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Wahlkampf in Augsburg

23.12.2013

Auf Stimmenfang für 470 Kreuzchen

Markus Bayerbach (links), Kandidat der Alternative für Deutschland und Christian Pettinger, ÖDP, sammelten am Samstag Stimmen.
Bild: Fridtjof Atterdal

Kleine Parteien sammeln Unterschriften, damit sie im März bei der Bürgermeisterwahl antreten dürfen. Das ist harte Arbeit.

470 Unterstützungsstimmen benötigen die kleinen Parteien, um am 16. März 2014 zur Wahl antreten zu dürfen. Einige nutzten die Chance, am Samstag im Einkaufstrubel rund ums Rathaus auf Stimmenfang zu gehen. Während die Unterschriftenlisten sonst nur in den Bürgerbüros ausliegen, konnte man an diesem Tag auch im Rathaus für seine Partei unterschreiben.

Wer drei Tage vor Weihnachten in der Innenstadt unterwegs ist, hat meist anderes zu tun, als über Politik zu diskutieren. Aber an diesem Vormittag konnte man davon ausgehen, zwischen Perlachturm und Moritzplatz mehrfach angesprochen zu werden. „Das Rathaus hat heute bis 13 Uhr geöffnet, haben Sie schon unterschrieben?“, hieß es in verschiedenen Variationen immer wieder. Trotz Kälte und mancher abweisender Geste sprachen Mitglieder von ÖDP, Alternative für Deutschland (AfD) Bayernpartei und Polit-WG vor dem Rathaus unverdrossen Passanten an. Die CSM hatte sich ein Stück weiter hinten am Eingang zur Steingasse postiert. Nicht alle Parteien nahmen die Gelegenheit wahr.

„Heute machen wir wohl kaum 470 Stimmen, aber die Menschen können die Unterschrift quasi nebenbei beim Einkaufen abgeben“, sagte OB-Kandidat Christian Pettinger (ÖDP). Denn die Hürde, extra für eine Unterschrift ins Bürgerbüro zu gehen, sei extrem hoch. Mit 15 Kandidaten war die Partei an diesem Tag unterwegs, leicht zu erkennen an den großen Wahlplakaten vor Bauch und Rücken. Vier Stunden dauerte der Dienst, wer durchgefroren war, konnte sich in der „Notzentrale“ der Partei in der Viktualienhalle des Stadtmarktes kurz aufwärmen.

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Gleich nebenan versuchte AfD-Kandidat Markus Bayerbach, die Menschen ins Rathaus zu lotsen. „Ich finde es nicht so toll, die Leute drei Tage vor Weihnachten mit Politik zu überfallen“, meinte er. „Aber jetzt ziehen wir das durch“. 470 Stimmen seien viel, wenn man bedenke, dass für die Bundestagswahlen nur 2000 Stimmen pro Bundesland nötig gewesen seien.

Während die meisten Passanten dem Werben der Parteien freundlich begegneten, gab es auch genervte Stimmen: „Sie sind jetzt der Dritte von der ÖDP, der mich anquatscht, das grenzt – mit Verlaub – an Belästigung“, schnauzte etwa ein Passant Christian Pettinger an.

Andere finden sich an diesem Tag in einer ungewohnten Position wieder. „Das ist schon ein komisches Gefühl, hier zu stehen und Stimmen zu sammeln“, sagte der langjährige Stadtrat und Bürgermeister Hermann Weber (CSM). Aber wenn die Hürde von 470 Stimmen geschafft sei, würde das auch für den weiteren Wahlkampf beflügeln. Alle Kandidaten wären an diesem Tag im Einsatz und hätten selbst ihre Bekannten und Freunde aktiviert. „Wir wollen die Stimmen gleich heute zusammenbringen“, war die Parole.

Im Rathaus musste man teilweise anstehen, um seine Stimme abgeben zu können. „Es war von Anfang an richtig was los“, sagte Gemeindewahlleiter Klaus Sulzberger, der mit seinem Team vom Bürgeramt den Ansturm bewältigte. Sieben verschiedenfarbige Listen für die sieben angetretenen Parteien lagen zur Auswahl, hier konnte man für die Partei und gesondert für den OB-Kandidaten unterschreiben.

Die meisten, die hier ihre Unterschrift abgaben, hatten an dem Prozedere nichts auszusetzen. „Ich finde die 470 Stimmen in Ordnung, sonst würde der Stadtrat völlig zersplittern und es wäre kaum mehr möglich, Mehrheiten zu bilden“, sagte etwa die Augsburgerin Inge Wilmes.

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