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Augsburg

06.02.2018

Auf dem Reese-Areal sollen 250 neue Wohnungen entstehen

Die Nordfassade des künftigen Wohngebäudes auf dem Reese-Areal wird durch gebogene Blechelemente aufgelockert. Je nachdem, aus welcher Richtung man am Gebäude vorbeifährt, sind diese Elemente bunt oder weiß.

Die Wohnbaugruppe verwirklicht auf dem Reese-Areal ein Mammut-Projekt, bei dem rund 250 Wohnungen entstehen. Dem Betreiber des Spectrums bereitet ein anderes Projekt große Sorgen.

Noch herrscht auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück im Norden des Reese-Areals Ödnis. Ein bisschen müssen sich die Kriegshaber Bürger auch noch gedulden, bis im Erdgeschoss des geplanten Neubaus mit einem Supermarkt und einer Drogerie die lang ersehnten Einkaufsmöglichkeiten bereitstehen und 140 Wohnungen in den darüberliegenden Geschossen bezogen werden können. Hinter den Kulissen ist das Vorhaben, das an der Ulmer Straße zwischen Langemarck- und Landvogtstraße entstehen soll, aber ein gutes Stück vorangekommen.

Die Wohnbaugruppe Augsburg hat jetzt für den Reesepark I den Bauantrag bei der Stadt eingereicht. Dass es sich dabei für das Unternehmen um eine Mammutaufgabe handelt, wird angesichts der Investitionssumme deutlich. Geschäftsführer Mark Dominik Hoppe spricht von rund 50 Millionen Euro. Eigentlich sollte das Großprojekt auf der Kasernenfläche in Kriegshaber längst stehen. Ein Projektentwickler hatte sich des Vorhabens vor Jahren angenommen. Doch nachdem einer der Investoren Konkurs angemeldet hatte, wurden die Karten neu gemischt und dem kommunalen Wohnungsbauunternehmen zugesprochen. Mit der Kombination aus Nahversorgungszentrum und Wohnungen beschreitet die städtische Tochter neue Wege. Allein der Rewe-Markt, der im rund 120 Meter langen und knapp 40 Meter breiten Hauptgebäude einzieht, verfügt über rund 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Auf dem Reese-Areal sollen Einkaufsmöglichkeiten entstehen

In einem weiteren, durch die Reese-Allee getrennten Baukörper, eröffnet Rossmann einen Drogeriemarkt. „Außerdem kommt hier noch eine Bäckerei ins Erdgeschoß“, sagt Hoppe. Die Kunden dürften zu einem Teil aus dem eigenen Haus kommen. In beiden Gebäuden zusammen entstehen 140 Wohnungen zwischen zwei und fünf Zimmern. Die Miete soll für sozial Schwächere oder Normalverdiener erschwinglich sein. Die künftigen Bewohner dürfen mit einem Zuschuss rechnen, der nach dem jeweiligen Einkommen gestaffelt ist. Vier Wohneinheiten sind rollstuhlgerecht, die Vergabe soll laut Hoppe in Zusammenarbeit mit dem Fritz-Felsenstein-Haus erfolgen. Insgesamt 220 Stellplätze, die oberirdisch und in einer Parkgarage Mietern und Kunden zur Verfügung stehen, runden das Vorhaben ab.

Planerisch steht hinter dem Neubau der Architekt Titus Bernhard, der sich für die Nordfassade etwas Besonders einfallen ließ. Die Laubengänge werden durch gebogene Blechelemente aufgelockert. „Je nachdem, ob man stadtauswärts oder einwärts fährt, sind diese bunt oder weiß“, sagt Hoppe. Bis das Farbenspiel in Augenschein genommen werden kann, dauert es noch. Nachdem der Bauantrag eingereicht ist, hofft Hoppe, dass noch in diesem Jahr die Bagger anrücken. Im März werde sich der Bauausschuss mit dem Vorhaben befassen, das im Baukunstbeirat bereits auf positive Resonanz gestoßen sei. Rund zwei Jahre Bauzeit sind einkalkuliert.

2019 will die Wohnbaugruppe nochmals auf dem Reese-Areal aktiv werden. Direkt im Anschluss Richtung Langemarckstraße hat sie sich ein weiteres Baufeld für den Reesepark II gesichert. Unter der Regie des Architekturbüros AllesWirdGut (Wien, München) sollen rund 120 weitere einkommensorientierte Wohnungen verschiedener Größe in mehreren Häusern entstehen. Einige Einheiten werden speziell auf die Bedürfnisse Alleinerziehender zugeschnitten.

Die Betreiber des Spectrums haben Existenzängste

Noch ein weiteres Grundstück hat die Wohnbaugruppe in Kriegshaber im Visier. Doch obwohl das Projekt auf dem Linde-Areal an der Kreuzung Ulmer-/ Neusässer Straße mit 26 Wohnungen plus Büros vergleichsweise bescheiden anmutet, entwickelt es sich zu einem kniffligen Unterfangen. Der Grund: Direkt an das brachliegende Grundstück, auf dem sich früher das Unternehmen Linde (Industriegase und Kühlsysteme) befand, grenzt der Spectrum Club. Dessen Geschäftsführer, Ufuk Aykut und Michael Klein, verweigern bislang ihre für die Baugenehmigung erforderliche Unterschrift, weil sie um die Existenz ihres Lokals fürchten. „Das wäre das Todesurteil. Wenn sich der erste Mieter beschwert, müssen wir schließen.“

Seit zwei Jahren verhandeln Wohnbaugruppe und Spectrum miteinander, wie sich das befürchtete Schallproblem in Griff bekommen lässt. Dabei geht es nicht nur um den Lärmpegel aus dem Club, sondern auch um die Geräuschkulisse, die Besucher beim Rauchen, Kommen oder Gehen verursachen. Bislang gibt es laut Hoppe keine Einigung, weitere Termine stünden an. Die Bemühungen, die Brachfläche zu bebauen, reichen lange zurück. Im Rahmen der Neugestaltung soll ein öffentlicher Weg als fußläufige Verbindung zwischen Ulmer Straße und dem Friedhof Kriegshaber entstehen. Die Ruhestätte grenzt nördlich ans Spectrum sowie das Linde-Areal.

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