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Auf was Augsburger in der Fastenzeit verzichten

Auf was Augsburger in der Fastenzeit verzichten
Kolumne Von Miriam Zissler
07.03.2019

In der Fastenzeit treten viele kürzer. Das fällt oft schwer. Vor allem, wenn man an den Süßigkeiten im Büro vorbei muss. Wir haben uns bei Augsburgern umgehört.

Nach meiner Ausbildung habe ich vier Jahre in der Redaktion in Dillingen gearbeitet. Was man sich hier, wo der Fasching fast vollkommen unauffällig an einem vorübergeht, kaum vorstellen kann, ist dort Realität: Inthronisationen, Prunksitzungen, Hexentanz, Blunzensieden, Rathausstürme, Faschingsumzüge und vor allem eins – Krapfen. Fast täglich gab es einen. Nach der fünften Jahreszeit habe ich mich jedes Jahr aufs Neue wie eben solch ein rundes in Fett herausgebackenes Gebäck gefühlt und es blieb mir nur eine Wahl: Süßigkeitenfasten.

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Verzicht ist in diesen Wochen allerorten angesagt – an Aschermittwoch hat traditionell die Fastenzeit begonnen. Nicht wenige Augsburger haben gute Vorsätze gefasst und wollen in der Zeit bis Ostern etwas weglassen. So wie die Stadträtin Margarete Heinrich (SPD). Sie wird die Süßigkeitenkiste im Büro „streng“ meiden, wie sie sagt. Solch eine fiese Kiste gibt es in vielen Büros.

"Gerade bei Gummibärchen werde ich schwach"

Auch in der Lokalredaktion in der Maximilianstraße gibt es ein Schränkchen, auf dem immer mal wieder etwas Leckeres landet: Kekse, Kuchen, Schokolade. Ein verdächtiges Rascheln genügt oft schon, dass ich neugierig um die Ecke schaue, ob nicht womöglich ein Kollege gerade etwas abgelegt hat.

Margarete Heinrich.
Bild: Silvio Wyszengrad

Margarete Heinrich geht es ähnlich. „Wenn viel los ist und ich im Stress bin, greife ich in unserer Süßigkeitenkiste immer wieder zu. Gerade bei Gummibärchen werde ich schwach“, erzählt sie. Die vermeintlich „kleine“ Sünde summiere sich da im Laufe des Arbeitstages schnell auf eine halbe Tüte. Damit sei es nun erst einmal vorbei. Genauso wie mit dem Alkohol. „Darauf werde ich jetzt zumindest zweieinhalb Wochen verzichten. Denn am 24. März habe ich Geburtstag. Da will ich natürlich schon mit einem Gläschen anstoßen“, sagt sie.

Zu zweit fällt das Fasten leichter

Auf das Gläschen Wein werden in den kommenden Wochen Rosemarie und Ronald Dachs vom Restaurant „Die Ecke“ verzichten. Wein gehöre zu ihrem Beruf dazu. In der Fastenzeit würden sie sich deshalb einmal jährlich eine Auszeit nehmen. „Wir machen das bestimmt schon zehn Jahre“, berichtet Inhaber Ronald Dachs. Gemeinsam könnten sie sich gegenseitig in ihrem Vorhaben bestärken. „Gemeinsam geht einfach Vieles einfacher“, sagt er. Gemeinsam könnten sie sich dann wieder auf das erste Gläschen Wein freuen, das sie an Ostern trinken werden. „Das schmeckt dann immer ganz anders“, sagt er.

Katharina Ferstl

Süßigkeiten lauern nicht nur in Kisten oder auf Schränkchen im Büro, sondern auch zu Hause, weiß Katharina Ferstl, Mitglied der Inhaberfamilie des Modehauses Jung. „Tagsüber bekomme ich das gut hin, gar nicht an Süßigkeiten zu denken“, erzählt sie. Doch damit ist es abends vor dem Fernseher vorbei. Dann kommt die Lust auf etwas Süßes. Auf die Leckereien will Katharina Ferstl in den kommenden Wochen weitgehend verzichten. „Glücklicherweise liegen bei mir Küche und Wohnzimmer nicht so nah beieinander. Ich werde mir abends ein paar Trauben und allerhöchstens ein Rippchen Schokolade mitnehmen. Das muss reichen“, sagt sie. Daneben will sie zweimal wöchentlich überhaupt nur 500 Kalorien zu sich nehmen und Alkohol nur in Gesellschaft trinken.

Das sportliche Programm werde nicht nur in der Fastenzeit konsequent durchgezogen. „Beim Sport bin ich sehr diszipliniert und kann einen großen Ehrgeiz entwickeln. Das Essen ist dagegen meine Achillesferse. Das hat einfach einen hohen Stellenwert für mich“, stellt Katharina Ferstl fest.

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