinecker, Unternehmensbeauftragte der IG Metall bei der Kundgebung den Medienvertretern. Etwa 100 Mitarbeiter sind betroffen.

Wegen der aktuellen Entwicklungen beim Lampenhersteller Ledvance – das Werk in Augsburg soll Ende 2018, der Maschinenbau spätestens 2019 geschlossen werden - rief die IG Metall Augsburg die rund 650 Beschäftigten am Montag zu einer Protestkundgebung vor dem Werk in der Berliner Allee auf. Um 13.30 Uhr versammelten sich dort Gewerkschaftsvertreter und Mitarbeiter, um erneut gegen die Werksschließung beziehungsweise für ihre sozialverträgliche Abwicklung zu protestieren. „Wir müssen jetzt alles unternehmen, dass ihr nicht mit einem Butterbrot nach Hause geht“, rief Angela Steinecker den Mitarbeitern zu und spielte damit auf die bereits laufenden Sozialplanverhandlungen an. Noch seien die Angebote seitens Ledvance inakzeptabel, erzählte sie.

Stimmung bei Ledvance-Demo war aufgeladen

Die Stimmung vor Ort war - zusätzlich angeheizt durch die Mitteilung über die endgültige Schließung auch der Logistik -  aufgeladen, das Pfeifkonzert der Belegschaft teils ohrenbetäubend. "Es ist unsäglich und eine Schweinerei, was hier gemacht wird“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Andreas Jakob. Und weiter meinte er: "Es gab im Ledvance-Vertrieb keinerlei Konzept. Wenn man so auf den Markt geht, bleibt am Ende nur die Schließung. Ich bin mehr als enttäuscht."

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Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl sagte am Rande der Kundgebung: „Wir können kaum ermessen, was in jedem einzelnen Betroffene vorgeht. Da hilft es auch nicht, wenn wir hundertmal sagen, der Arbeitsmarkt ist gut. Wir müssen jetzt an den Mitarbeitern dran bleiben und sie begleiten.“ Das habe die Stadt vor und stehe in engem Kontakt zu Gewerkschaft, Betriebsrat und Agentur für Arbeit.

Neben Augsburg ist auch der Standort in Berlin von den Schließungsplänen betroffen. Dazu kommen Personalabbaupläne, die vorsehen, 1400 der 2200 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Deshalb sollen am Dienstag Beschäftigte aller Standorte vor der Unternehmenszentrale in Garching protestieren. Dort soll auch ein Vertreter des chinesischen Eigentümers MLS zu Gast sein. „Da müssen wir morgen in voller Mannschaftsstärke vertreten sein und zeigen, dass wir so nicht mit uns umspringen lassen“, so Betriebsratsvorsitzender Andreas Jakob.

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