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Abraxas

09.02.2015

Auf Amadeus folgt der Froschkönig

Mit Tanz und Musik erzählen Ménage à trois ihre Geschichten. Im Kulturhaus Abraxas verbanden sie Mozart-Kompositionen mit Märchen der Gebrüder Grimm.
Bild: Michael Hochgemuth

Das Ensemble Ménage à trois vereint mit „Mozart meets Märchen“ Musik, Tanz und Spiel

„Mozart der Märchenerzähler“ ist für die Multimedia-Gruppe „Ménage à trois“ Leitspruch ihrer Show „Mozart meets Märchen“. Im Abraxas bot sie eine Mischung aus Mozart-Anmutung und Märchen. Das Musikerehepaar Oberpichler hat mit dem Cello-Trio Solina und drei Tänzerinnen ein eigenes Genre entwickelt. Rale Oberpichler, einst Background-Sängerin u.a. bei Udo Lindenberg, und Frank Oberpichler feierten in den 80ern während der Neuen Deutschen Welle als „Paso Doble“ Erfolge („Computerliebe“) – sie sind mit allen Wassern des Crossover gewaschen.

So sprang Oberpichler als Mozart-Irrwisch mit Zopf am E-Cembalo suchend von Ton zu Ton, erwischte den Quart-Intervall der „Kleinen Nachtmusik“, schnipselte daran weiter, bis alles in Fluss kam – derweil die Cellistinnen und gerüschten Tänzerinnen reglos harrten. Dann zappte das Rokoko ins Jahr 1985, zu Falcos „Rock me Amadeus“– jetzt kam Leben in die Tänzerinnen, die sich relativ bieder um ihre Achsen drehten.

Zurück zu Amadeus: Rale Oberpichler verkündete dreimal Mozart, den dunklen Mystiker („Lacrimosa“ aus dem Requiem), den Satiriker („Ein musikalischer Spaß“), den Modernen (Einleitung zum Dissonanzen-Quartett). Die Celli brachten dies in Frank Oberpichlers frechen Arrangements fabelhaft zum Klingen.

Dann glitt die Mozart-Sphäre in die Welt von Grimms Märchen. Den „Froschkönig“ haben sich Sängerin Rale und Komponist Frank als Mini-Musical auf den Leib geschrieben. Grimms Originaltext verband sich mit Rale Oberpichlers Songs und ihrer charismatischen Diseusen-Stimme zu einem klingenden Märchen. Die drei Celli realisierten die effektvoll illustrierenden Klänge farbig nuanciert, zwei Tänzerinnen vollführten mit Pantomime und Tanzgesten in hübschen Kostümen die Begegnung der zickigen Königstochter mit dem Frosch. Rales Moderation und Gesang brachten Grimms ethische Botschaft zum Ausdruck: Vergiss nicht den, der dir geholfen hat. Der Frosch ist bekanntlich der schöne Prinz. Das Thema wurde zurückgereicht an Mozarts „Zauberflöte“. Mit einem Mix aus dem „Galimathias Musicum“ KV 32 und Papagenos Familienvision („Ein Mädchen oder Weibchen“) schloss sich der Kreis. Ein inhaltlich etwas beliebig zusammengesetztes, doch insgesamt hübsches Bühnenstückchen.

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